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Wieso ich als Freelancer gerade im Hamsterrad arbeite und das erstmal (!) okay ist

Freelancer Gehalt Verdienst Stundensatz

Palmen, Blick aufs Meer, Sand unter den Füßen und den Laptop auf dem Schoß in der Hängematte. So hab ich mir das irgendwie vorgestellt, als ich beschloss, Freelancer zu werden! Oh, was war ich naiv.

Abgesehen davon, dass ich bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke überhaupt nicht arbeiten kann, sondern nur draußen am Meer sein möchte, hat mich das Digitale Nomadenleben nicht wirklich überzeugt. Meiner Meinung nach ist es extrem schwierig als Freelancer gut bezahlte (!) Jobs zu bekommen, die man komplett remote machen kann. Es sei denn, man ist Programmierer oder macht eine Dienstleistung, bei der es wirklich nicht darauf ankommt, physisch vor Ort beim Kunden zu sitzen. 

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Freelancer Gehalt: 2017 und mein Job als Virtuelle Assistentin

Meine ersten Kunden waren alle remote. Es war das Jahr 2017 und ich begann gerade damit, meine Selbstständigkeit aufzubauen. Ich bot meine Dienste als Virtuelle Assistentin an.

Wie die Worte schon verraten: Virtuell klingt gut – keine Anwesenheit vor Ort beim Kunden nötig. Assistentin klingt eher semi gut, es bedeutet „von allem ein bisschen“ und unterbezahlt.

Ich traue es mich kaum noch zu sagen, aber mein Freelancer-Gehalt betrug anfangs tatsächlich nur 10 Euro pro Stunde. Wenn man bedenkt, dass davon Krankenkasse, Altersvorsorge und Ausfallzeiten wie Urlaub oder Krankheit mitbezahlt werden sollte, ein Horror-Stundensatz. 

Insgesamt habe ich im Jahr 2017 läppische 12.000€ als Freelancer verdient (ich war zum Glück noch in meinem alten Studentenjob auf Teilzeit angestellt.) Man muss kein Mathematiker sein, um sich auszurechnen, dass ich für diese Summe sogar richtig viel gearbeitet habe. So konnte das nicht weitergehen, neue Preise mussten her! 

Freelancer Gehalt: 2018 – Jobs in Redaktionen und Agenturen

2018 fing ich an, für Redaktionen und Agenturen zu arbeiten. Vor allem Agenturen haben den Vorteil, dass sie ihre eigenen teils großen Kunden haben, für die man spannende Projekte übernehmen darf. Man arbeitet quasi für die Big Player und muss sich keine Sorgen um Akquise machen. Das Problem ist nur, die Agenturen wollen einen meistens vor Ort im Büro sitzen haben und man selbst bekommt natürlich nur einen Bruchteil des Geldes, das der Kunde der Agentur für den Auftrag zahlt. Dennoch habe ich 2018 meinen Umsatz vom Vorjahr verdoppelt und kündigte endlich meinen Nebenjob. 

Für Redaktionen im Bereich Journalismus zu arbeiten, macht zwar Spaß, ist jedoch als Freelancer (und vermutlich auch als Angestellter) ziemlich unlukrativ. Als Freiberufler macht das langfristig leider kaum Sinn.

2019: Endlich spezialisiert und ein akzeptabler Umsatz

Erst 2019 spezialisierte ich mich konkret auf SEO und richtete meine Website sowie meinen Xing und LinkedIn-Account darauf aus. Früher hatte ich Angst, „zu wenig“ für potenzielle Kunden anzubieten und die unterschiedlichsten Dienstleistungen im Portfolio: Produktbeschreibungen, Bewerbungsanschreiben, Lektorat etc …

Seit ich auf EINE einzige Sache spezialisiert bin, bekomme ich ca. dreimal so viele Jobanfragen und werde auch 3fach so gut dafür bezahlt!

Nun kamen nicht nur Agenturen auf mich zu, sondern auch Jobhunter und Recruiter, im Auftrag von namhaften Kunden. Meinen Umsatz von 2018 habe ich wieder verdoppelt, während sich gleichzeitig meine Arbeitszeit halbiert hat (Hallo, 3-Tage-Woche, nice to meet you).

2020: Von 10€ die Stunde zu 100.000 Euro Jahresumsatz?

Wir schreiben jetzt das Jahr 2020 und ich habe erneut eine Management-Position bei einem sehr großen Kunden an Land gezogen. Beziehungsweise bin an Land gezogen worden, was auch finanziell einen großen Unterschied macht! Wie das geht verrate ich demnächst in meiner Mini-Serie „Wie du Kunden gewinnst, die wirklich Umsatz bringen!“.

Der Nachteil daran: Zusätzlich zu meinen bestehenden Kunden, hat sich dadurch meine Arbeitszeit verdoppelt und aus meiner gemütlichen 3-Tage-Woche wird die nächsten Monate eine 40-Stunden-Woche.

Der Vorteil daran: Mein Umsatzziel dieses Jahr liegt bei 100.000 Euro und ich bin mir relativ sicher, das auch erreichen zu können! Hätte man mir das vor drei Jahren mit meinen 10-Euro-Kunden gesagt, hätte ich laut gelacht.

Dabei ist es gar nicht so schwer!

Eine kleine Rechnung:

100.000 Euro Umsatz im Jahr, sind 8333 Euro pro Monat, die erreicht werden müssen. Bei einem Tagessatz von 400-500 Euro (was im Grunde ein völlig berechtigter, eher mittelmässiger Tagessatz ist, vor dem manche Auftraggeber aber schon zurückschrecken) – kein Problem. 

Freelancer Gehalt – es gibt eine Obergrenze!

Doch ein Problem gibt es schon, denn langsam ist die Höhe des Tagessatzes ausgeschöpft. Vielleicht gehen sogar noch 600-700 Euro, dann wird es jedoch schon schwierig, bei einem regelmäßigen Auftraggeber, der einen beispielsweise zwei Tage pro Woche bucht. Ich spreche hier vom Freelancer Gehalt im Bereich Text. In der IT-Branche, sind natürlich nochmal andere Summen drinnen. 

Doch egal in welcher Branche, irgendwann ist immer der maximale Stundensatz erreicht und mehr wie 5-6 Tage pro Woche kann man als Freelancer alleine nicht arbeiten.

Das ist auch das Hamsterrad-Problem: Wer mit rund 400€ Tagessatz die 100k erreichen möchte, muss im Schnitt fünf Tage pro Woche arbeiten. 9to5, acht Stunden am Tag, 40-Stunden-Woche. Doch das war ja eigentlich genau das, was wir als Freelancer vermeiden wollten – ihr erinnert euch: Strand, Sand, Cocktails. 

Wie gehts dann also weiter?

  1. Entweder man erklärt sich bereit, fünf Tage pro Woche zu arbeiten und schafft es als Freelancer möglicherweise auf die rund 100k Umsatz pro Jahr, was mehr ist, als 98 Prozent der Deutschen verdienen
  2. Man gibt sich mit weniger Geld zufrieden und genießt mehr Freizeit. Geld ist nicht alles – ABER, unsere Generation wird es im Alter dank demografischem Wandel eh schon schwer genug haben, weshalb ich persönlich nicht „gemütlich“ vor mich hinarbeiten möchte, bis ich irgendwann mal nicht mehr kann. 
  3. Leute einstellen und sich „größer“ aufstellen – weg vom 1-Mann/Frau-Unternehmen. Bald kommt mein nächster Blogbeitrag: 5 Gründe, warum du als Freelancer eine Agentur gründen solltest (und einen, warum nicht).

Ich beginne die erste Hälfte des Jahres also mit Punkt 1, dem Hamsterrad-Dasein (es klingt negativ, aber ich bin sehr, sehr dankbar für meine vielen Aufträge!) und genieße die Vorteile

  • Spannende, große Kunden
  • Gute Bezahlung
  • Viele neue Einblicke und Steigerung meiner Berufserfahung
  • Tolle Referenzen

Langfristig lohnt es sich als Freelancer, eine Agentur zu gründen

Die Gründung meiner eigenen Agentur, steht aber dieses Jahr definitiv in den Startlöchern. Weg vom Freelancer, hin zur Unternehmerin. Als Angestellte, hätte ich niemals so viel erlebt und niemals so gut verdient. Und das, obwohl ich anfangs sehr klein angefangen habe!

Interessierst du dich auch dafür Freelancer zu werden, traust dich aber noch nicht richtig? Ich unterstütze dich! In meinem Freelancer-Kurs biete ich neuerdings ein ganz persönliches Skype-Coaching an. So kannst du mir nach dem Kurs alle offenen Fragen auf deine persönliche Situation stellen! Ich freue mich, wenn du dabei bist. 

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