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Warum das Digitale Nomadenleben eine Scheinwelt für mich ist, (ich aber dennoch Freelancerin sein möchte)!

Digitales Nomadenleben

Digitale Nomaden – was da so komisch klingt, ist für viele Menschen ein Lifestyle.

Menschen, die augenscheinlich mit dem Laptop im Schoß unter Palmen sitzen und wie nebenbei ihr Geld verdienen.

Menschen, für die die Welt ihr Zuhause ist und die das ganze Jahr der Sonne hinterher reisen. Die die Winterstiefel gegen Flip Flops tauschen und das triste Grau gegen sattes Grün.

Menschen, die keinen Urlaub, vollgepackt mit drei Wochen Touri-Programm, mehr hoffen müssen, dass es bloß keinen Tag regnet.

Menschen, die in den tropischen Ländern dieser Welt zusammen mit den Einheimischen leben und dadurch voll in die Kultur eintauchen können.

Soweit so gut.

Seit etwa drei Jahren habe ich alles daran gesetzt, um auch so leben zu können.

Ich habe meinen Lebensstandard runtergeschraubt, mich als Freelancerin selbstständig gemacht, diesen Blog gestartet, sämtliche DNX-Konferenzen besucht und letztes Jahr das erste Flugticket nach Thailand gebucht zu den “Digitalen-Nomaden-Hotspots”.

Dort habe ich bereits gemerkt, dass es anders ist als ich es mir vorgestellt habe. In den Coworking Spaces war nichts von Gemeinschaft zu spüren und überhaupt hat es mich genervt bei Sonnenschein in klimatisierten Räumen vor dem Laptop zu sitzen.

Dieses Jahr wollte ich es dann aber wirklich wissen und habe mich für drei Monate in die Digitale Nomaden-Hochburg Canggu auf Bali eingemietet.

Der ganze Ort ist voll von Surfern und Menschen die online ihr Geld verdienen.

Eine Welt, zu der ich immer dazugehören wollte!

Eine Welt, die in meiner Vorstellung, geschürt durch die vielen filterdurchzogenen Instagramstorys, so erstrebenswert schien.

Ich dachte, DAS ist das Leben und nicht das kalte Deutschland im Büro. Alles schien so einfach: Job kündigen, Wohnung kündigen, Flug buchen und direkt rein ins Leben!

Bis ich dieses Jahr endlich angekommen bin am Ziel meiner Träume.

Keine Wohnung mehr, keinen festen Job mehr und ein paar Kunden als Freelancerin, mit denen ich mir meinen Lebensunterhalt auf Bali finanzieren konnte, einen One-Way-Flug – die Umstände waren perfekt.

In Canggu angekommen, ausgepackt und einigermaßen eingelebt merkte ich: Gar nichts an dieser Welt ist perfekt! Sie ist Schein – jedenfalls für mich.

Digitale Nomaden

9 Gründe, warum das Digitale Nomadenleben nicht so toll ist, wie ich dachte

1. Dort zu leben ist nicht so sicher

Gleich nach meiner Ankunft wurden mir erstmal die Sicherheitsvorkehrungen gezeigt, die in Canggu getroffen werden müssen, da der Ort angeblich nur so von Verbrechern wimmelt. Diebstähle, Einbrüche und Überfälle sind wohl keine Seltenheit, wenn man die Facebook-Gruppen verfolgt und mit den Menschen spricht, die länger dort leben.

Jedes Mal alle Türen, Fenster und Tore doppelt und dreifach zu verschließen, wenn ich nur mal eben zum Supermarkt an der Ecke gehen will, hat für mich nichts mehr mit Lebensqualität zu tun.

Klar, es passieren in Deutschland auch Einbrüche, aber wohl lange nicht in dem Ausmaß wie auf Bali und ich möchte nicht in ständiger Paranoia leben müssen! Umso mehr ich reise, umso dankbarer bin ich, dass ich mich Zuhause zu 100% sicher und frei bewegen kann!

2. Du nimmst nicht mehr am Leben deiner Freunde und deiner Familie teil

Für mich die größte Skepsis auf dem Weg zum Digitalen Nomadenleben war immer, weniger in Kontakt zu meinen Freunden und meiner Familie zu stehen. Darauf erwidern übrigens alle Digitale Nomaden das Gleiche: „Du wirst merken, wer deine richtigen Freunde sind.“ Und: „Wenn du wieder mit deinen richtigen Freunden zusammen bist, ist alles wie immer!“

Ähm, nein, das glaube ich einfach nicht!

Freundschaften zu haben, bedeutet vor allem Freundschaften zu pflegen. Wie soll das aus 12 Tausend Kilometern Entfernung gehen? Freundschaften pflegt man, indem man sich trifft, sich sieht, gemeinsam etwas unternimmt, gemeinsame Erinnerungen produziert und vor allem auch am Alltag des andern teilnimmt. Es bleiben aber ganz einfach nicht viele Berührungspunkte, wenn der eine auf Bali lebt und der andere im gewohnten Deutschland. Die Wochen verfliegen, man verpasst Geburtstagspartys, Umzüge, Liebeskummer oder den neuen Freund der besten Freundin. Für mich irgendwie undenkbar. Genauso, wie es undenkbar für mich ist, wenn es irgendjemanden aus meiner Familie schlecht geht, ich nicht mal eben schnell da sein kann. Oder meine fünfjährige Cousine aufwachsen zu sehen.

3. Das Digitale Nomadenleben ist einsam

Du musst neu anfangen in einem Land, in dem du niemanden kennst. Du bist länger an einem Ort und knüpfst die ersten Kontakte. Es entstehen möglicherweise sogar Freundschaften. Bis einer von euch das Land verlässt und ihr euch wahrscheinlich nie wieder seht oder höchstens noch einmal im Jahr auf einer Reise.

Was ich sagen will: Es ist schwer, Freundschaften zu knüpfen, an einem Ort, den man eh bald wieder verlässt. Oder an einem Ort, an dem die meisten Leute nur im Urlaub sind oder ein paar Monate ihr Zuhause nennen.

Den meisten Digitalen Nomaden ist es der Aufwand gar nicht mehr wert, groß Kontakte zu knüpfen und so verbringen sie viele Tage und Abende allein. Was ja an sich nichts Schlimmes ist, solange man es jederzeit ändern kann, wenn man das Bedürfnis hat.

Digital Nomad

4. Du hast kein Zuhause mehr

Eine eigene Wohnung zu haben, ist für mich etwas Essenzielles. Eigene vier Wände, ein Nest, ein Wohlfühlort.

Mein Lieblingskissen, meine Bücherwand und meine Bettwäsche mit dem Duft meines Lieblingswaschmittels machen mich einfach glücklich. Das Gefühl nach einem langen Tag nach Hause zu kommen, ist einfach unbezahlbar.

Klar, kann man argumentieren, dass man als Digitaler Nomade dafür überall in der Welt Zuhause ist sowie mehr Komfort für weniger Geld bekommt. Allerdings ist es für mich einfach nicht dasselbe in kargen Zimmern zu leben, ohne meine persönlichen Sachen!

Wahrscheinlich bin ich dafür einfach zu wenig Minimalistin. 🙂

5. Der Kulturunterschied ist deutlich spürbar

Viele Digitale Nomaden lamentieren, dass man in Deutschland schlechte Laune bekommt, wenn man an der Aldi-Kasse steht, alles schnell schnell gehen muss und die Kassiererin eine Miene zieht. In den U-Bahnen soll es wohl auch so zugehen: überall schlecht gelaunte Menschen.

Ehrlich gesagt empfinde ich das gar nicht so. Entweder liegt es daran, dass ich in Bayern lebe, wo die Menschen größtenteils sehr freundlich, herzlich und offen sind oder daran, dass ich selbst meistens gute Laune mitbringe und meine Stimmung auf meine Mitmenschen projiziere – vielleicht lebe ich ja auch einfach in der Scheinwelt. 🙂

Andererseits geht es mir tierisch auf die Nerven, wenn ich in Asien ständig verhandeln muss und das Gefühl habe, die meisten Einheimischen sehen in mir nur einen dicken fetten Geldschein. Man wird als Europäer einfach nie (nie nie nie) wie ein Einheimischer behandelt werden, selbst wenn man zehn Jahre an einem Ort lebt.

6. Das Digitale Nomadenleben bedeutet Existenzangst

Alle happy-Sunshine in den Storys, in echt aber hangeln sich wohl die meisten finanziell von Monat zu Monat. Unter dir ist nämlich nicht mehr das deutsche Sicherheitsnetz. Und um dich herum sind auch keine Möglichkeiten, wo du mal eben schnelles Geld verdienen kannst, wenn online nichts geht. In Deutschland kannst du auch einfach Nebenjobben, wenn es finanziell knapp wird. Generell hast du auch einfach viel mehr Möglichkeiten an gute Aufträge ranzukommen, wenn du auch ab und an vor Ort (z.B. bei deutschen Kunden) präsent sein kannst.

Im Ausland haben vermutlich einige nicht mal genügend auf der hohen Kante, dass sie sich den Rückflug leisten könnten, das bedeutet Druck, Bauchweh und schlaflose Nächte.

7. Die Digitale Nomaden-Community ist fake

In meiner Vorstellung dachte ich immer, es muss unglaublich toll sein von lauter Gleichgesinnten umgeben zu sein. In der Realität habe ich es eher als krassen Konkurrenzkampf empfunden!

Jeder schaut missgünstig, welchen Online-Kurs der andere rausbringt, vergleicht Likes und Followerzahlen in den Sozialen Netzwerken und vergönnt keinem gute Kunden. Die, die genug Kunden haben, sagen neuen Kunden lieber ab, als seine „Kollegen“ weiterzuempfehlen, es gibt unglaublich viel heiße Luft und es werden Versprechungen gemacht, wie: „Ich komme auf dich zurück. Ich hab da was für dich usw.“

Oh wow, wie das langweilt!

Natürlich ist das keineswegs überall der Fall und das letzte was ich möchte, ist ALLE in einen Topf zu werfen. Ich sage nur, dass ich damit Erfahrung gemacht habe.

Digitale Nomaden

8. Digitale Nomaden sehen weniger vom Land als Touristen

Freiheit, Strand und Sonnenschein? Mehr Illusion als Realität!

Denn als Digitaler Nomade bist du an Orte mit gutem Internet gebunden. Du siehst im Grunde nichts vom Land, denn du musst stets da bleiben, wo es genügend Cafés und Coworking Spaces gibt. Richtigen Urlaub nehmen sich eigentlich die wenigsten Digitalen Nomaden, weil sie es sich entweder nicht leisten können, aufgrund von 24 Stunden Verfügbarkeiten für ihre Kunden, zu sehr in ihrer gewohnten Komfortzone verharren oder so eine “Work-Life-Balance” haben, dass sie Urlaub ja gar nicht nötig haben.

Dazu kommt, dass man an Orten, an denen man lebt, häufig dieselben bekannten Cafés und Orte besucht und sowas tourimäßiges wie Stadtbesichtungen (Inselbesichtigungen) sowieso nicht mehr macht. Ich glaube, ich habe während meines dreiwöchigen Baliurlaubs 2014 mehr von der Insel gesehen, als so mancher Digitaler Nomaden, der schon seit Jahren in Canggu lebt.

9. Wer bitte will bei so nem Wetter arbeiten?!?!

Keine Erklärung nötig 🙂

Fazit – Warum Freelancer sein trotzdem toll ist!

Dieser Artikel ist ein extrem subjektiver Erfahrungsbericht von mir. Wahrscheinlich bin ich so kritisch, aufgrund meiner Enttäuschung des für mich so enormen Unterschieds zwischen Erwartung und Realität.

Ich hatte mir vorher noch nie richtig Gedanken gemacht, was es WIRKLICH bedeuten würde, alles abzubrechen und ins (nicht westliche) Ausland zu gehen, um von dort aus zu arbeiten.

Ich sah nur die Sonnenseiten: tolles Wetter, günstiger Lebensstandard und keinen Chef.

Keinen Chef zu haben ist für mich immer noch das Nonplusultra am ganzen Digitalen Nomadendasein. Doch das kann ich auch haben, wenn ich als Freelancerin in Deutschland arbeite. Freelancerin sein, ermöglicht mir Freiheiten, die ich nie mehr missen will. Dadurch kann ich jetzt zum Beispiel gerade 3 Monate reisen – in einer Festanstellung aufgrund der begrenzten Urlaubstage unmöglich! Dadurch kann ich bestimmen wann, wo und mit wem ich arbeite. Dadurch ist die Weckerapp auf meinem Handy quasi nur zur Zierde da. Freiheit pur, auch im kalten Deutschland 🙂

Ich bin also trotz meiner Enttäuschung extrem froh, vor drei Jahren diesen Weg eingeschlagen zu haben. Ohne den Traum vom Digitalen Nomadentum wäre ich nämlich niemals auf die Idee gekommen, mich als Freelancerin selbstständig zu machen! Zu merken, dass man manchmal am falschen Ziel angekommen ist, ist also nichts Schlechtes. Denn auch herauszufinden, was man NICHT will, bringt einen unglaublich in der Lebensplanung voran. Ohne etwas auszuprobieren, kann man ja auch nicht wissen, ob es was für einen ist.

Jetzt würde mich interessieren: Hast du auch schon mal gemerkt, dass dein Traum gar nicht das ist, was du machen willst? Und wenn ja wohin hat er dich stattdessen geführt? Oder hast du vielleicht sogar selbst den Traum Digitaler Nomade zu werden? Noch wichtiger: Warum – Geht es dir nur ums reisen oder wirklich auch darum, arbeiten zu wollen, während du reist? Hast du es schon mal ausprobiert und wenn ja, wie waren deine Erfahrungen?

Deine Ronja

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17 Kommentare

  1. Hallo Ronja,
    vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Auch ich möchte nicht wirklich zu den “digitalen Nomaden”gehören. Ich denke, dass muss jeder für sich selbst interpretieren. Für mich geht es im nächsten Jahr auch endlich auf die lang ersehnte lange Reise und ich werde ein Jahr in Südostasien verbringen. Zur Zeit baue ich mir neben meinem Job auch ein paar kleine Kunden auf, die ich natürlich im nächsten Jahr sehr gerne betreuen will und die mir dann hoffentlich ein kleines Taschengeld einbringen. Aber die Reise basiert auf Ersparnissen und ich werde definitiv nicht ständig vor dem Laptop in fancy Corworking-Cafés sitzen. Denn ich weiß jetzt schon: Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen ist toll, aber die müssen zu dir passen. Dafür braucht es keine Insta-Stories und ähnliches.

    Aber – und auch das finde ich wichtig und kommt in deinem Beitrag gut zur Geltung: Jeder muss das aus seinem Leben machen, was er will. Egal ob das 3 Monate am Stück Reisen oder Arbeiten ist Café auf Bali ist.

    Mach weiter so!

    Liebe Grüße
    Magdalena

    Antworten

    • Liebe Magdalena,

      vielen vielen Dank! Ganz genau, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen und die Leute die man trifft, müssen zu einem passen, denn die entscheiden meiner Meinung am meisten darüber, ob man eine gute Zeit hat. Da bin ich ja sehr gespannt, was du so alles erlebst und freue mich wenn du auch deine Erfahrungen teilst!❤️

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  2. Ich finde es sehr schön, dass auch mal die andere Seite beleuchtet wird. Etwas, das mal nicht so ist, wie man es sich vorgestellt hat und einen trotzdem weiterbringt. Im schlechtesten Fall sind wir um eine Erfahrung reicher 🙂
    Geht mir mit meinem aktuellen Job so. Ich hab es mir toll ausgemalt und bemerkt, dass die Realität eine andere ist und der Job vielleicht doch nicht so gut zu mir passt wie gedacht. Trotzdem lerne ich jeden Tag eine Menge (auch über mich selbst) dazu.

    Antworten

    • Hi Caro, danke dir! Dass mit den Jobs kennen sicher einige von sich – mich eingeschlossen😅 Lernen kann man dabei immer etwas über sich und sei es nur, was man nicht will. Ich wünsche dir viel Erfolg und auch Spaß beim rausfinden, was du machen willst.❤️

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  3. Hallo Ronja 😁
    Vor lauter Stress in meiner Arbeit, hätte ich diesen tollen Artikel von dir doch glatt fast “übersehen”.

    Zu allererst finde ich es echt toll, dass du so offen und ehrlich bist.

    Ich glaube auch ein “normal arbeitender” wie ich, hatte schon öfter den Gedanken: ich wander aus.

    Egal ob man dann dort (wo auch immer das sein mag, auf jedenfall: Strand, Sonne und Meer) im selben Beruf arbeitet.

    Wie oft hab ich schon gesagt, mein grösster Traum wäre eine Strandbar, egal wo.

    Wie du schreibst, man denkt dann hat man das tollste Leben.
    Hat man eben nicht, weil dann müsste ich wohl 24/7 arbeiten um zu überleben.

    Dann hab ich auch nichts von Sonne, Strand und Meer.

    Irgendwie hast du, zumindest mir, ein stückweit die Augen geöffnet.

    Da bleib ich doch auch lieber im kalten (äh momentan sehr warmen) Deutschland.

    Verdien mein Geld, hab eine Wohnung, ein Auto und am wichtigsten: meine Familie und meine Freunde in der Nähe.

    Ich persönlich freu mich, Dich bald wieder zu sehen und auch wenn wir uns nicht so oft sehen, weiß ich dich doch lieber irgendwo in meiner Nähe 😁 schöne Zeit noch

    Antworten

    • Liebe Simme,

      klasse formuliert und ich glaube damit sprichst du ganz vielen aus der Seele!
      Wie viele träumen nicht von der kleinen süßen Strandbar und davon, den ganzen Tag das Meer vor den Augen zu haben.
      Die meisten Menschen sehnen sich dabei wohl aber vor allem nach der unglaublichen Entspannung, die sich nirgends so in uns ausbreitet, wie im URLAUB.
      Das Gefühl dort zu leben und zu arbeiten, wäre aber niemals das Gleiche, als wie wenn man Urlaub macht.
      Danke dir für deinen tollen Kommentar und bis ganz bald <3 <3 <3
      Ich freu mich schon!!!

      Antworten

  4. Liebste Ronja!
    Ach toll! Danke für deine persönlichen Zeilen und deine Offenheit!
    Ich sehe es ähnlich: nur die nicht so angenehmen Erfahrungen und Rückschläge bringen dich im Leben weiter und geben dir die Möglichkeit, doch einen anderen Weg einzuschlagen, als den, den du gerade noch gegangen bist.

    Ich finde es sehr sympathisch und auch wichtig, dass du dein Heimatland so schätzt! Ich sage immer, es ist die Basis, um überhaupt in die Welt zu ziehen. Und das mit der Sicherheit sehe ich wie du: in den Großstädten hier in Südafrika und Namibia habe ich in den letzten Wochen ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Vielleicht ist Südostasien einfach nicht “dein” Ort. Und muss er ja auch gar nicht sein, nur weil viele Digitale Nomaden sich da aufhalten. Vielleicht ist es eher dein Ding, von Deutschland aus zu arbeiten (oder einem schönen Ort in Europa) und dir zwischendurch die ein oder andere Reise zu gönnen – die Freiheit zu haben, dann loszuziehen, wenn dir danach ist.
    Mir fällt es unglaublich schwer, nur zu arbeiten und nichts von meiner Umgebung (ob nun in Deutschland oder irgendwo auf der Welt) mitzukriegen. Ich brauche immer ein bisschen von beidem 😊 Aber da werde ich auch noch die richtige Balance finden.

    Um deine Fragen zu beantworten: ich möchte keine Digitale Nomadin werden, sondern bin selbstständig und baue gerade meine eigene Firma auf. Und da ich unglaublich gerne reise, verbinde ich beides. Ich habe mir schon mehrere Träume erfüllt und bisher war ich immer glücklich mit meinen Entscheidungen. Einer davon war, drei Jahre in Spanien zu leben und ich habe es geliebt!

    Hoffe, wir sehen uns bald mal wieder! Im Mai und Anfang juni bin ich auf jeden Fall in Berlin.

    Liebste Grüße
    Christina

    Antworten

    • Liebe Christina,

      oh wie schön von dir zu hören!
      Genauso ist es. Für mich ist es das Richtige, eine Basis zu haben und von dort aus immer mal wieder auf Reisen zu gehen. Genau wie du sagst, macht es die richtige Balance aus, zwischen arbeiten und etwas von der Welt sehen.
      Toll, dass du mit deinen Entscheidungen immer glücklich warst – drei Jahre Spanien klingen traumhaft!
      Legst du etwa einen kleinen Zwischenstopp zur DNX in Deutschland ein? 🙂
      Sag bescheid, falls du in München vorbeikommst. Berlin werde ich diesen Sommer nicht schaffen.

      Ganz liebe Grüße und hoffentlich bis bald
      Ronja

      Antworten

  5. Hallo Ronja,
    Danke für deinen ehrlichen Artikel!
    Auch ich hatte einen Traum der wahr wurde und sich als totaler Flopp entpuppt hat 😀 Ich wollte immer Ingenieurin für ein internationales Unternehmen werden, damit ich viel reisen kann.
    Realität: Wenn ich in China, USA, Mexiko oder England bin (oh yeah wie cool!), dann sitze ich grundsätzlich an den Schreibtischen die niemand haben wollte. (Zimmer ohne Fenster, Rücken zur Tür, oder gar kein Schreibtisch weil gerade nichts frei ist.)
    In Räumen die auf gefühlte 15°C klimatisiert sind.
    Arbeite in Werken in denen Arbeitnehmerschutz noch nicht erfunden worden ist. Moralisch kaum vertretbar für solche Firmen zu arbeiten.
    6 Stunden Zeitverschiebung von einen auf den anderen Tag, kann man im Urlaub gemütlich am Strand ausschlummern – im Büro ist das leider etwas schwierig.
    Außerdem ist es für deutsche oft ziemlich anstrengend mit den Arbeitsweisen im Ausland zurecht zu kommen. (Viele Wege führen nach Rom…)
    Abends dann schön mit den ganzen Kollegen gemütlich ein Bierchen an der Hotelbar? Es gibt schönere Dinge die ich nach der Arbeit machen könnte, als mich mit 5 Männern zwischen 40 und 60 abzuschießen.
    Seine Samstage mit Wäschewaschen zu verbringen, damit man Sonntag blos alles frisch in den Koffer für die nächste Woche packen kann, nervt auch.
    Erstrecht wenn es einen unerwarteten Wetterumschwung gab und du nichts passendes eingepackt hast.
    Ich sehne mich nach einem Job in dem ich einfach jeden Abend zu Hause sein kann und meine Freizeit selbst bestimmen darf.
    Nichtsdestotrotz bin ich stolz, dass ich mein Ziel erreicht habe.
    Das sind eben Erfahrungen die uns bereichern und uns zeigen, dass nicht alles Gold ist was glänzt.

    Antworten

    • Hi Jacqueline,

      danke für deine anschaulichen Erfahrungen, das klingt wirklich so, als hätten Vorstellung und Realität weit auseinander geklafft 😀
      Trotzdem toll, dass du dein Ziel erreicht hast, das gibt dir Mut und Motivation für alle weiteren Ziele und du musst dich nicht irgendwann fragen: “Was wäre gewesen, wenn…”

      Ganz viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  6. Hallo Ronja,
    vielen Dank für diesen ehrlichen Bericht, der zeigt, dass der Traumzustand einer ortsunabhängigen 4-Stnden-Woche gemäß Tim Ferris kein Selbstläufer ist.
    Was mir persönlich neben der von Dir beschriebenen finanziellen Existenzangst vor Ort Kopfzerbrechen bereiten würde: Wie schaffe ich es, auch für die Zukunft ein bisschen was “beiseite” zu legen? Im Endeffekt muss aber natürlich jeder selbst entscheiden, was der richtige Weg ist. In jedem Fall wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg mit Deinem “Freelancer-Dasein”, welches Dir ja prinzipiell die Freiheit bietet, mal wieder eine zeitlich begrenzte Epoche als “digitaler Nomade” einzulegen, wenn Dir danach ist.
    Viele Grüße,
    Andreas

    Antworten

    • Lieber Andreas,

      danke dir! Auf jeden Fall sollte bei der Entscheidung Freelancer zu werden auch an die Zukunft gedacht werden!
      Ja Teilzeitnomade sein, macht mir auf jeden Fall großen Spaß!

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  7. Hallo Ronja, ich liebe deinen Blog. Eigentlich bin ich gerade auf dem Weg nach Berlin zur digitalen Nomaden Konferenz zu fahren, und wollte dich gerade fragen ob du zufällig auch dort hingehst und wir uns mal austauschen können…ich steh noch total am Anfang habe auch den Traum digitaler Nomade zu werden, ich reise gerne bisher war ich in meinen 30 urlaubstagen immer in thailand, habe dort auch eine freundin, fernbeziehung, habe mir öfters auf unseren Reisen meine Kamera geschnappt gefilmt und bilder gemacht und dachte mir das wäre schön damit online geld zu verdienen und an diesem Traum arbeite ich noch…jetzt wo ich dein Artikel gelesen habe bin ich etwas gefasster, vielleicht etwas mit enttäuscht, aber ich denke und weiß ich muss auch meine eigene Erfahrung machen und rausgehen digitaler nomade zu werden, wenn es nicht klappt hatte ich mir ausweich möglichkeiten überlegt in deutschland oder in einer ausländischen firma falls die mich auch nehmen… Mich hatte damals dein erster Beitrag auf planetbackpack sehr bewegt und inspiriert, (dafür danke ich dir auch), mich hat bewegt wie du professionelle Texterin geworden bist und dich selbstständig gemacht hast, da ich noch nicht mal weiß wie das genau geht, bin ich gespannt auf deinen Online Kurs, wo du mir erklären könntest wie ich auch zum Freiberufler werde und als prifessioneller Texter mein Lebensunterhalt verdienen könnte. Ich will einfach mein Traum verwirklichen, in deutschland fühle ich mich eher gefangen, vielleicht muss ich auch einfach mal reisen und den Kopf frei kriegen, aber eins ist sicher ich will meinen Traum verwirklichen so ungefähr zu leben wie ein digitaler Nomade, weil ich andere inspieren möchte das sie auch die Chance haben was eigenes zu erschaffen ihren Traumberuf sich vielleicht selbst aufzubauen und nicht immer unglücklich von anderen abhängig zu sein. Kann dich aber auch verstehen, ich würde natürlich meine große familie in deutschland immer wieder mindestens zu weihnachten zu besuchen, natürlich möchte ich auch sehen wie sie groß werden…doch momentan geht mir fast alles hier auf die nerven bis auf mein Sport. Vielleicht brauche ich einfach eine auszeut neuanfang, herausfinden wo ich wirklich bleiben will oder ich muss vielleicht auch mal ausprobieren in bayern zu wohnen lol. Ich finde jetzt heraus ob das digitale Nomadentum mir passt oder nicht so oder so bin ich fest entschlossen meine Träume zu verwirklichen 😉 hoffe wir treffen uns mal Ronja und können uns dann mal austauschen. LG: jan aus frankfurt am Main.

    Antworten

    • Lieber Jan,

      danke für deinen lieben Kommentar! Auf der DNX bin ich dieses Jahr leider nicht. Ich wollte mit meinem Artikel auf keinen Fall Menschen entmutigen, sich auch ein Ortsunabhängiges Business aufzubauen, sondern das Ganze nur mal von der andern Seite beleuchten.
      Wenn du schon eine Freundin in Thailand hast, dann hast du dort ja eh schonmal eine Art Homebase, was dir den Start sicher erleichtert.
      Perfekt, sei gespannt, der Kurs wird im Herbst rauskommen! Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Inspiration auf der DNX!

      Viele Grüße aus München
      Ronja

      Antworten

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