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„Müsste ich nicht schon viel weiter sein?“ 5 gefährliche Denkfehler, die jeder schon mal gemacht hat

Denkfehler


In vier Monaten ist es soweit: Ich werde 30.

Vielleicht ein Grund, warum ich letzte Woche alles, aber auch wirklich alles, angezweifelt habe. Meine Entscheidung Freelancerin zu werden, meine Beziehung, mein Lebenskonzept und sogar einige meiner Freundschaften.

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Ich war mit nichts mehr zufrieden, alles was ich bisher erreicht habe, kam mir wie ein Witz vor und und die letzten fünf Jahre wie die größte Zeitverschwendung meines Lebens. Mit den neu gewonnenen Augen-Fältchen und den ersten grauen Haare könnte ich ja noch leben, doch besonders eine Frage ging mir immer wieder im Kopf herum:

„Müsste ich beruflich nicht irgendwie schon viel weiter sein?!“

Fehlt bei meinem Kontostand nicht die eine oder andere Null ganz hinten?!

Millenials sind eh später dran?!

Klar, ich habe mir als typisches Generation-Y-Kind natürlich Zeit gelassen: Nach dem Abi ein Jahr Pause, ein Fachwechsel im Studium kostete mich das nächste Jahr und natürlich gehörte ich auch zur Generation Praktikum. Daher wurde ich ja überhaupt erst mit 27 an der Uni fertig. Meinen Lebensweg kannst du hier übrigens genauer nachlesen.

Irgendwann vom Schreiben leben können, lautete mein großer Plan. Wie der jedoch konkret aussehen sollte, wusste ich damals nicht. Dennoch habe ich es geschafft, heute als freie Texterin leben zu können und auch über meinen Blog Einnahmen zu erzielen.

Ich sollte also stolz sein, was ich in „nur” drei Jahren nach dem Studium erreicht habe, doch alles was ich denken kann ist: „Andere Texterinnen/Bloggerin sind so viel erfolgreicher, als ich.“

Je länger ich aber darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass dieser Satz dennoch irgendwie falsch ist! Und es gibt noch mehr solcher Denkfehler!

Denkfehler #1: (Nur eine Sache) Vergleichen

Klar, andere haben vielleicht beruflich mehr erreicht, aber was haben sie dafür aufgegeben? Vielleicht haben sie keine Beziehung, weil sie so viel arbeiten, vielleicht treffen sie kaum Freunde, möglicherweise verzichten sie aufs Reisen. Fakt ist: Wir sehen nicht, was diese beruflich erfolgreichen Menschen alles NICHT haben. Was sie AUFGEBEN, damit sie so erfolgreich sind. Wo sie Abstriche machen bei ihren Prioritäten.

Ich zum Beispiel führe in der Regel ein wirklich gemütliches Leben, fast immer ohne Wecker. Ich habe mich bewusst gegen die total veraltete 40-Stunden-Woche entschieden, und arbeite im Schnitt eher so 20-30 pro Woche. Ist das faul? Vielleicht. Sind mir andere Sachen manchmal wichtiger? Ja.

Denkfehler #2: Erfolg über Nacht

Genauso wie mir sehr viele erfolgreiche Blogger auffallen, stoße ich immer Mal wieder auf Blogs, bei denen der letzte Artikel vor zwei Jahren geschrieben wurde. Am Anfang wurde wöchentlich veröffentlicht, irgendwann kam der Strom zum erliegen.

Ihnen ging die Puste aus.

So ist es doch bei jeder Sache. Egal ob Diät, bei der Karriereleiter oder beim Bloggen – es ist wichtig, konstant zu bleiben. Erfolg ist in den meisten Fällen ein Marathon, kein Sprint.

Sowas wie Erfolg über Nacht gibt es nicht. Selbst wenn sich wirklich von einen Tag auf den anderen der Schalter umlegt und jemand plötzlich erfolgreich ist, gingen dieser einen Nacht zahlreiche andere voraus – in denen vermutlich tausende Stunden an Arbeit steckte.

Seitdem ich mir das bewusst gemacht habe, stecke ich mir lieber Jahres- und sogar Fünf-Jahres-Ziele.

Fehler im Denken

Denkfehler #3 Wer braucht schon einen Plan?!

Mir fällt es extrem schwer, mich nach eigenen Plänen zu richten. Also lebte ich immer getreu dem Motto, wird schon alles kommen, wie es kommt. Und: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen.

Dadurch habe ich mich oft in stressige Situationen gebracht.

Zum Beispiel meine Bachelor- und Masterarbeit am Abend vor Abgabe fertig geschrieben, Geschenke am Weihnachtsmorgen besorgt und meinen Koffer drei Stunden vor Abflug gepackt … Das sind Momente, in denen ich mich nicht sonderlich gerne mag.

Doch Aufschieber sind „nicht faul, sondern schlecht organisiert“, sagen Forscher einer Uni in Chicago, „Prokrastinierer wissen, dass sie etwas tun und wie sie es angehen müssten – nur an der Selbstorganisation und der Umsetzung ihrer Entscheidung hapert es.“

Daher hilft es nichts: Wer wirklich ein Ziel verfolgen will, braucht einen Plan! Und zwar aufgeschrieben, in Form von täglichen – nicht überladenen (!) – To-Do-Listen, Wochen-, Monats- und Jahresplänen. Die können sich zwar immer wieder ändern, fungieren aber dennoch als eine Art Kompass …

Denkfehler #4: Disziplin ist überbewertet

Wie ich vorher schon geschrieben habe, ist Wecker-Stellen nicht gerade meine Stärke. Bei Netflix-Schauen bis nach Mitternacht bin ich schon besser. Das ist nichts worauf ich besonders stolz bin, aber es ist eben so, wie es ist.

Wer gerne disziplinierter sein will, muss, so einfach es auch klingen mag, üben.

Sich jeden Tag erstmal eine Sache vornehmen und die durchziehen, ohne Ablenkung. Seit ich The One Thing von Gary Keller gelesen habe, versuche ich das jeden Morgen gleich als erstes zu machen. Mein Handy lege ich dabei zur Seite und das E-Mail Programm lasse ich währenddessen noch ausgeschaltet.

Ich kann dir das Buch in einem Satz zusammenfassen, falls du dir die 250 Seiten Lesevergnügen sparen willst: Nehme dir pro Tag immer nur eine Sache vor, die du morgens direkt nach dem Aufstehen angehst und für etwa zwei Stunden mit voller Konzentration durchziehst.

Für mich tatsächlich ein Gamechanger, außer an den Tagen, an denen ich mein One-Thing nicht kenne, womit wir auch schon beim fünften und letzten Denkfehler wären.

Denkfehler #5: Nicht zu wissen, WAS und WARUM man es will

Eigentlich hängt es auch wieder mit Denkfehler Nummer 3 zusammen, denn wenn man nicht weiß, was man eigentlich erreichen will, kann man auch keinen Schlachtplan dafür haben.  

Viele Menschen wollen etwas, fragen sich aber nie Warum. Ich werde hier nun keinen hundertsten Artikel zum Thema „Start with Why“ schreiben, nur so viel: Frag dich bei jedem Wunsch, den du hast, fünfmal nach dem Warum.

Wunsch: Ich möchte mehr Reichweite mit dem Blog!

1. Warum?Damit er bekannter wird.
2. Warum?Damit ich Menschen zum Denken anregen und gleichzeitig Einnahmen erzielen kann.
3. Warum?Weil ich Geld verdienen möchte mit einer Sache, die mir Spaß macht und die einen Sinn hat.
4. Warum?Weil das für mich ein erfülltes Leben ist.
5. Warum?Weil Leben für mich nichts mit Feierabend und Wochenende zu tun hat, sondern immer stattfinden soll.

Das ist also die Ursache hinter dem Wunsch. Sobald man dieses übergeordnete Ziel  kennt, ist es viel einfacher, motiviert zu bleiben.

Kennst du die eigentlich die Geschichte von Jim Carrey und dem 10 Millionen Dollar Scheck?

Jim Carrey ist, als er noch pleite und unbekannt war, ständig zum Hollywood-Sign gefahren und hat sich vorgestellt, er wäre bereits ein berühmter Schauspieler. Er schrieb sich selbst einen Scheck über 10 Millionen Dollar und steckte ihn in seinen Geldbeutel. Innerhalb von fünf Jahren wollte er sich den Scheck auch wirklich auszahlen lassen.

In seinen Gedanken wusste er laut eigener Aussage, dass alles, was er erreichen werde, schon da ist, es läge eben nur noch um die Ecke. Nach fünf Jahren bekam er die Rolle zu „Dumm und Dümmer“ und verdiente 10 Millionen Dollar.

Das heißt nicht, dass jeder, der sich einen Haufen Geld visualisiert, diesen auch bekommt, aber wenn du dein Ziel vor deinem inneren Auge sehen kannst und daran glaubst, dass es schon da ist, ist es viel einfacher, dieses auch wirklich zu erreichen:

„If you can see it and believe it, it is a lot easier to achieve it!“

Oprah

Fazit

Also, das nächste Mal wenn du dich – genau wie ich – verzweifelt fragst: „Müsste ich nicht eigentlich schon viel weiter sein“,

dann blick mal hinter die Kulissen und prüfe,

  • ob dein Ziel auch wirklich deins ist.
  • welcher Wunsch eigentlich dahinter steckt.
  • ob du wirklich bereit bist, dafür auch auf Dinge zu verzichten.
  • dass du geduldig auf dem Weg dahin bist – Stichwort: Fünf-Jahres-Ziel.
  • inwiefern deine Disziplin noch ausbaufähig ist.

Erst dann ist Jammern erlaubt 🙂

Wie immer – gerne her mit weiteren Tipps in die Kommentare! Wie erreichst du am besten deine Ziele?

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