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30 werden – Warum eine Zahl solchen Druck auslöst

30 werden

Irgendwie behaupten die Leute im Internet ja alle, dass 30 werden etwas Tolles sei. Spätestens dann hätte man sich endlich gefunden. Was auch immer das heißt, ich bin schon froh, wenn ich abends meine Brille finde. 

Spätestens dann wüsste man, was man vom Leben will. Ich wiederum bin froh, wenn ich mich zwischen Pizza und Nudeln entscheiden kann. 

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Spätestens dann würde man auf die Meinung anderer nichts mehr geben, wüsste seinen Wert zu schätzen und hätte sein Leben fest im Griff. Naja, geht so … 

„Ich bin fast 30, ich weiß schon was ich tue!“ antwortete ich die letzten Jahre jedes Mal meiner Mutter, wenn sie mir wegen irgendetwas auf die Nerven ging. 

Wohlwissend, dass das eigentlich gar nicht stimmte. Denn nur weil ich jetzt 30 bin, bin ich ja trotzdem noch derselbe (unentschlossene) Mensch. (Und sowieso immer noch ihr Kind)

Natürlich hat 30 werden ein paar wertvolle Vorteile gegenüber den 20ern – keine Diäten mehr, besseres Einkommen, größere Wohnung – doch was verändert sich eigentlich wirklich?

Der 30te Geburtstag – Die Wochen davor 

Ich muss es zugeben: Der 30te Geburtstag hat mich die Wochen zuvor tatsächlich mehr mitgenommen, als ich zugeben will. 30 – das klingt so endgültig. So erwachsen und so als müsste man spätestens jetzt alles richtig entscheiden, da die Uhr „tickt”. Tik Tok. 

Unbehaglich sah ich im TV, wie Barney Stinson Frauen über 30 verabscheut, blicke in erstaunte Augen, wenn ich im Club die Frage, wie alt ich bin, beantworte und sowieso – plötzlich sind alle viel jünger als ich. 

Na gut, ganz so schlimm ist es vermutlich nicht 30 zu werden, aber dennoch merke ich merkwürdige neue Verhaltenszüge an mir.

30 werden bringt neue Wesenszüge ans Tageslicht

Ich google Sachen wie: „Wie lange ist man als Frau fruchtbar“ und „Kinderwunsch mit Mitte 30”, obwohl ich die erste bin, die bei Babygeschrei alle Fenster schließt und Mütter in Cafés eher bemitleidet anstatt beneidet. 

Ich mache mir Sorgen um meine knacksenden Knie, obwohl die das schon immer machen.

Und am schlimmsten: Ich frage mich bei allem, ist dass jetzt DER Job, den ich machen, DER Mann, mit dem ich zusammen bleiben will, DER Ort an dem ich leben will, so als müsste ich das alles JETZT in Stein meißeln und als würde ich ab 30 jegliche Entscheidungsfähigkeiten verlieren …

Irgendwie stimmt das ja auch, denn mit 30 wiegt jede Entscheidung gefühlt doppelt so schwer!

Jetzt – drei Monate nach dem 30ten habe ich mir geschworen: Schluss mit dem Stress.

30 werden

30 werden – Der schwierige Abschied der 20er

Der einzige Grund, warum es für mich schwer war, 30 zu werden, ist ein ziemlich positiver. Ich habe meine 20er GELIEBT. Das bedeutet im Umkehrschluss einfach nur: Ich liebe mein Leben. Ich habe es geliebt zu studieren, ich habe es geliebt zu feiern und die Wochenenden mit meinen (kinderlosen) Freundinnen am See zu verbringen, ich habe es geliebt meine erste eigene Wohnung einzurichten, ich habe es geliebt, mich immer wieder neu auszurichten, neues auszuprobieren, mutig zu sein und Erfahrungen zu machen.

Die 20er bedeuten für mich Freiheit, jung sein, Spaß haben, schön sein, mutig sein, ausprobieren, leben. 

Die 30er hingegen verknüpfe ich mit mir unangenehmen Sachen: Entscheidungen treffen, festlegen, ruhig werden, altern, niederlassen, Verluste in der Familie.

Doch 30 zu werden bringt viele Dinge mit, die ich unter keinen Umständen mehr missen möchte.

6 Vorteile am 30 werden

Beruflicher Erfolg

Während die 20 geprägt waren, von Fragen á la „Was soll nach dem Studium eigentlich aus mir werden?“ haben die meisten mit 30 so langsam im Berufsleben Fuß gefasst. Keine Zeit ist besser, Dinge anzustoßen, Träume zu verwirklichen und beruflich wirklich durchzustarten. Denn noch ist man in der wunderbaren Zeitspanne zwischen jung und dynamisch, gleichzeitig aber auch erfahren und seriös. Die Zeit, immer wieder hinzuschmeißen ist vorbei, jetzt gilt es, die nächsten 10 Jahre lang zu MACHEN.

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Man wird ernst genommen

Als Frau ernst genommen zu werden, ist oftmals schon schwierig genug. Als junge Frau ernst genommen zu werden, beinahe unmöglich. „Was will die denn? Von der lass ich mir nichts sagen!“ In männerdominierenden Berufen spürt man die belächelnden Blicke und Gedanken förmlich, wenn Frau erfolgreich werden will. Mit 30 wird Frau das aber endlich egal!

Man kennt sich selbst besser

So doof es klingt, aber mit 30 beginnt man sich langsam zu kennen. Die neurotischen Züge sind mittlerweile so eingeprägt, dass man seine Mitmenschen vorwarnen kann. Ob die dann damit Leben können, müssen sie selbst entscheiden. Wir können es mit 30 jedenfalls ganz gut. 

Freundschaften fürs Leben

Wenn es die Freundschaften durch die wilden 20er und vielleicht sogar schon gemeinsam durch die Pupertät geschafft haben, dann überstehen sie sicher auch die nächsten Lebensjahrzehnte.

Tiefere Beziehungen und spannender Gespräche

Was war einem eigentlich mit Anfang 20 wichtig an einem Partner? Richtig, nicht viel! Man war froh, wenn man einen hatte. Mit 30 hingegen weiß man in Sachen Beziehung (nach dem ein oder anderem Fail der letzten Jahre) jedenfalls genau, was man will. Das machts vielleicht nicht gerade leichter, aber auf jeden Fall spannender. So auch bei Dates, bei denen man inzwischen über tiefgründigeres quatschen kann, als über die nächste Asien-Reise.

Man hat nicht ständig das Gefühl irgendetwas zu verpassen

Freitag Abend auf der Couch, ganz ohne schlechtes Gewissen? Willkommen in den 30ern. Spätestens ab diesem Lebensjahrzehnt hat sich die FOMO (Fear of missing out) zumindest in der Wochenendplanung verabschiedet.

Fazit: 30 werden und Single = Worst Case Szenario?

Als ich anfing diesen Artikel zu schreiben, dachte ich mir, vielleicht spinne ich auch. Vielleicht ist das Wort „Druck“ um einen Geburtstag übertrieben, bis kürzlich ein Vogue-Interview mit Emma Watson erschien, auf dem selbst sie – als so erfolgreiche Frau – genau, diesen beschreibt:

 “I was like, ‘Why does everyone make such a big fuss about turning 30? This is not a big deal…’” she shares. “Cut to 29, and I’m like, ‘Oh my God, I feel so stressed and anxious. And I realise it’s because there is suddenly this bloody influx of subliminal messaging around. If you have not built a home, if you do not have a husband, if you do not have a baby, and you are turning 30, and you’re not in some incredibly secure, stable place in your career, or you’re still figuring things out… There’s just this incredible amount of anxiety.”

Emma Watson

Als ultimativen Single-Tipp für blöde Sprüche nennt sie übrigens, nun „Self-Partnered“ – also in einer Beziehung mit sich selbst – zu sein. Wunderbar!

Kennst du den Druck, um den 30ten Geburtstag herum? Hast du Tipps, wie man am besten damit umgehen kann? Schreibs in die Kommentare.

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