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Wie sehr verändert man sich eigentlich in Beziehungen? 

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber jedesmal wenn es mit meinen Exfreunden auseinander ging (ok, so oft passiert das schließlich auch wieder nicht) habe ich mich ein paar Wochen später mit einem Kopfschütteln gefragt:

What the fuck war die letzten zwei (vier) Jahre eigentlich mit mir los?!

Wer war diese Frau, die immer dicker, langweiliger und lustloser wurde? 😀

Die ihre Träume ganz tief unten in die Schubladen gestopft hat und sich „später“ darum kümmern wollte. Erst mal Netflix mit ihrem Schatzi.

Die, statt sich ihre eigenen Reisewünsche zu erfüllen, lieber ihren Liebling begleitet hat, zu nervigen Geschäftsreisen oder noch schlimmeren Verwandschaftsbesuchen oder die daheim blieb, weil seine Urlaubstage aufgebraucht waren.

Wer war diese Frau, die offensichtlich an einem unerklärlichen Helfersyndrom litt, ohne zu sehen, dass sie erst mal sich selbst helfen muss?

Verliert man sich denn in Beziehungen immer selbst? Und wird zu einer fixierten „Wir“-Person, die alles vorher absprechen und einbeziehen muss?

Klar, Kompromisse schließen in einer Beziehung ist wichtig und auch gut so! Es gibt gewisse „Spielregeln“ die quasi ungeschriebenes Gesetz sind.

 Ein Beispiel:

Du hast dich mit einem Freund für den Abend verabredet, merkst aber, dass du ziemlich kaputt bist und das Treffen lieber verschieben würdest. Du rufst den Freund an, sagst ihm das genau so und er antwortet höchstwahrscheinlich verständnisvoll, dass dies kein Problem sei.

Hast du dich allerdings mit deiner festen Freundin verabredet, mit der du noch nicht zusammen wohnst und rufst sie an: „Schatz, verschieben wir es bitte, ich würde heute lieber in Ruhe daheim fernsehschauen“, wird sie vermutlich nicht so „amused“ reagieren …

Klingt irgendwie anstrengend? Ist es irgendwie auch! Für beide Seiten.

Daher liebe Singles, schiebt die Torschlusspanik beiseite und genießt auch die Monate (Wochen, Jahre?) ohne Beziehungenkonventionen.

Sich nach einer Trennung selbst wiederfinden?

Wieder allein sein tut natürlich erst mal unendlich weh! Dein Netflix-, Essens-, Sofa-, Urlaubs- und Ansprechpartner fehlt so schmerzlich wie ein amputiertes Bein. Du musst erst mal wieder neu laufen lernen. Doch die ersten Tage reicht auch atmen. Don’t panic.

Nachdem du dich wieder ein klitzekleines bisschen gefangen hast und dich über die verlorenen Kilos freust, die in einer Woche unbemerkt so schnell gepurzelt sind, wie du’s sonst mit drei Monaten Sport nicht schaffst, blickst du vielleicht in den Spiegel in dein neues, einsames „Ich“ ohne Doppelkinn und denkst dir:

„Hey, da bin ja ich! Schön, dass du zurück bist.“

Und nachdem die ersten Single-Wochen mit exzessiven Partys, wilden Flirts mit niedrigen Ansprüchen und peinlich betrunkenen Verzweiflungs-Whatsapp-Nachrichten an den Ex rum sind, findest du dich vielleicht in deinem neuen Apartment wieder und hast plötzlich Zeit.

Denn da ist keiner, der Abends heimkommt und Aufmerksamkeit fordert.

Keiner, der Hunger hat, sodass ihr die nächsten zwei Stunden mit einkaufen und kochen beschäftigt seid.

Und da ist keiner, dem du hinterherputzen musst, weil er deine (zwanghafte) Ordnung durcheinander gebracht oder beschmutzt hat. Und da ist zum Glück (leider) auch keiner der sagt: „Hey Baby, ich habe eine coole neue Serie entdeckt.“

Nein, da bist nur du mit deinen Nudeln mit Fertigsoße, der sauberen Wohnung und jeder Menge Zeit.

Zeit, in der der Fernseher ausbleibt.

Zeit, in der du nachdenken kannst und anfängst, dich wieder mit Dingen zu beschäftigen, die dir Spaß machen.

Du hast Zeit und komischerweise auch wieder viel mehr Lust, dich mit Freunden zu verabreden und Zeit, deine Familie besuchen.

Irgendwie fühlst du dich als wärst du zurück im Leben und kannst nicht mal genau sagen, warum du dich davor so anders gefühlt hast. Als wärst du aufgewacht aus einem langen, trägen, faulen Beziehungswinterschlaf.

Kein Plädoyer für das Single-Leben

Das hier soll übrigens kein Plädoyer sein für das Single-Leben, denn Menschen sind dafür gemacht zusammen zu leben und in der Gemeinschaft einfach stärker als allein. Es soll nur eine Überlegung sein, weshalb man sich für den Partner oft unbewusst verbiegt, bzw. Sachen aufgibt, die einem früher Spaß gemacht haben.

Daher würde es mich wirklich interessieren: Wer kennt dieses Gefühl noch? Wie schaffst du es, dir in einer Beziehung selbst treu zu bleiben?

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2 Kommentare

  1. Hi Ronja,
    mal wieder ein sehr schöner Beitrag, der ins Schwarze trifft. Ich kann mich noch so gut an meine erste, lange Beziehung erinnern. Damals halt noch DVD statt Netflix, aber Schatzi und Sofa waren schon wichtig. So wichtig, dass nach 5 Jahren irgendwie nur noch das Sofa übrig blieb. Und ja, während ich dann – ein paar Wochen später – in das neue Gesicht ohne Doppelkinn geguckt habe, habe ich mir geschworen, dass das nie wieder passiert.
    Hat geklappt, denn seit nun 7 Jahre bin ich in einer Beziehung und trotzdem viel mehr ich als vorher. Mit Pausen und Auszeiten und Alleine-in-Urlaub-fahren und doch am Ende des Tages am liebsten mit diesem einen Menschen zusammen, der mich nicht verändert hat. Nur dass mit dem Doppelkinn – daran muss ich irgendwie wieder arbeiten. 🙂

    Also ja, es geht. Du kannst dir treu bleiben. Aber meiner Meinung nach nicht mit erzwungenen Pausen, wie immer Mittwochs mache ich was für mich. Sondern mit Ehrlichkeit, mit Respekt, mit Reflektion. Und vielleicht auch einfach mit dem richtigen Partner.

    Viele Grüße
    Magdalena

    Antworten

    • Liebe Magdalena,

      wow! Danke, dass du das teilst! Das macht wirklich Hoffnung und ich denke auch, jeder kann so einen Menschen finden, wenn er erstmal sich selbst gefunden hat! In Beziehungen verändert man sich vermutlich nur, wenn man keine eigenen Grenzen setzt bzw. diese gar nicht kennt.
      Haha ja das mit dem Doppelkinn ist so eine Sache 😀 Es kommt und geht und kommt wieder … 😉

      Ganz liebe Grüße
      Ronja

      Antworten

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