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3 Tipps, wie du als notorischer Ja-Sager endlich das Nein sagen lernen kannst

Nein Sagen

Nein. Nee. Nöö. Neeeeii-hein!

Wie kann ein so kleines Wort bloß so schwer über die Lippen kommen?

Ich habe das Gefühl, in meinem Wortschatz existiert es gar nicht. Beziehungsweise existiert es doch: Und zwar dann, wenn ich eigentlich Ja meine.

  • „Magst du noch ein Stück Kuchen? – „Nein, ich bin satt”
  • „Findest du auch, das Kleid steht mir nicht?” – „Nein, ganz und gar nicht.
  • „Macht es dir was aus, meine Schicht zu übernehmen?” – „Nein, das mach ich doch gerne.”

Alles gelogene, bescheidene Neins.

Neins, damit andere sich besser fühlen und ich nicht zu verfressen rüberkomme.
Doch die wirklichen, richtigen, ehrlichen, wichtigen Neins, die bleiben irgendwie immer im Halse stecken.

  • „Nein – ich möchte nicht wieder zusätzlich in der Arbeit einspringen!”
  • „Nein – ich möchte dir nichts mitbringen, ich muss schon an genug Zeug denken.”
  • „Nein, ich möchte dir kein Geld leihen – du vergisst es, mir zurückzugeben.”
  • „Nein, ich kann nicht mal eben über deinen Text drüber lesen – ich habe keine Zeit.”
  • „Nein – ich möchte nicht mit auf die Party gehen, ich habe keine Lust auf Kater morgen!”

“Nein” hat nur zwei Buchstaben mehr als “Ja” und doch ist es so viel schwieriger auszusprechen

Nein sagen lernen

„Nein, ich kann übers Wochenende nicht arbeiten. Ich fahre in die Berge” 😉

Schaffe ich es tatsächlich mal ein Nein hervor zu stammeln, begründe ich es wortreich und fühle mich im Anschluss trotzdem schlecht.

Rechtfertigungen gefolgt von Schuldgefühlen.

Dabei gibt es genug Menschen, denen Nein sagen leicht fällt. Und denen man das Nein dann nicht mal krumm nimmt. So zum Beispiel eine Bekannte: Als ich sie fragte, ob ich mein Handy kurz an ihr Ladekabel stecken durfte, antwortete sie: “Nein, ich möchte mein Handy erst komplett aufladen.”Eine Antwort, die mir NIE über die Lippen gekommen wäre. Ich würde sofort mein Handy abstecken und mich später über meinen leeren Akku ärgern.

Ich verbinde Nein sagen mit Unfreundlichkeit und Egoismus. Bei mir selbst jedenfalls.

Aber stimmt das?

Ist Nein sagen wirklich egoistisch und unfreundlich? Oder ist es stattdessen freundlich gegenüber mir, wenn ich meine Bedürfnisse nicht sofort mit der Bitte eines anderen übergehe?

Und kann man Nein sagen lernen?

Wer Ja sagt und Nein meint, der hat ein Problem.Markus Cerenak

Was steckt hinter der Angst vor dem Nein sagen?

5 Gründe, warum Nein sagen so schlechte Gefühle auslöst

1. Nein sagen: Die Angst, nicht gemocht zu werden

Wir alle lieben es, gemocht zu werden – ein Bedürfnis das biologisch in uns verankert ist. Denn nur in der Gruppe konnte man in der Steinzeit überleben. Doch wenn wir uns mal ehrlich zurückerinnern, waren die coolsten Kids in der Schule gar nicht unbedingt die Nettesten. Und uns mag trotzdem nicht jeder, nur weil wir alles machen.

Wenn du merkst, dass du bestimmten Personen immer nur nützlich sein musst, solltest du die Freundschaft nochmal überdenken. Und richtige Freunde mögen dich auch, wenn du nicht ständig Sachen für sie machst.

2. Nein sagen: Die Angst egoistisch rüberzukommen

Allein dass du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, zeigt, dass dich das Thema wirklich belastet und du nicht aus egoistischen Gründen Nein sagen lernen willst. Du kennst dich selbst am besten und weißt, dass du nie herzlos handeln würdest.

Das musst du dir auch in Erinnerung rufen, falls dein Gegenüber dich nach einer Absage tatsächlich als Egoist bezeichnet. Der Egoismus-Vorwurf ist nämlich eine wirkungsvolle Waffe im Kampf um ein “Ja”. Lass dich nicht manipulieren und steh für dich und deine Bedürfnisse ein.

Lernen Nein zu sagen

3. Nein sagen: Die Angst, nicht gebraucht zu werden

Als ich keine Lust mehr hatte ständig Texte für meinen Freund zu schreiben, engagierte er sich eine Assistentin. Und ich – fühlte mich schrecklich, nutzlos und ersetzbar. Doch warum eigentlich? Eigentlich sollte ich doch froh sein, die unliebsamen Aufgaben nicht mehr machen zu müssen, doch ich vermisste das Gefühl gebraucht zu werden. Ego lässt grüßen.

4. Nein sagen: Die Angst etwas zu verpassen

Montag muss ich eine wichtige Deadline einhalten, aber die Mädels treffen sich zum Ausgehen. Ich habe zwar im Grunde keine Lust und definitiv überhaupt keine Zeit – aber: Ich will natürlich nichts versäumen.

Was ist, wenn das einer der denkwürdigenden Abende wird, über den noch Jahre später gesprochen und gelacht wird? Soll ich dann etwa gefehlt haben?

Doch jedes Mal wenn ich am nächsten Morgen mit Kater aufwache, obwohl ich eigentlich genug anderes zu tun gehabt hätte, als den ganzen Tag auf der Couch zu verbringen, bereue ich es, die magischen vier Buchstaben nicht ausgesprochen zu haben: “Nein, danke, ich bleibe heute lieber zu Hause.”

5. Nein sagen: Die Angst, Nachteile in Kauf zu nehmen

Gerade im Job haben wir Angst davor, dem Chef oder den Kollegen etwas abzuschlagen. Deshalb rackern wir nach Feierabend weiter, springen am Wochenende ein und beantworten E-Mails in unserer Freizeit.

Doch ist das wirklich nötig?

Ich habe eher das Gefühl, es bringt mir sogar Respekt ein, klar meine Grenzen auch gegenüber Vorgesetzten beziehungsweise Kunden zu ziehen. Doch auch falls Konflikte entstehen: Die gehören nun mal zum Leben.

Bleib realistisch: Manchmal gibt es Situationen im Beruf, in denen es besser ist, “Ja” zu sagen, aber diese sind in Wahrheit seltener als du vielleicht denkst.

Auch wenn du Freelancer werden möchtest oder bereits bist, musst du trotzdem nicht 24/7 für deine Kunden verfügbar sein.

Wie aber wird man nun tatsächlich besser im Nein sagen?

Hier sind drei Tipps, wie du das Nein sagen lernen kannst:

1. Nein sagen lernen: Nimm dir Bedenkzeit!

Du musst nicht auf jede Bitte sofort reagieren. Es ist dein gutes Recht, erstmal kurz (oder bei einem größeren Gefallen auch länger) darüber nachzudenken. Werde dir in Ruhe klar:

  • Um was für eine Bitte handelt es sich? Ist es dringend, wichtig oder ein kleiner Gefallen?
  • Will ich das machen oder kostet es mich Überwindung?
  • Habe ich Kapazitäten oder vernachlässige ich dann eine andere Aufgabe?
  • Wie wichtig ist mir dieser Mensch?
  • Bittet er mich ständig um etwas, oder gibt er auch viel zurück?

Erstens tappst du so nicht in die Falle, gleich deinem ersten Impuls als notorischer Ja-Sager zu folgen und „Na klar!” zu rufen. Zweitens nimmst du auch deinem Gegenüber den Wind aus den Segeln. Wenn du nach deiner Bedenkzeit „Nein” sagst, weiß er wenigstens, dass deine Antwort gut überlegt ist und du nicht aus einer Laune heraus absagst. Sagst du ja, freut er sich umso mehr, da er durch deine Bedenkzeit schließlich auch mit einer Absage rechnen musste 😉

Nein sagen

2. Nein sagen lernen: Werde dir bewusst, wie viel dich dein Ja wirklich kostet

Manchmal kostet ein „Ja” einen Nachmittag („Klar übernehme ich deine restlichen Arbeitsstunden, obwohl ich eigentlich schon was anderes vor hatte”), manchmal ein Wochenende („Klar helfe ich dir beim Umzug, auch wenn wir uns eigentlich nur über Freunde kennen”) und manchmal mehrere Jahre („Schaff dir ruhig einen Hund an, ich nehme ihn, wenn du in den Urlaub fahren willst”).

Und obwohl es das kleinstmögliche Wort überhaupt ist, bringt es dir manchmal – unüberlegt ausgesprochen – riesengroße Nachteile. Denn wenn du einen Nachmittag, ein Wochenende oder mehr verlierst, dann verlierst du Zeit für dich. Die wertvollste Ressource, die du hast.

3. Nein sagen lernen: Übe die kleinen Neins des Alltags

Das Nein sagen zur Gewohnheit machen, klingt vielleicht etwas hart. Daher versuche es erstmal eine Woche lang mit dem Nein sagen lernen. Eine Woche langst sagst du zu jeder kleinen Bitte Nein. Du kannst kurze (!) Begründungen nennen, du kannst es mit Humor sagen, du kannst es – wenn es unbedingt sein muss – sogar mit einer Entschuldigung sagen.

Konkret könnten deine Antworten so aussehen:

  • „Es tut mir wirklich Leid, dass du nun Stress hast, aber ich kann dir die Aufgabe nicht abnehmen”
  • „Dein Lob freut mich wirklich sehr, allerdings kann ich dir dabei nicht helfen.”
  • „Ich weiß, dir gefällt es nicht, dass ich jetzt Nein sage, aber es hilft nichts … ;)”

Manche Menschen werden jedoch richtig aufdringlich – die lassen sich nicht so einfach mit einem Nein abspeisen. Bei ihnen wird’s besonders schwierig für uns notorische Ja-Sager.

Da hilft es auch nichts, lange herumzudiskutieren, und Erklärungen anzubringen, denn dann versucht der Überredungskünstler erst recht die Lücken in den Rechtfertigungen zu entdecken.

In so einem Fall musst du deutlicher werden: “Nein, mein Entschluss steht fest!”

PS: Es wird sich befreiend anfühlen!

Wie ist das bei dir? Gehörst du zum Team notorischer Ja-Sager oder fällt dir das Nein sagen leicht? Ich feue mich auf deinen Kommentar!

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