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Fang an zu leben – das Ding mit der Komfortzone!

Komfortzone verlassen

„Hilfe!“, „Was mache ich da überhaupt?“, „Spinne ich jetzt total?“ Diese Fragen gehen mir durch den Kopf als ich mit schweißnassen Händen und flauem Magen am Flughafen-Gate stehe vor meinem 18 Stunden Flug nach Thailand. Alleine. Ein Hotel hatte ich gerade mal für die erste Nacht gebucht und ansonsten keinen Plan, wohin ich wollte und was passieren würde.

Die pure Freiheit also. Meine Vorfreude und meine Angst wechselten sich im minutentakt ab. So kurz vor Abflug jedoch überwogen meine Zweifel haushoch. „Daheim ist es jetzt auch nicht mehr so kalt und auch gemütlich.“,  „Vielleicht hat ja nächstes Jahr wieder jemand Zeit, mit mir zusammen zu reisen.“, „Was ist wenn ich niemanden kennenlerne, ich beklaut werde oder krank?“ Zweifel über Sorgen über Ängste. Ich stieg trotzdem in das Flugzeug. Und 18 Stunden später nach einem Zwischenstopp in Peking wieder aus. Mit immer noch schweißnassen Händen auf einem völlig überfüllten Flughafen in der chaotischsten Stadt der Welt: Bangkok.

Es folgten vier Wochen voller Abenteuer, inspirierender Gespräche und unvergesslicher Momente. Ich bin so dankbar für die Menschen, die ich kennengelernt habe, für die Erfahrungen, die ich gemacht habe und vor allem für das Selbstvertrauen, das ich gewonnen habe. Das Vertrauen in mich selbst, in meine Fähigkeiten, darin, dass ich zurecht kommen werde, egal was passiert, oder wer mich verlässt.

Die Komfortzone – ein gemütlicher Ort

Die Komfortzone ist ein gemütlicher Ort. Ich war lange darin gesessen, gemütlich eingepackt mit Wolldecke und einer Tafel Schokolade auf der Couch, Netflix schauend. Ein bisschen studieren, ein bisschen Freunde treffen, ein bisschen Spaß haben.

Es war okay dort, heimelig, vertraut und angenehm. ABER: ich stand still. Und ich wollte nicht still stehen. Ich wollte machen, ich wollte Veränderung, ich wollte Wachstum, raus aus meinen alten Gewohnheiten.

Also musste ich raus.

Komfortzone erweitern

Warum wir die Komfortzone so ungern verlassen

  • Es ist unangenehm und anstrengend
    Wenn wir die Komfortzone verlassen, müssen wir handeln. Etwas aktiv machen, was meistens Kraft erfordert oder zumindest Überwindung.
  • Wir haben Angst vor dem Scheitern
    Die Komfortzone zu verlassen, heißt, etwas Neues wagen! Die Crux dabei etwas Neues zu wagen, ist, nicht zu wissen, wie es ausgeht. Ungewissheit aber macht uns Angst.

Warum wir es trotzdem tun sollten

  • Dein Leben fühlt sich lebendig an
    „Eine Neue Liebe ist wie ein neues Leben.“ lalalalalalalala
    Der Sprung aus der Komfortzone auch 😉
    Denn dann lernst du, dein Leben zu lieben!
    Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern. Konfuzius
  • Du erlangst Selbstvertrauen
    Du merkst, dass du mit allem fertig wirst und zwar JETZT, nicht erst, wenn du denkst, du bist bereit dafür. Zudem beginnst du Entscheidungen zu treffen. Du lernst dich selbst besser kennen, findest heraus, was du willst, deine Ziele und Werte und gewinnst Vertrauen in das Einschätzen deiner Fähigkeiten.
  • Du überwindest deine Ängste 
    Im Nachhinein stellst du jedes Mal fest: Es war gar nicht so schlimm!
  • Du entwickelst dich enorm weiter
    Wachstum und Entwicklung erreichen wir nur durch NEUE Herausforderungen und Aufgaben. Das gilt beruflich als auch privat. Du lernst, lernst, lernst und erweiterst deinen Horizont, das lässt dich auch als Person reifen. Deinen persönlichen selbsterlebten Erfahrungsschatz kann dir keiner mehr nehmen. Als 80-jähriger erinnerst du dich nicht mehr an deinen schönsten Fernsehtag, aber ganz sicher an den Tandemsprung aus dem Flugzeug. 
  • Du erreichst Zufriedenheit
    Während des Verlassens der Komfortzone wirst du immer etwas erleben. Dadurch, dass du schon so viel im Leben gesehen, gefühlt und erfahren hast, wird es in deinem Inneren gleichzeitig immer ruhiger. Du suchst nicht mehr, du bist weniger getrieben, alle Schätze dieser Welt liegen in dir. Eine große Zufriedenheit breitet sich aus, die dich vor Drama, Jammern und Leid schützen wird.

Die Parabel vom Boiling Frog

Setzt man einen Frosch in einen brodelnden Topf mit Wasser, so hüpft er umgehend aus Schreck vor der Hitze wieder heraus. Sitzt der Frosch jedoch in einem kalten Topf, der langsam erhitzt wird, merkt er nicht, wie heiß es wird, bis es zu spät ist und er im Topf verbrüht.

Übertragen auf den Menschen lässt sich diese (erfundene) Parabel so deuten: Wird eine Situation für uns schleichend unangenehm, etwa eine Beziehung oder der Job, so verharren wir so lange untätig, bis es zu spät ist und alles in die Brüche geht. Wir bleiben lieber unglücklich in der gewohnten Lage, als dass wir einen beherzten Sprung ins Ungewisse wagen.

So schaffen wir es raus aus der Komfortzone

  1. Worst- & Best-Case-Szenario 
    Was könnte im schlimmsten Fall passieren – wenn du diese Reise machst, wenn du deinen Job hinschmeißt, wenn du jemanden zeigst, dass du ihn gerne hast? Ist es wirklich so schlimm, dass es sich nicht lohnt, es zu versuchen? Und jetzt viel schöner, umgekehrt: Was würde im besten Fall eintreffen? Du kommst mit tollen Geschichten zurück und hast die Zeit deines Lebens. Findest mit großer Wahrscheinlichkeit einen Job, der besser zu dir passt und du mit Freude zur Arbeit gehst. Du hast den ersten Schritt gemacht und kannst stolz auf dich sein!
  2. Mach eine Bucketlist
    Dinge, die du bis 75 gemacht haben willst. Nimm dir Monat für Monat etwas vor. Für die größeren Dinge auch Jahr für Jahr. Hauptsache machen.
  3. Plane Monat für Monat
    Menschen überschätzen, was sie an einem Tag schaffen können und unterschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können.

    Seit einiger Zeit versuche ich nun in Wochen und Monatsschritten, mir bestimmte Aufgaben zu setzen. Letzter Monat war mein Ziel, meine Website als Texterin fertig zu bringen, dieser  Monat ist es, ein Freebie für diesen Blog zu erstellen. Auch wenn die Dinge langsam voran gehen – immerhin gehen sie voran. Sich zu viele Aufgaben an einem Tag zu setzen, frustriert, wähle lieber Zwischenziele. Die Pomodoro-Technik hilft mir ungemein beim Erreichen meiner Tagesziele.
  4. Committe dich
    Erzähle Freunden und deiner Familie davon, was du machen möchtest, um deine Komfortzone zu verlassen. Vernetze dich mit Menschen in Facebookgruppen. Umso größer der Druck, umso höher die Motivation, tatsächlich ins Handeln zu kommen.
  5.  Verändere etwas in deiner Tagesroutine
    Fang klein an, aber fang an! Raus aus der Komfortzone bedeutet immer, das Gewohnte zu verändern. Das kann der Weg zur Arbeit sein als auch eine neue Sportart. Mal wieder einen alten Freund anzurufen und treffen oder neue Menschen auf Seminaren und Veranstaltungen kennenzulernen. Was auch immer du veränderst oder Neues ausprobierst, es bereichert deinen Erfahrungsschatz und bringt dich im Leben weiter.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Entscheidung: Neues Leben“ von Susi Bayer. Dort gibt es viele spannende Artikel zum Thema #EntscheidungNeuesLeben.

15 Tipps, wie du schneller bessere Entscheidungen triffst

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20 Kommentare

  1. Liebe Ronja,
    vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Ich bin natürlich ganz besonders froh, dass du deine Komfortzone verlassen hast und nach Thailand geflogen bist. Sonst hätten wir uns nicht kennengelernt und ich hätte den Job bei enida nicht. Ein zusätzlicher Punkt, warum du deine Komfortzone verlassen solltest, ist also noch: Weil du dadurch das Leben anderer positiv beeinflussen kannst!
    Bis bald auf der DNX
    Susi

    Antworten

    • Liebe Susi,

      Toller Punkt, über den ich so noch gar nicht nachgedacht habe! Absolut richtig!

      Danke dafür und bis ganz bald <3

      Antworten

  2. Liebe Ronja,
    du hast ganz viele wunderbare Tipps! Ich frage mich, ob es wirklich nur die Ängste vor dem Scheitern sind, oder ob die sich nicht auch auf einiges mehr beziehen könnten. Schwierig wird es meiner Meinung nach, wenn es viele diffuse Ängste und Glaubenssätze gibt, die uns von einem bestimmten Schritt abhalten wollen. Dann kostet das ganze eine Menge Arbeit. Aber bei vielen ist es sicher einfach nur die Bequemlichkeit… Und ja, du hast Recht, wenn man es einfach mal tut, kommt immer die Erkenntnis, es ist eigentlich ganz leicht, wovor hatte ich denn Angst??? (-;
    Liebe Grüße!

    Antworten

    • “Wovor hatte ich denn Angst???” Sehr treffend! So fühle ich beinahe jedes Mal, wenn ich etwas Neues ausprobiert habe. Und natürlich, unsere Glaubenssätze stehen uns ganz oft im Weg! Viele liebe Grüße

      Antworten

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  6. Liebe Ronja,
    bin durch Deinen Gastbeitrag bei Conni auf Deinen Blog gestolpert und lese mich gerade durch Deine Artikel.

    Da ich es mir zur Zeit zum Projekt gemacht habe mit Kuchen in meiner Nachbarschaft zu Klingeln und dadurch einige Sprünge über den Rand meiner Komfortzone wage, drängt es mich gerade auch hier einen Kommentar zu hinterlassen.

    Monat für Monat scheint ein gutes Rezept für die Umsetzung von Ideen zu sein. Ich versuche mich seit einigen Monaten mit kreativen 5-Wochen-Projekten und habe dadurch tatsächlich schon viel mehr geschafft, als ich je für möglich gehalten hätte.

    Die Bucketlist werde ich mir gleich mal anschauen. Thema Committen in der Öffentlichkeit fällt mir leichter, seit ich mit Kuchen bei meinen Nachbarn vor der Tür stehe… Vielleicht magst Du das ja auch mal ausprobieren.

    Freue mich jedenfalls zukünftig noch mehr von Dir zu Lesen 🙂

    Liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten

    • Hi Sandra,

      haha wie geil! Auf dem Dorf wo ich aufgewachsen bin, ginge das vielleicht, in einer Großstadt wie München, glaube ich, wären die Leute doch sehr skeptisch. Aber geile Idee, um aus der Komfortzone zu kommen. das mit den kreativen 5-Wochen-Projekten finde ich richtig super, das will ich auf jeden Fall auch ausprobieren. Danke für deinen tollen Kommentar! Freue mich, wieder von dir zu hören.

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

      • Hi Ronja,
        ja es ist sehr spannend und ausprobieren kann man es überall. Ich klingle aktuell sogar bei meinen Nachbarn in München. Geht 🙂
        Sag Bescheid, wenn Du mal eine Idee für ein kreatives 5-Wochen-Projekt findest. Freue mich auch auf gemeinsame Projekte.
        Liebe Grüße und bis Bald,
        Sandra

        Antworten

  7. eine weise Frau hat mal gesagt, “alle Dinge, von denen Du sagst, Du würdest das nie tun, das sind die Dinge, wo deine größten Talente liegen und in dene deine Größte Kraft verborgen ist …” – um den Schatz zu bergen musst du wohl zwangsläufig die Komfortzone verlassen  
    DANKE Ronja, dass du´s auf den Punkt bringst …

    Antworten

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