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Warum Lernen das neue Prokrastinieren ist

prokrastinieren

Übers Wochenende war ich auf einem Motivationsseminar: „Die Kunst dein Ding zu machen“ von Christian Bischoff. Die Intention dahinter war, mich nochmal mehr inspirieren zu lassen, Gleichgesinnte kennenzulernen und einen Arschtritt zu bekommen, endlich mit dem prokrastinieren aufzuhören und stattdessen mit meinen Plänen loszulegen.

Der Gang auf Seminare: Prokrastinieren?

Das Seminar war zweitätig à elf Stunden. 22 Stunden – mehr als eine halbe Arbeitswoche. Ich wage mir kaum vorzustellen, wieviel ich hätte schaffen können, wenn ich in dieser Zeit einfach ins Handeln gekommen wäre. Dann wären Artikel fertig geschrieben worden, für meinen Blog und meine Kunden, dann hätte ich Marketing machen können oder mir meine nächsten Posts für die Woche überlegen können.

So habe ich stattdessen nur zugehört. Zugehört wie jemand anderer Geld mit seinem Traumjob verdient. Christian hatte es geschafft, er hat sich selbst verwirklicht, ist finanziell frei und liebt was er tut. Irgendwie kann ich mir aber kaum vorstellen, dass er das alles erreicht hat, indem er auf Seminare ging, Podcasts hörte oder Blogartikel las. Er wirkt eher wie der Typ MACHER. Wie sonst sollte er es schaffen, wöchentlich mehrere Podcasts, Artikel und Youtube-Videos zu veröffentlichen, das ganze Jahr über Seminare zu geben, Bücher zu schreiben, sich selbst zu vermarkten und gleichzeitig Zeit für seine Frau und seine drei Kindern zu haben. Er macht es einfach! Ob es das Wort „prokrastinieren“ in seinem Wortschatz überhaupt gibt?!

Artikel und Bücher lesen: Prokrastinieren?

Bevor ich diesen Blog gestartet habe, las ich. Ich las und las und las und las. Alles was ich übers Bloggen finden konnte, alles über mögliche Themen, über die ich schreiben wollte, alles über WordPress, Webhoster und SEO-Gedöns.

So verstrichen die Wochen, die Monate und schließlich eineinhalb Jahre!

Ich fühlte mich zwar, als würde ich an meinem Traum arbeiten, aber im Grunde wusste ich: ich sabotierte ihn mit jedem Blogartikel, den ich las, jeden Podcast, den ich anhörte und jedem Kurs und Seminar, das ich besuchte.

Denn egal wie viel Wissen ich mir aneignete, das alles war nur theoretisch, nur in meinem Kopf, es war nichts wert! Jeder Blogartikel, den ich las, hätte schon längst von mir sein können!

Ich kam an den Punkt, an dem all das Wissen, das ich in mir aufsaugte, mich blockierte. Ich wollte alles perfekt machen und bekam immer mehr Respekt vor dem eigentlichen Start. Immer weiter schob ich ihn hinaus: „Nach dem Praktikum, fange ich an. Nach dem Abschluss. Nach dem Urlaub.“

Durch das andauernde Lesen, Lernen und Weiterbilden überlistete ich mein schlechtes Gewissen nur, denn es lag auf der Hand: ich prokrastinierte!

Aufschieberitis

Weiterbildung als Form von Aufschieberitis?

In unserer heutigen digitalen Welt haben wir Zugang zu sämtlichem Wissen. Wir müssen nicht mehr denken, wir können googeln. Wenn der Rasenmäher kaputt geht, erklärt uns sicher irgendein YouTube-Video, wie genau dieses Modell zu reparieren ist. So können wir Klemptner werden, Meeresbiologe spielen oder Experte in der Historie der Kirchenorgeln. Völlig egal in welchem Bereich – wir können uns über das Internet so gut wie alles aneignen – natürlich das meiste theoretisch.

Lernen ist ein großer Trend im 21. Jahrhundert, traurigerweise ist es zu einer neuen Form der Prokrastination mutiert.

Denn das Schlüsselgeheimnis zum Erfolg ist nicht übermäßiges Fachwissen, sondern die Fähigkeit, es zu benutzen.

Wissen ist wertlos, es sei denn, es wird angewendet statt aufgeschoben

Klar! Die Erfolgsgeschichten von anderen zu lesen, ist natürlich auch viel einfacher als endlich seine eigene zu schreiben!

Doch erst wenn wir anfangen zu handeln, kommen die wahren Probleme zum Vorschein, die, die wir nicht vorhersehen oder nachlesen konnten. Dann müssen wir endlich nach unseren eigenen Lösungen suchen und Entscheidungen treffen, die sich für uns richtig anfühlen.

Eigene Erfahrungen sind so viel mehr wert als gelesene, gehörte oder angeschaute Erfahrungen von anderen!

 

Stop learning by consuming. Start learning by creating.

Stop learning by researching. Start learning by doing.

Stop learning by listening. Start learning by talking.

Stop learning by reading. Start learning by writing.

Stop learning by watching the game. Start learning by playing it.

Stop postponing. Start taking action.Max Lukominskyi

Fuck you Prokrastination: Lass nicht zu, dass du jemals sagen musst, das hätte ich sein können!

All das Lernen, das Wälzen deiner Ideen, das Visualisieren und Vorstellen des Resultats wird dich nicht wirklich weiter bringen, von dem Punkt an dem du jetzt stehst. Taten hingegen werden es!

Sitz nicht länger in Seminaren und Kursen, um dich zu motivieren, lies nicht länger Artikel und Bücher, um dich einzuarbeiten – fang an!

Arbeite an deinem Traum, als gäbe es jemanden, der 24 Stunden lang 7 Tage die Woche auch an ihm arbeitet! Denn vielleicht gibt es diese Person. Lass nicht zu, dass sie bereits die Erträge erntet, während du noch weiter liest und dabei bist, zu prokrastinieren. Lass nicht zu, dass du jemals sagen musst, das hätte ich sein können!

Sei mutig genug, den ersten Schritt zu machen und mit dem Lernen aus eigener Erfahrung zu beginnen.

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26 Kommentare

  1. Ja, das kann ich nachvollziehen bzw. bestätigen. Und ist es nicht so, dass, wenn wir lernen, wir ja faktisch etwas sinnvolles tun und das deshalb gar nicht als Prokrastination empfinden bzw. das so wahrhaben wollen?

    Ansonsten bin ich imemr ein Freund von Machen und nicht lange Reden. Hier passt dann wohl besser „Lernen“.

    Antworten

    • Ja genau, Stefan! Das ist das Tückische – wir fühlen und produktiv, sind es aber nicht!
      Vielen Dank für deine Meinung. 🙂
      Lg Ronja

      Antworten

  2. Es macht meistens aber Sinn erst zu warten bevor man schreibt. Nur qualitativ hochwertige Artikel werden auch nach Jahren noch gerne gelesen oder empfohlen.
    Alternativ kann man aber auch Twitter oder Facebook für kurze Blogeinträge verwenden und den eigenen Blog dann verlinken.

    Antworten

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  10. Hm… ich machte genau das, was da beschrieben wird.
    Aber ich bin 57 Jahre alt und habe 2 Kinder mit dem Jahrgang 83/85. Dereine zieht sein Ding super durch, der Andere sucht.
    Jetzt lebe ich mit 2 Kindern des Jahrganges 2000 und 2002 und überlege baue mir die Zeit auf wenn die Beiden ausfliegen…
    Habe ne Seite gebaut: http://meet-me.online
    auf der ich ultimative Tipps gebe in Form von Ebook…. Ich bin Pädagogin und Diplomierte Designerin…habe mein Leben lang gelernt…hatte 2 Familien…bau nun mein passives Einkommen für meine kommenden Reisen auf habe mühe auf den punkt zu kommen… bin ich auch am prokrastinieren…oder ist das nur als ein Neues Wort für Jüngere.
    Ich hab auch ne 2. und 3. Seite gebaut
    http://jm-property-estate.ch
    über Immobilien… gebe Tipps zum finanzieren von passives Einkommen über Immobilien… Junge könnten da super einsteigen…
    Ich hab mit 18 Jahren am Strand geschlafen…bin Surflererin und Scilehrerin geworden…wollte reisen. Mir so mein Geld verdienen… halt auch meine Schule gemacht…gesucht.
    Dann meinen ersten Pertner kennengelernt..die Liebe die Kinder das Studium…schön und frei war das…dann weiter Beruf…selbständig weil frei…gesucht…gemacht…2. Mann segeln austeigen…gelebt…jetzt wieder mit festem Wohnsitz…und werde wieder losziehen…wenn die Kinder flügge sind…das werdet Ihr alle auch machen…wenn die Liebe kommt …lach was ist da so anderst drann? Ich muss auch meinen en faulen Schweinehund bearbeiten bis ich dann fasst zu Spät..Alles ganz leicht mache mit der Feststellung…war doch ganz leicht?!? Und los…

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    • Wow, liebe Elke, was für ein spannender Weg! Das klingt alles so einfach und als hättest du keine Angst. Super inspirierend <3

      Antworten

  11. Hallo Ronja,

    ich persönlich lerne gern und möchte mein Leben lang lernen – aber Wissen ist wie Werkzeug. Wenn es nicht genutzt wird, nützt es auch nichts. Da hast du absolut Recht. 😉

    Um die Balance zu wahren, habe ich designierte Zeiträume zum Lernen geschaffen. So halte ich mich nicht vom Machen ab und gewährleiste gleichzeitig mein Streben nach dem Lernen bis zum letzten Tag. Denn abgesehen davon, dass man vor allem durch Praxis lernt, finde ich, dass sich neue Perspektiven und „Fachgebiete“ auf ganz unterschiedliche Art aneignen lassen. Lernen beschränkt sich ja nicht nur Seminare und Lesen. Für mich sind Reisen und Austausch mit anderen Menschen beispielsweise ebenso wichtige Säulen meiner Bildung.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    Antworten

    • Hi Phillip,

      danke für deinen Beitrag! Damit hast du natürlich recht. Lernen ist immer Wachstum und Wachstum ist absolut notwendig, um nicht stehen zu bleiben. Das mit den bestimmten Zeiträumen ist eine super Sache. Bin immer dankbar für Tipps, wie du dir diese gestaltest? Also bestimmte Tage im Monat oder Stunden am Tag?!
      Reisen und Austausch mit anderen als Form des Lernens würde ich sofort unterschreiben! 🙂

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  12. Hallo Ronja,
    wie war was Du schreibst. Lernen und lesen geben einem das Gefühl am Traum zu arbeiten, aber in Wirklichkeit lenkt das von Tun ab.
    Das hatte ich auch lange betrieben. Als ich dann endlich die ersten Kunden hatte, stand ich vor anderen Anforderungen als ich vorher annahm und übte.
    Witzig finde ich das Ende Deines Artikels wo Du Werbung für Dein Ebook machst, welches wir lesen sollen…

    Antworten

    • Hi Doro,

      ganz genau, die eigentlichen Probleme ergeben sich während des Handelns, die kann man meistens gar nicht vorher lernen.
      Vielen Dank und viele Grüße 🙂

      Ronja

      Antworten

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  16. Hallo Ronja,
    danke für den augenöffnenden Artikel !! Ich denke so lange ich mich noch mit anderen Dingen beschäftige als meinen eigenen Interessen, bin ich noch der Meinung, dass ich noch nicht „genug“ bin (gut genug, genug weiß, etc.). Es ist also ein kostenloser Systemcheck, ob ich schon bei mir bin oder mir noch aus dem Weg gehe. Und dass es bequemer ist sich aus dem Weg zu gehen und das mit „sinnhaftem“ Lernen zu begründen durfte ich gerade durch deinen Artikel an mir selbst erfahren 😉
    Viele Grüße

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    • Hi Chris,

      danke für deinen Kommentar. Freut mich, dass er dir die Augen öffnet. Als ich realisiert habe, dass ich, um vran zu kommen, endlich handeln, nicht mehr lernen muss, war das auch so ein Moment für mich.
      Ich wünsche dir ganz viel Freude auf deinem Weg.

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

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  18. Bei allem Respekt, Prokrastination hat ganz sicher mit Faulheit zu tun, mit dem inneren Schweinehund und mit einer Kein-Bock-Attitude. Natürlich gibt es auch andere Faktoren, Depressionen etc., aber hauptsächlich ist doch jeder Mensch seines eigenen Willens Herr, d.h. er kann einfach mal sich auf den Hosenboden setzen und was erledigen.

    Alles andere sind Ausreden. Natürlich ist einem die Aufgabe zuwieder, natürlich verdrängt man gerne das Abgabedatum, aber eigentlich weiß man trotzdem ganz genau, dass man jetzt nicht im Handy spielen oder die vierte Folge der neuen Serie schauen sollte. Zumindest bei dem Großteil der Betroffenen würde ein gewisses Maß an Selbstdisziplin das ganze Problem schnell lösen.

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