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“Hilfe, mich ruft jemand an!” – Prototypen der Generation Y (Teil 1)

Generation Y Prototypen

Gerade bin ich in Berlin, wo es von jungen Leuten aus der Generation Y-Kohorte nur so wimmelt. In den Berliner Cafés habe ich Zeit, mich bei einem 5-sortigem Super-Smoothie meiner Lieblingsbeschäftigung zu widmen: Leute beobachten. Oder genauer: Ypsiloner unter die Lupe zu nehmen.

Der Süchtling

Generation Y Süchtling

Hier eine Instastory drehen, da einen Snap verschicken, schon trudelt die nächste Tinder-Nachricht ein und überhaupt daddelt der Süchtling von einem Smartphone-Spiel zum nächsten, scrollt die Timelines seiner Social-Media-Kanäle durch und markiert seine Freunde in Kommentaren, die denen einfach nur peinlich sind.

Fängt sein Kompassfähiges-Navigationssystem-Musikplayer-Wetteransager-Nachrichtenverschickendes-Partnerfindendes-Telefon plötzlich zu klingeln an, erschrickt der Süchtling – Anrufe mag er nämlich gar nicht. Er schaltet das Handy dann einfach auf stumm und schickt zehn Minuten später, die ihm wie eine Ewigkeit vorkommen, eine WhatsApp mit den Zeilen: „Kann gerade nicht telefonieren, was gibts?“ Jeder der ihn kennt, weiß dass er den Anruf auch schon vor zehn Minuten wahrgenommen hat, denn der Süchtling ist 24/7 an seinem Iphone. Er schläft mit ihm in der Hand ein und wacht genauso morgens wieder auf.

Trifft sich der Süchtling mit Freunden zum Essen, platziert er sein Smartphone direkt zwischen ihm und seinem Gegenüber auf den Tisch, nur um alle zwei Minuten danach zu greifen – hat er es nämlich mal in der Tasche stecken, nesteln seine Hände automatisch gesteuert nervös am Reisverschluss herum, um das Vibrieren der Nachrichten eventuell zu erfühlen. Ein Blick auf den Display schenkt ihm Erlösung – zumindest für die nächsten 30 Sekunden …

Der Traveller

Generation Y Traveller

Der Traveller fährt nicht in den Urlaub, er reist. Und zwar am besten zu sich selbst. Wie das geht? Natürlich nur mit einem vollgepackten Backpack auf dem Rücken, denn damit ist er unabhängig und kann auch schlecht geteerte Wege einfach nehmen oder gar mit dem Roller/Motorrad zum nächsten Ort gelangen. Dass der Backpacker aber wie jeder andere höchstens 300Meter vom Bus oder Taxi ins Hostel „wandert“, verschweigt er bei seinen Erzählungen, genauso wie er niemals zugeben würde, dass sein Rücken keine einzige Roller- geschweige denn Motorradtour mit einem 19 Kilo schweren Rucksack mitmachen würde.

Der Traveller will sich fühlen wie die Locals, denn eine Reise wird erst zur Reise wenn man auch mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Daher trampt er am liebsten von Land zu Land. In welche Richtung ist dann schnell mal egal, Hauptsache er kommt vom Fleck. Dass er damit eigentlich nur sparen möchte, weiß jeder. Dass er in der Zeit, während er auf ein anfahrendes Auto wartet, locker sein Flugticket als Kellner verdient hätte, weiß auch jeder, außer der Traveller.

Der Traveller liebt die Herausforderung! Gerne macht er so verrückte Dinge wie, sich Tattoos von Mönchen stechen zu lassen, in die Tiefe zu tauchen ohne Sauerstoffflasche, die Alpen zu überqueren mit dem Einrad. Das alles muss natürlich minütlich dokumentiert werden, auf Facebook, Instagram, Youtube usw. Total individuell …

Der Routinierte

Generation Y Routinierte

Der Routinierte hat eine eigens entwickelte (und hundertfach kopierte) Morgenroutine, an die er sich zumindest an zwei von sieben Tagen die Woche hält. Er beginnt seinen Tag mit dem ayurvedischen Zungenreiniger, 15-minütigen Ölziehen, an dem er sich des Öfteren verschluckt, da er sich nebenbei in die „richtige Energie“ tanzt.

Nachdem er das Öl säuberlich in den Abfalleimer statt in die Toilette gespuckt hat (wichtig!), sitzt er sich zur morgendlichen Meditation auf sein eigens dafür gekauftes 100€ teueres Kissen aus Kautschuk und Seegras und beginnt zu meditieren. Falls seine Gedanken dabei zum nächsten Punkt seiner streng durchgetakteten Morgenroutine abschweifen, holt er sie langsam, ohne sich selbst dafür zu verurteilen, wieder zurück.

Nach einem obligatorischen Zitronenwasser gehts auch schon auf zum Sport für den Routinierten. Eine Stunde joggen und dabei Podcast zur persönlichen Weiterentwicklung hören. Dass er von der Stunde nur etwa 15 Minuten joggt und den Rest schnaufend vor sich hinspaziert macht gar nichts, denn allein das Hören des Podcasts lässt ihn erfolgreich werden. Selber machen, muss man dann nicht mehr.

Wieder Zuhause angekommen, duscht der verschwitzte Routinierte (ausschließlich mit Kernseife) und ist dann schon so durch mit dem Tag, dass es ihm schwerfällt jetzt noch groß produktiv zu sein. Also legt er sich nochmal ein Stündchen hin, aus dem gerne zwei werden. Der Routinierte arbeitet übrigens freiberuflich von Zuhause aus, denn die Morgenroutine eines Angestellten lässt da nicht so viel kreativen Spielraum und macht einen überschaubareren Eindruck: Wecker aus, Zähneputzen und ab in die Arbeit. Da bleibt mehr Zeit für Produktivität …

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10 Kommentare

    • Hi Viktoria, vielen lieben Dank! 😂 Freut mich dass er dir gefällt, bald kommt Teil 2 dazu 😊 <3

      Antworten

  1. Haha ich gehöre mit einigen Abstrichen absolut und 100% zum routinierten Volk, nur das Ölziehen lasse ich mittlerweile sein, das verschlucke ich mich im Kopfstand beim Yoga immer, aber wenn ich nich fleißig ein paar podcasts höre habe ich das vielleicht auch bald im Griff 🙂 liebste grüße, lara

    Antworten

    • Hallo Lara,

      haha das ist ja super!! 😀
      Ja, das mit dem Ölziehen habe ich nach dem ersten Versuch gelassen, da ich es einfach eklig fand 🙂
      Schade, da es doch anscheinend das non-plus-ultra für das Morgenritual ist laut einigen Podcastern 😀

      Viele Grüße
      Ronja

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    • Lieber Heiko,

      vielen lieben Dank, das freut mich wirklich sehr! 🙂

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  2. Nette Idee! 😉
    Generell cooler Blog.
    Würde nur noch etwas am Design bzw. Layout experimentieren, aber das ist ja Ansichtssache (:
    Wünsche dir noch einen schönen Abend ♥

    Liebste Grüße
    Lu

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    • Hi Lu,

      danke für dein Feedback. Haha, ja das ist selbst erstellt 😀 . Ich bin auf jeden Fall stolz, dass ich es nach langem, für mich sehr nervigem WordPress-Lernen so “gut” hinbekommen habe, aber vielleicht lass ich das irgendwann mal neu designen 🙂

      Viele Grüße
      Ronja

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