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Hallo, ihr lieben Maskenmenschen, seid doch endlich mal authentisch!

Maske ablegen

„Wie gehts dir?“
„Super und selbst?“

„Wie läufts im Job?“
„Bestens.“

„Und deine Beziehungen?
„Sehr gut!“

Natürlich.

Für Traurigkeit, Verzweiflung oder unglücklich sein ist ja auch irgendwie kein Platz mehr. Denn das macht sich schlecht auf Instagram, das kann man nicht auf Facebook posten zwischen all den Partypics und Urlaubsfreuden und das gibt man vielleicht noch nicht einmal gerne vor seinen Freunden zu.

Sitzt sie auch gut, die Maske?

Es gibt da diese gewissen Menschen, die lassen sich irgendwie nicht fassen. Die sind noch extremer als die anderen.

Im Verschleiern, im Maskieren und im Verschlossen-Sein.

Die lassen einen weder teilhaben an ihren Träumen, ihren Begierden, ihren Vorlieben, ihren Sorgen, ihren Ängsten noch an ihren Gefühlen generell. Sie erzählen nichts über ihre Beziehungen, nichts über etwaige Gewichtsprobleme und beschweren sich auch nie übers Älterwerden.
Die sind nach außen hin immer lustig, immer locker, immer gut drauf, gleichzeitig aber extrem empfindlich und sensibel. Denn die müssen ja immer auf der Hut sein, dass ihre Fassade nicht bröckelt. Immer vorsichtig, nichts Falsches zu sagen, nicht zu viel von sich Preis zu geben oder sich gar verletzlich zu zeigen.

Woher kommt diese Angst, authentisch zu sein?

Authentisch zu sein bedeutet für mich auch mal schlechte Laune zu haben! Zuzugeben etwas nicht zu wissen! Manchmal das Wort „Scheiße“ zu benutzen. Oder vielleicht sogar bestimmte Dinge zu hassen. Sowas wollen die Maskenmenschen natürlich tunlichst vermeiden. Hass, negative Gefühle oder Kraftausdrücke gibt es bei denen schlichtweg nicht.

Ihnen scheint meistens die Sonne aus dem Arsch. Zumindest solange man sie nicht kritisiert. Denn das mögen die irgendwie gar nicht, wo doch alles so perfekt in Szene gesetzt ist. Da brechen sie doch glatt mal aus ihrer Rolle aus und entlarven sich durch ihre Wut selbst.

Ein bisschen gruslig ist das schon mit den Maskenmenschen. Und ziemlich unangenehm. Denn neben denen fühlt man sich immer ein wenig minderwertig, wenn einem doch mal das Wort „Scheiße“ herausrutscht oder das eigene Leben mal wieder das reinste Chaos ist. Wenn man nicht weiß, wen man liebt und wenn man es doch weiß, dann eh nur den Falschen. Oder wenn man ganz einfach Probleme hat und einen Freund zu reden braucht.

Mit den Maskenmenschen über Probleme zu reden ist nämlich so eine Sache

Meistens hören sie gar nicht richtig zu, da sie so mit sich selbst beschäftigt sind, dass alles andere keine Chance hat zu ihnen durchzudringen.
Und zum andern geben Sie einem meistens miserable „Ratschläge“. Der Kummer ihrer Mitmenschen, lässt ihr eigenes Leben noch ein kleines bisschen besser dastehen, so dass leicht Schadenfreude aufkommt.

Ein Freund funktioniert für mich so:
„Oh je, was für eine Scheiße, ich weiß genau wie du dich fühlst, denn bei mir war das ganz ähnlich, als …“

Ein Maskenmensch hingegen spricht so:
„Oh nein, du Armer! Da bist du wirklich zu bemitleiden. Bei mir ist das ganz anders!“

Und natürlich, es mag sein, dass nicht jeder die gleichen bescheuerten Chaos-Leben-Probleme hat wie ich, dennoch wünsche ich mir Verständnis, ihr lieben Maskenmenschen und kein geheucheltes Mitleid.

Setzt euch mit dazu in mein Elend und blickt nicht von oben herab

Etwas, dass die Maskenmenschen traurig macht, ist, wenn man sich ihnen nicht anvertraut.
Sie verstehen nicht, das ihre Maske sie total entfremdet. Dass sie selbst der Grund sind, warum man keine Lust verspürt, ihnen überhaupt etwas zu erzählen. Dass sie im Grunde gar keine echten Freundschaften führen können. Denn da gehört es eben dazu, dass man sich echt zeigt, mit all der Scheiße, allen Fehlern und schlechten Gewohnheiten.

Warum zu oft “Ja” sagen, auch zur Maske werden kann

Wenn unser Chef fragt, ob wir noch mehr schaffen können, ein Freund uns bittet, den dritten Tag beim Umzug mitzuhelfen oder wir ein Gespräch mit potentiellen Kunden führen – spielen wir alle in solchen Situationen Theater. Wir schlüpfen in Rollen, erfinden skurrile Ausreden und inszenieren und selbst, so wie wir denken, dass wir bestmöglich dazugehören.

Ist all about Anerkennung!

Grund dafür sind unsere Muster aus der Kindheit, in denen wir vielleicht gelernt haben:

„So wie ich bin, bin ich nicht gut genug.“

Deshalb streben wir vor allem nach den drei Superlativen unserer Zeit:

Attraktivität, Erfolg und Beliebtheit.

So sehr, dass von unserer eigenen Person nicht mehr viel übrig bleibt. Denn die Orientierung an Attraktivität, Erfolg und Beliebtheit sind Orientierungen im Außen. Wir schauen, wie sich die anderen „besseren“ Menschen verhalten und passen uns daran an. Tun nicht die Dinge, die wir tun wollen, sondern die, die man eben so macht oder die, die vielleicht gerade „in“ sind.

So können wir unsere eigene Persönlichkeit wieder ausgraben

Ich glaube, wir merken recht genau, wann wir wieder zum Maskenmenschen mutieren. Wann wir uns unecht und gekünstelt verhalten. Dieses Verhalten gilt es zu reflektieren.

  • In welchen Situationen verstelle ich mich oder lüge ich gar?
  • Welche Situationen sind für mich besonders unangenehm und schambehaftet?
  • Wann bin ich neidisch oder wünsche mir mehr wie mein Gegenüber zu sein?

Die Ehrlichkeit gegenüber anderen fängt mit der Ehrlichkeit gegenüber sich selbst an.

Sich zu fragen: “Wie bin ich eigentlich wirklich?” ist nicht die leichteste Übung.
Dennoch sollte man sich diese Frage immer wieder stellen.

Was mag ich und was mag ich nicht?” ist möglicherweise schon etwas einfacher. Danach ist es an der Zeit, seine Interessen auch zu vertreten. Dem Chef sachlich zu sagen, wenn einem etwas zu viel wird. Den Freunden eine ehrliche Begründung für eine Absage zu liefern, ohne Lügen, ohne anzugreifen, sondern ruhig und bestimmt.

Am Anfang kostet das sicher unglaublich viel Überwindung, aber je öfter du dich dazu zwingst, ehrlich zu sein, desto leichter wird es dir fallen. Dein Verhalten zieht auch eine unglaubliche Erleichterung für deine Mitmenschen nach sich, denn jetzt können auch sie einfach so sein, wie sie sind. Ehrlich, offen, echt.

Sieh dir dazu auch unbedingt Conni Biesalskis wunderschönes Video an: “How to be yourself!”

Warum du die Maske unbedingt fallen lassen solltest

  1. Du ziehst das richtige Umfeld an

    Schluss mit Fake-Freundschaften, auf die wir eigentlich gar keinen Bock haben, Schluss mit miesen Dates und Beziehungen, die nicht zu uns passen. Du bist nur im richtigen Umfeld, wenn dich deine Mitmenschen bedingungslos und ohne Maske lieben! Zudem wirkst du für deine Freunde viel vertrauensvoller, wenn du offen über dich und deine Probleme sprichst. So entstehen echte Freundschaften zwischen Menschen, die sich wirklich kennen, statt nur an der Oberfläche zu kratzen.

  2. Dein Selbstbewusstsein bekommt einen Boost

    Ohne Maske zu leben, stärkt nicht nur die Beziehungen zu unserem Umfeld, sondern vor allem auch die Beziehung zu uns selbst. Denn sich immer zu verstellen bedeutet auch, ein Leben in Unsicherheit zu führen. Unsicher ob man gut genug ist, wenn man sich wirklich zeigt. Unsicher, ob jemand merkt, dass man jemand vorgibt zu sein. Wer eine Maske trägt, will zwar die eigene Unsicherheit verstecken, aber nur wer die Maske ablegt, legt in Wirklichkeit mit ihr auch die Unsicherheit ab.

     

  3. Und das beste: Du kannst endlich du selbst sein!

    Du musst dir keine Gedanken mehr machen, wem etwas nicht passt, wie du dich vor wem verhalten musst und generell kann es dir einfach egal sein, was die anderen von dir denken, denn das erfährst du ja sowieso nicht. Du kannst endlich anfangen, ein Mensch zu sein mit Ecken und Kanten, Fehlern und Problemen und sogar Bad-Hair-Days. Hört sich ziemlich entspannt an, oder?

Hier noch zwei tolle Bücher, wenn du weiter in das Thema einsteigen willst <3

 

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