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5 Gründe, warum ich nicht mehr gerne Anfang 20 wäre

Älterwerden

Vor zehn Tagen war er mal wieder da, pünktlich wie jedes Jahr, bei strahlendem Sonnenschein, so als wäre nichts – mein Geburtstag.

29 bin ich geworden. Einfach so. Das letzte Jahr ist wie üblich vorüber gerast und plötzlich bin ich eine Frau, die auf die 30 zugeht. Mit ganz großen Schritten.

Während meine Freundinnen oft schimpfen, nicht mehr älter werden zu wollen und große Angst vor der 30 haben, andere sehnsüchtig auf die Zeit mit Mitte/Anfang 20 zurückblicken, habe ich irgendwie gerade gar kein Problem damit, 29 zu sein.

Im Gegenteil, ich bin sogar froh darum.

Denn zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich einigermaßen (Spielraum nach oben gibt es natürlich immer) ausgeglichen. Seit ein paar Monaten hat sich bei mir nämlich ein ganz neues Gefühl eingeschlichen: Zufriedenheit! Und zwar mit mir selbst als Mensch (jedenfalls die meiste Zeit).

Woher kommt dieses Gefühl plötzlich?

5 Dinge, die am Älterwerden gut sind

1. Ich habe beruflich keine Angst mehr

Wie sehr habe ich mich doch gesträubt mit dem Studieren fertig zu werden. So sehr, dass ich ganze sieben Jahre lang an der Uni eingeschrieben war. Und immer noch vermisse ich die Zeit, in der ich irgendwann nachmittags in den Hörsaal eintrudelte und Wissen aufsaugte, dass ich sehr wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben brauchen werde, mir jedoch Zugang zu anderen Welten verschafft hat. Doch nicht nur der Geruch jahrzehntealter Bücher, die wunderschöne Sprache und die süße Freiheitszeit zwischen Schule und Beruf haben mich so lange an der Uni gehalten, sondern auch die Angst.

Die Angst vor dem großen Elefanten: Was kommt danach?!

Ich wollte nämlich unter gar keinen Umständen in einen 9to5-Job einsteigen. Egal in welcher Branche!

Als ich die Semester nicht mehr weiter hinauszögern konnte und meine Masterarbeit abgeben musste, hab ichs also einfach gewagt. Den direkten Sprung in die Selbstständigkeit.

Mittlerweile finanziere ich mir als Freelancerin meinen Lebensunterhalt und das sogar nicht mal schlecht. Angst vor wenig Jobaufträgen habe ich keine mehr. Denn das Leben hat mir gezeigt, es öffnen sich IMMER Türen, für den, der mutig ist. Als Freelancer habe ich meine Auftragslage selbst in der Hand und fühle mich damit so frei, wie noch zu Unizeiten. Falls das auch was für dich sein könnte, schau doch mal hier vorbei: Freelancer werden.

Älter sein

2. Ich weiß, welche Freundschaften mir gut tun

Freundschaften sind mir das Wichtigste im Leben. Denn kein Gefühl der Welt ist besser, als mit Menschen, die man liebt, Zeit zu verbringen. Zusammen lachen zu können, Spaß zu haben, zu wissen, sich immer auf den andern verlassen zu können.

Umso älter ich werde, umso wichtiger werden mir meine Freundschaften. Dennoch ist es so, dass man mit manchen Menschen nur gewisse Lebensabschnitte teilt. Mit den Jahren entwickelt man sich einfach zu sehr auseinander, als dass es sich noch lohnt festzuhalten. Bei manchen Freunden merkt man aber vielleicht auch schon lange, dass sie einen mehr Kraft kosten als Energie geben. Solche Freundschaften möchte ich nicht mehr in meinem Leben.

Deshalb verbringt mein Älteres Ich auch nur noch Zeit mit Menschen, die mir wirklich wichtig sind und denen ich wirklich wichtig bin, alle anderen Freundschaften habe ich losgelassen, auch wenn das nicht ganz so einfach ist, wie es vielleicht klingt.

3. Ich weiß, welche Männer mir gefallen

Komischerweise ziehen mich die letzen Jahre immer Männer an, die vor allem einen Punkt gemeinsam haben: Sie sind selbstständig.

So attraktiv ich das finde, so anstrengend kann das auch sein.

Wie man es schafft, nicht immer wieder in die gleichen Muster zu verfallen, die einen auf lange Sicht gesehen noch nie besonders glücklich gemacht haben, weiß ich zwar noch nicht. Jedoch ist Einsicht der beste Weg zur Besserung. Heute verlasse ich mich deshalb auf mein Gefühl. Wenn es nicht von Anfang an – einfach, locker und ohne Anstrengung läuft – lasse ich es einfach bleiben. Ich lasse mich auf keine Spielchen mehr ein und treffe mich mit niemanden ein zweites Mal, der mir nicht gut tut.

4. Ich habe kein Problem mehr mit meinem Gewicht

Während mein 20-jähriges-Ich eine Brigitte-Diät nach der andern mitgemacht hat, nur um danach dank Jojo-Effekt fünf Kilo schwerer zu sein, ist mein Ende-20-jähriges-Ich in Bezug auf Essen endlich tiefenentspannt.

Ich habe mich nämlich damit abgefunden, dass mein Normalgewicht zwischen Normalo-mit-Speckröllchen liegt und lebe jetzt ganz einfach damit. Und das sogar ziemlich gut, denn endlich kann ich essen, was mir schmeckt.

Ich verbiete mir nichts mehr und habe seitdem auch keine Fressanfälle mehr, die mein Anfang-20-jähriges-Ich über Jahre hinweg geplagt haben. Das tut nicht nur meiner Seele unheimlich gut, sondern sogar auch meiner Figur!

Älter werden

5. Ich habe gelernt, dass Loslassen nichts Schlimmes ist

In den letzten Jahren habe ich viele Dinge und Menschen verloren, die mir etwas bedeutet haben oder Gegebenheiten, auf die ich dachte, mich stets verlassen zu können. Menschen, die ich geliebt habe, meine Traumwohnung, den ein oder anderen tollen Kunden.

Heute weiß ich: Nichts ist sicher! Gar nichts!

Ich versuche weniger Kram anzuhäufen und weiß, dass ich auch überleben werde, wenn mein Vermeiter Eigenbedarf anmeldet oder wenn Menschen mich verlassen oder ich sie. Das Leben ist einfach stets im Wandel.

Fazit

Die Frage aller Fragen der Generation Y: Was will ich machen? Wie kann ich herausfinden, was ich wirklich will im Leben?

Ich habe festgestellt: Sie bleibt unbeantwortet.

Es gibt zwar grobe Richtungen, von Sachen die man gut findet, aber einen Masterplan für das Leben – den gibt es eben nicht! Und das ist auch völlig in Ordnung, denn so bleibt das Leben spannend, aufregend und voller Überraschungen.

Wer weiß schon, was ihm in fünf Jahren Spaß macht oder in zehn. Warum immer festlegen auf ein Studium, einen Job oder einen Wohnort? Warum nicht einfach offen bleiben?

Wie geht es dir mit dem Älterwerden? Würdest du am liebsten die Zeit sofort anhalten oder freust du dich auf die Erfahrungen, die du während des Älterwerdens machen wirst? Teile deine Sicht der Dinge in den Kommentaren.

Deine Ronja

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2 Kommentare

  1. Hey Ronja!
    Richtig toller Beitrag! Passt auch grad wie die Faust aufs Auge zu meiner Situation. Ich bin auch froh dass ich bereits 26 bin und nicht mehr Anfang 20. Befinde mich gerade in einem kompletten Lebenswandel und kanns super nachvollziehen, wie es ist, wenn man sich von seinen Alten Freunden (die eigentlich alle super nett und sau cool sind) den Rücken kehren muss, weil man gemerkt hat, dass das Leben noch etwas besseres mit einem vorhat außer ständig Bier zu trinken und auf Partys zu gehen. Dafür freue ich mich total auf das, was noch kommen wird! 🙂
    Mir taugts auch total, dass du dir deine Zukunft offen hältst und dich einfach überraschen lässt, was noch so kommt. Jedoch glaube ich, dass jeder seinen eigenen persönlichen Sinn des Lebens in sich trägt, den es nur zu erkennen gilt. Das muss auch gar nichts riesengroßes sein. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich es genieße einfach nur pro Tag mindestens 1 Person zum lächeln zu bringen. Das habe ich von meiner Mutter geerbt und mache es schon fast mein Leben lang ohne es davor bewusst gemerkt zu haben. Erst seit ich kürzlich auf dem Seminar von Christian Bischoff war ist mir das so klar geworden.

    Auf jeden Fall feiere ich deinen Blog total und freue mich schon auf neue Posts!

    Hau rein & einen schönen Abend,

    Michael

    Antworten

    • Hi lieber Michael,

      danke dir für deinen lieben Kommentar! Das freut und motiviert mich sehr. Das mit dem Zum-Lächeln-bringen hast du damit bei mir geschafft 🙂
      Und überhaupt – was für ein wunderbarer Lebenssinn. Schön, dass du es so vormachst.

      Ganz liebe Grüße
      Ronja

      Antworten

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