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„Wie kam das eigentlich alles so?“ Mein persönlicher Weg zur Texterin

Generation Y

Jeder der mich kennt, weiß, dass Entscheidungen-treffen nicht gerade zu meinen Stärken zählt.

Hätte, Wenn ich doch nur, Aber, Vielleicht, Sollte ich …

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Ich stimme zu. Kein Spam. Versprochen.

Ich werde niemals Ihre Email Adresse weitergeben, handeln oder verkaufen. Sie können die Benachrichtigung jederzeit abbestellen.

Diese Wörter sind recht häufig in meinem Wortschatz und meinen Gedanken vertreten.

Während ich einige Entscheidungen relativ leicht traf: Nach dem Abi aus der bayerischen Kleinstadt nach München zu ziehen, lieber mehr Geld für eine Wohnung allein ausgeben als in eine Wg zu ziehen, lieber öfter reisen als ein Auto zu haben. War die schwierigste Entscheidung meines Leben immer: Was soll ich beruflich machen? Wie kann ich herausfinden, was ich wirklich will?

Gute zehn Jahre hat mich diese Frage beschäftigt, mir hin und wieder schlaflose Nächte bereitet, mich manchmal richtig fertig gemacht. Auf jeder Familienfeier und jedem miesen Gespräch im Club mit angetrunkenen Typen grauste es mir vor der Frage: „Und was machst du so?“

Denn ich wusste es einfach nicht.

Sollte ich studieren oder eine Ausbildung machen?

Ich hab mich erst für die Ausbildung entschieden, um bereits nach sechs Wochen hinzuschmeißen (Hotelfach). Denn damals mit 20 war ich schon geschockt von der 40-Stunden-Woche. Mein Leben war plötzlich weg! Während meine Freunde am Wochenende ausgingen, schrubbte ich Treppenhäuser. Wenn ich meine freie Tagen hatte, mussten sie arbeiten.

Dann lieber doch studieren. Aber was Sicheres sollte es sein. Lehramt.

Gesagt getan, um nach sechs Semestern im Praktikum plötzlich festzustellen: Jeden Tag vor einer Klasse zu performen – überhaupt nicht mein Ding!

Aber das Studium liebte ich. Deutsch und Geschichte, meine Traumkombi. So ließ ich mir kurzerhand meine Lehramt-Ects-Punkte für Germanistik anrechnen und machte ein Jahr später den Bachelor.

Übrigens habe ich damals  meinen Eltern erst nach dem Bachelor von dieser Entscheidung erzählt. Ich wollte mir nicht mehr reinreden lassen!

Dass ich an der Uni bleiben wollte, stand außer Frage. Am liebsten so lange wie möglich. Schade, dass der Master nur noch vier Semester andauerte. Literatur jetzt übrigens – ich begann immer mehr, das zu machen, was ich liebte und überhörte die nervigen (Club- und Familienfeiern-)Stimmen: „Was willst du denn mit einem Literatur-Studium anfangen?“

Naja so ganz überhörte ich sie dennoch nicht, denn ich sammelte fleißig Praktika. Am besten von großen Firmen in der Medienbranche: Radio Energy, RTL.

Generation unbezahltes(!) Praktikum

Zeitung, Verlag, Radio, TV, Pr-Agentur und wissenschaftliches Institut später – wusste ich immer nur, was ich nicht wollte. Das alles. Acht Stunden am Tag, irgendwelchen „Müll“ zu produzieren, der am nächsten Tag niemanden mehr interessierte. Aber was sollte ich denn DANN machen? Irgendwann müssen ja alle mal ins Arbeitsleben einsteigen?

Ich war richtig verzweifelt und zögerte das Ende des Studiums so lange es ging hinaus (Am Schluss kam ich auf 13 Semester). Bis ich schließlich auf einen Artikel von Conni Biesalski gestoßen bin, in dem sie über das Digitale Nomadenleben geschrieben hat – und ich dachte mir: Das ist es – genau das will ich! Frei sein, selbstbestimmt arbeiten, mein eigener Chef sein.

Also habe ich mich noch während dem Studium als Texterin selbstständig gemacht. Es lief ganz ok am Anfang, ich hatte mehrere kleine Kunden und kam über die Runden.

Um nach dem Studium jedoch meinen kompletten Lebensunterhalt finanzieren zu können, brauchte es mehr als meine anfänglichen 10€-Stundenlohn-Kunden.

Teilzeit und die Illusion von Sicherheit

Während dem Studium jobbte ich nebenher noch an einer Hotelrezeption. Als meine Chefin mir dort schließlich eine Teilzeitstelle anbot, nahm ich dankend an.

Endlich abgesichert, dachte ich mir. Meine Fixkosten waren abgedeckt und ich war über die Stelle krankenversichert. Und das Beste: Ich konnte für meine Freelancer-Kunden an der Rezeption arbeiten, denn Hotelgäste waren eher rar.

So verharrte ich ein Jahr lang und es ging finanziell und lerntechnisch kaum etwas vorwärts. Bis die Hotel-Rezeption plötzlich nach mehr als 20 Jahren schließen musste!

Ich stand da. Irgendwo eine Vollzeitstelle zu beginnen, kam für mich unter keinen Umständen infrage. Also musste ich endlich den Schritt in die Vollzeit-Selbstständigkeit wagen.

Vorher ging ich noch drei Monate auf Reisen, um zu sehen, ob ich nicht einfach das Handtuch in Deutschland endgültig schmeißen sollte und mich stattdessen lieber für ein Digitales Nomadenleben entscheiden. Merkte jedoch sehr schnell, der Digitale Nomadenlifestyle sieht auf Instagram ganz anders aus als in der Wirklichkeit.

Während ich aber auf Reisen war, kamen über Xing zwei interessante Jobangebote als Freelancer in München rein. Die Vorstellungsgespräche führte ich noch per Skype aus Bali inklusive Zeitverschiebung. Es war in trockenen Tüchern: Bei meiner Rückkehr hätte ich zwei tolle neue Jobs.

Das perfekte Vorstellungsgespräch: Den Job nicht brauchen!

Auf Bali war ich entspannt und hatte mir im Grunde gar nicht so viele Gedanken gemacht, wie wichtig diese Jobs nach meiner Heimreise finanziell doch für mich wären. Es war mir zu diesem Zeitpunkt sogar EGAL, ob ich diese Jobs bekam oder nicht.

So verhandelte ich die Preise, ohne Druck und dem Gefühl auf den Kunden angewiesen zu sein. Nur zu meinen Bedingungen. Ich verhandelte aufgrund meiner Gleichgültigkeit wirklich knallhart – und siehe da: Die Kunden waren bereit, das Geld zu zahlen. Zwar auf Probezeit, aber davor schrecke ich nicht zurück – ich weiß, was ich kann. Wie lächerlich waren doch ihre ersten Angebote im Vergleich zu dem, was ich letztendlich raus schlug.

Freelancer werden
Ich beim Freelancen auf Bali …

Glück – könnte man sagen? Eher: Das Leben spielt einem öfter in die Karten als man denkt. Manchmal denken wir, uns passiert etwas Schlimmes (die Schließung des Hotel), dabei ist es etwas Gutes (endlich den Sprung in die komplette Selbstständigkeit).

Pleite wie nie kam ich bei meiner Rückkehr in München an und überarbeitete mich erstmal völlig!

Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die ich vielleicht mal hier aufschreibe. (Interessiert sie dich?)

Fazit: Ein holpriger Start

Heute habe ich eine gute Balance gefunden, ich verdiene endlich genug Geld, habe sogar wieder ein Auto – etwas, das mit meinen Stundensätzen von vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre!

Und das Wichtigste: Ich habe wieder genug Freizeit, für mich, für Freunde, für eigene Projekte und für einfach nur leben (sei es nur für Bücher und Netflix-Serien) statt nur zu arbeiten.

Du siehst, mein Weg als Freelancer war holprig. Ich habe viel zu viel Zeit vergeudet, bevor ich endgültig „gesprungen“ bin. Habe viel zu viel Energie in schlecht zahlende Kunden gesteckt.

Wenn du eine Abkürzung nehmen willst, dann nimm meine und spar dir die drei Jahre, die ich zum lernen gebraucht habe. 🙂

Auf freelancer-werden.de gibt es noch diese Woche meinen Freelancer-Onlinekurs inklusive Frühbucher-Rabatt. Da ich die ersten Teilnehmer individuell betreuen will, wird der Kurs erstmal nur diese Woche verfügbar sein.

Hol ihn dir jetzt und werde ohne Umwege erfolgreicher Freelancer.

Teile gerne deinen Lebensweg hier in den Kommentaren. Ich finde es extrem interessant, zu hören, was für Entscheidungen, Menschen in ihren beruflichen, aber auch privaten Anfängen getroffen haben. Und wie unser ganzes Leben manchmal auf einer einzigen Entscheidung aufgebaut ist.

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3 Kommentare

  1. Hi Ronja,

    Finde es immer wieder spannend von deinen Erfahrungen zu hören:) Und ja, mich würde interessieren, wie es weiterging nach deiner Rückkehr nach München. Witzig zu hören, dass Conni Biesalsky auch dich zur Selbstständigkeit inspiriert hat!:) Schlecht zahlende Kunden sind mir auch ein Graus. Ich hatte zwei StartUp Kunden aber es hat auf Dauer nicht zu einer zufriedenstellenden Zusammenarbeit geführt. Das Gehalt muss einfach stimmen, sonst ist man als Freelancer früher oder später frustriert. Daher ist es wichtig, seine Kunden genau auszusuchen.

    Antworten

    • Hi Alina,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich glaube, ich werde demnächst den Artikel dazu schreiben :).
      Echt witzig, wieviele Leben Conni wohl inspiriert hat?!
      Start-Ups können gute, aber auch schlechte Kunden sein – je nachdem, ob sie großzügige Investoren haben 😀
      Aber eine angemessene Vergütung ist das A&O, da kann der Kunde noch so nett sein …

      Viele liebe Grüße
      Ronja

      Antworten

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