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Zuerst du, dann die anderen! Warum wir mehr Selbstfürsorge im Alltag brauchen

Selbstfürsorge

Wenn ich an das letzte Jahr denke, dann denke ich an einen Haufen Arbeit, Unmengen an Stress, wenig Pausen und kaum freie Zeit. Seminararbeiten, Praktika, Probleme, Nebenjobs, zwei Umzüge und lediglich eine viel zu kurze Turbowoche Urlaub am Mittelmeer. Ich habe mein Studium abgeschlossen und nebenher begonnen zu freelancen. Ich hatte einfach niemals Zeit für mich! Den Sommer über war ich viel zu wenig draußen und viel zu oft am arbeiten. Den -20 Grad kalten Winter über war ich nur noch drinnen und gefühlte 12 Stunden vor dem Laptopbildschirm. Selbstfürsorge –Fehlanzeige!

Ich war todunglücklich!

Und habe es nicht mal richtig gemerkt. 

Ich hab mich nur gefragt, was mit mir los ist, dass ich ständig so traurig bin und gleichzeitig innerlich so wütend. Absolut unausgeglichen hab ich mich zu den nächsten Zielen geschleppt.

  • Wenn die Masterarbeit endlich abgegegen ist, dann kann ich entspannen.
  • Sobald die ersten 1000€ online vom Laptop aus verdient wurden, dann hab ichs geschafft.
  • Lässt mein Freund endlich seinen Stress im Job hinter sich, dann machen wir entspannt Urlaub.
  • Nur noch x Tage Praktikum, dann hab ich endlich wieder Zeit für mich.

Doch kaum war das eine geschafft, tauchte schon wieder die nächste Deadline am Horizont auf. Richtig Entspannung war nie. Zeit für mich? Gab es nicht. Urlaub? Vielleicht nächstes Jahr.

Mir wurde klar, wenn ich nicht weiter so durch die Wochen hetzen und jeden um mich herum mit meinem Gejammer und meiner schlechten Laune anstecken wollte, muss sich etwas ändern! 

Ich brauchte Zeit für mich! Ich musste mich als allererstes mal wieder um mich selbst kümmern. In mich hinein hören, was mir gut tut und welche Bedürfnisse ich habe. Nur ich!

Ganz schön egoistisch?

Nein gar nicht!

Besonders unsere Mitmenschen profitieren von unserer Selbstfürsorge und unserer eigenen Balance, denn mit unserer Laune stecken wir sie an. 

Schonmal ins Büro gekommen und alle waren mies drauf? Wie lange dauert es unter solchen Menschen, bis deine eigene Stimmung kippt?

Auf der anderen Seite reißen uns begeisterte, inspirierte und motivierte Menschen förmlich mit!

Also: Wie schaffe ich es raus aus meinem Tief, aus dieser absoluten Überanstrengung und Überforderung?

Mit einer großen Portion Selbstfürsorge. Selbstliebe. Selbstannahme.

Die einzige Beziehung die wir in unserem Leben für immer führen, ist die zu uns selbst.

Freunde kommen und gehen, Beziehungen können zerbrechen, Familienangehörige einen verlassen.

Was bleibt bist immer nur du selbst. Für immer. Von Anfang bis Ende.

Dennoch sind unsere inneren Monologe wahrscheinlich vernichtender als wir je mit anderen sprechen würden. So stark wie wir uns selbst kritisieren, würden wir das niemals mit unseren Mitmenschen machen. So fertig wie wir uns teilweise selbst machen, würden wir es mit einem Freund im Leben nicht tun.

Warum?

Grund hierfür sind wahrscheinlich falsche Glaubenssätze als auch Traumata aus unserer Kindheit.

Hatten wir in der Schule das Gefühl viele Fehler zu machen, zieht sich unser „ich bin nicht gut genug“ durchs ganze Leben.

Hatten wir in der Familie nicht das Gefühl genug umsorgt zu werden, fühlen wir uns wahrscheinlich immer ein Stück weit ungeliebt.

Doch nun sind wir erwachsen und können unserem inneren Kind selbst immer wieder zureden: Du bist gut so wie du bist! Und ich liebe dich!

Wir müssen lernen, uns wieder mit ihm zu verbinden. Über unsere Bedürfnisse und dem Wissen darüber, was uns gut tut, stehen wir viel mehr im Einklang mit uns selbst.

Stellen wir zum Beispiel fest, dass wir manchmal einfach nur den Rückzug vor anderen Menschen brauchen, sind wir nicht ungesellig oder irgendwie komisch, sondern wir laden einzig auf diese Weise unsere Batterien wieder auf.

Merken wir, dass wir uns im Job viel zu viel aufladen, um es allen recht zu machen oder die Bestätigung von außen zu bekommen, ist es nichts verwerfliches auch einmal NEIN zu sagen. Sachen abzulehnen oder zu verschieben.

Haben wir keine Kraft für Party oder ein Treffen mit der ganzen Clique, ist es in Ordnung abzusagen oder gar nicht erst zuzusagen.

Wir sollten unsere Angst loslassen, ständig etwas zu verpassen.

Wenn man für seine Bedürfnisse einsteht, ist das ein Einstehen für sich selbst.

Man muss kein Kompromissleben mehr führen, es anderen recht zu machen. Dies ist meiner Meinung nach der wichtigste Schlüssel zu einem glücklichen Leben.

zuerst ich selbstfürsorge
Wie lässt sich Selbstfürsorge im Alltag praktizieren?

Die meisten wissen wahrscheinlich gar nicht, wie es funktioniert, gut für sich selbst zu sorgen. Sie wissen besser, wie es ist, sich um den Partner zu sorgen, um die Freundin oder um die Mutter.

Selbstfürsorge – Beziehungen

Du bist die Essenz aus den 5 Personen mit denen du dich am meisten umgibst.

Das bedeutet im logischen Umkehrschluss, dass du den Kontakt zu Energieräubern vermeiden oder, wenn es nicht anders geht, auf das mindeste reduzieren solltest.

Such die Nähe zu Gleichgesinnten oder Vorbildern in den Bereichen, in denen du dich verbessern willst. Verbringe Zeit mit Freunden, die dir gut tun, die dich unterstützen, die dir zuhören und die eine positive Einstellung zum Leben haben. Das heißt nicht, dass man nicht auch Probleme oder Sorgen miteinander teilen soll. Nur die Grundeinstellung sollte eine positive sein, sonst zieht dich die Negativität zwangsläufig mit runter.

Löse dich unbedingt von ungesunden Beziehungen, in denen es immer wieder Streit, Vorwürfe oder Beleidigungen gibt. Dafür ist das Leben einfach zu kurz und ständiger Kampf macht langfristig krank!

Hast du in deinem Leben ausschließlich ungesunde Beziehungen, solltest du dir klar machen, dass du die Konstante darin bist und dir überlegen, warum du diese anziehst. Warum suchst du immer wieder die Nähe zu Leuten, die dir eigentlich nicht gut tun?

Selbstfürsorge – Dein Körper

Selbstfürsorge beginnt bei deinem Körper. Ehre ihn. Stopfe ihn nicht sieben Mal die Woche mit Junk Food voll.

Zu viel Alkohol, zu viel Zigaretten und jeden Abend vor dem Fernseher abhängen machen zwar manchmal Spaß, sind langfristig aber ziemlich ungesunde Gewohnheiten. Selbst ich als absoluter Sportmuffel muss zugeben, wie gut mir Bewegung tut. Beim Laufen bekomme ich meinen Kopf komplett frei und Yoga hilft mir aus meinem Kopf (Gedankenkarusell) in meinen Körper zu kommen.

Selbstfürsorge – Routinen

Feste Routinen lassen Platz für Me-Time, an denen du dich ausschließlich um dich selbst kümmerst und Dinge für dein Wohlbefinden tust. Das kann die Morgenroutine sein, bei der du beispielsweise meditierst und in Ruhe ganz ohne Stress frühstückst, genauso wie gewisse feste Pause während des Tages, in denen du Sport treibst, ein Buch liest oder einen kurzen Spaziergang machst. Die Pomodoro-Technik unterstützt dich beim Abarbeiten von Aufgaben und hilft dir, Multi-Tasking zu vermeiden. Ein festes Abendritual ist ebenfalls sehr förderlich für deinen Schlaf und eine heilsame Routine um deine Selbstliebe zu praktizieren.

Besonders genügend Schlaf ist eines der wichtigsten Formen der Selbstfürsorge. Unsere Generation ist häufig so damit beschäftigt, beruflich voran zu kommen und nebenbei möglichst viel zu erleben, dass sie ihr Schlafpensum auf ein Minimum reduziert.

Selbstfürsorge – Auszeiten

Auszeiten sind so wichtig! Während der letzten Monate fühlte ich mich so leer und ausgesaugt wie mein iPhone-Akku gegen 22Uhr. Doch außer schlafen tat ich nichts um meine Batterien aufzuladen. Wochenende gab es für mich am Anfang der Selbstständigkeit und während meiner Masterarbeit nicht. Doch das war der Fehler. Dadurch dass ich nie Pause machte, war ich auch während des Arbeitens ausgebrannt und nicht sonderlich produktiv. Social Media gab mir den zeittechnisch den Rest und sorgte für Gefühle wie Neid.

Nur ein kompletter Offline-Tag pro Woche kann so viel Energie spenden. Genauso wie abends wirklich entschlossen Feierabend zu machen oder feste Pausen während des Tages, an denen man einfach mal raus geht.

Ich hatte irgendwann nur noch das Gefühl ich muss raus. Nicht nur für eine Pause, sondern für ein paar Wochen und nicht nur zum Wald ums Eck, sondern in ein anderes Land. Verreisen gibt uns die Möglichkeit wirklich abzuschalten und Dinge nochmal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Nach etwa zwei Wochen Urlaub fängt dein Geist an, wirklich zu entspannen und deine Batterien laden sich nochmal ganz anders auf.

Selbstfürsorge lernen

Selbstfürsorge – Orte

Ein Ortswechsel ist oftmals nochmal der absolute Gamechanger. Dinge, über die ich wochenlang nachgrüble und für die ich keine passenden Antworten finde, werden mir mit dem Abstand von Zuhause glasklar. Als hätte ich die Antworten schon immer in mir gehabt. Auf Reisen erlebst du neue Dinge, verlässt deine Komfortzone und damit auch deine gewohnten Zweifel, die sich bereits in die manifestiert haben. Fällt dir die Decke auf dem Kopf, grübelst du ewig an einer Entscheidung, räume dir selbst eine Auszeit ein und investiere in eine Reise und damit auch in dein Selbstvertrauen. If you doubt, travel!

Selbstfürsorge – In sich selbst investieren

Selbstfürsorge und Selbstliebe beginnt damit, sich selbst Gutes zu tun. Das kann eine entspannende Massage sein, eine Maniküre, ein schicker Restaurantbesuch oder sich etwas leisten, was man sich schon länger wünscht, aber immer denkt, das „bräuchte es nicht wirklich“. Nein investiere ab und zu gerne und mit gutem Gewissen in dein Wohlbefinden.

Selbstfürsorge – Dinge tun, die du liebst

In stressigen Zeiten verliere ich oft völlig aus den Augen, was mir gut tut. Monate vergehen, in denen ich kein Buch zur Hand nehme, obwohl ich beim Lesen völlig entspanne. Genauso geht es mir mit Musikhören oder ganz einfach mit Freunden treffen. Mach dir Gedanken, unter welchen Umständen du dich am wohlsten fühlst und integriere die Dinge, die du liebst in deinen Alltag. Andererseits passen wir uns unseren Mitmenschen an. Wir tun Dinge, weil sie vielleicht unserem Partner oder unseren Freunden gefallen. Um wieder herauszufinden, was wir selbst eigentlich wollen, brauchen wir Zeit allein. Hör in dich rein! Was tut dir gut? Was willst du gerne machen?

Selbstfürsorge – Ordnung

Selbstfürsorge bedeutet auch Ordnung und Sauberkeit. Eine chaotische oder schmutzige Wohnung spiegelt häufig auch das Wohlbefinden seines Bewohners wieder. Der Prozess des Aufräumen und des Saubermachens reinigt auch das eigene Gemüt, so wie man sich nach einer ausgiebigen Dusche wie neu geboren fühlt.

Selbstfürsorge – Schreiben

Ich muss gestehen, selbst mache ich es noch nicht, aber Tagebuch oder ein Dankbarkeitsjournal lässt dich über dich selbst nachdenken und all deine Probleme aus dem Kopf aufs Papier bringen. Besonders To-Do-Lists und Wochenreviews geben mir das Gefühl einen Überblick zu haben und nichts zu vergessen. Wichtig: Dort Auszeiten als feste Termine einplanen, die genauso wichtig und unumstößlich behandelt werden, wie Geschäftstermine.

Also höre in dich rein:
Fühlst du dich oft gestresst und nicht in deiner inneren Mitte?
Sprichst du mit dir selbst negativ bis gewaltsam?
Hast du selbst-sabotierende Glaubenssätze („Das klappt doch eh nicht!“ „Dafür bist du viel zu dumm!“ „Du bist fett!“)?

Teile deine Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren.

Selbstfürsorge ist notwendig für Selbstliebe und Selbstliebe ist die Grundlage für alles in unserem Leben.

Deine Ronja

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11 Kommentare

  1. Wahre Worte und schön geschrieben! Mir fällt das Thema nur so verdammt schwer! Ich plane mir regelmäßig Zeiten nur für mich ein in meinem Kalender, aber entweder habe ich keine Ahnung was mir gut tut oder ich ignoriere diesen Termin… Ein Punkt an dem ich schon etwas länger arbeite und noch immer dabei bin. Vielleicht versuche ich es auch Mal mit Yoga oder meditieren! 🙂

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    • Das mit den festgeplanten Zeiten ist schonmal ein super Anfang. Wenn du noch nicht weißt, was dir gut tut, verbringe diese Zeit doch einfach mal ohne Ablenkungen wie Handy oder Laptop. Hör in dich hinein und genieße die Ruhe nur für dich. Meistens sind wir im gestressten Alltag so beschäftigt, dass wir gar nicht mehr wissen, was wir mit free/me-time anstellen sollen. Umso mehr wir uns aber diese Auszeiten gönnen, umso mehr gewöhnen wir uns wieder daran, Zeit alleine zu verbringen und finden wieder zurück zu Dingen, die uns gut tun. Yoga und Meditation sind auf jeden Fall wohl die besten Impulse dafür!

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