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Warum es gefährlich ist, immer einen Plan B zu haben (+ Plan A-Formel)

Plan B

Bei den wirklich wichtigen Entscheidungen im Leben hatte ich nie einen Plan B.

Zum Beispiel als ich mein Studium wechseln wollte und den Geschichts-Grundwissentest bestehen musste, sonst wäre mir NICHTS angerechnet worden, ich hätte nach drei Jahren Studium wieder bei Null angefangen und meinen Anspruch auf Bafög verloren.

Damals gab es keinen Plan B. Während ich Geschichtsbücher wälzte, wurde mir klar: Das muss klappen! Es gibt keinen anderen Plan. Und so schrieb ich die Prüfung in der Gewissheit nicht durchzufallen und behielt recht.

Ansonsten waren meine Pläne nie so klar. Als typisches Kind der Generation Y versuche ich mir immer alle Türen offen zu halten.

Am besten ALLES machen, gleichzeitig …

Vor kurzem ging ich nachts an einer Tanzschule vorbei, und blickte durch die beleuchteten Fenster, bis mich plötzlich eine absolut absurde Erkenntnis schmerzlich traf:

Ich konnte keine Balletttänzerin mehr werden. 😀

Nie mehr!

Diese Türe ist verschlossen.

Nicht, dass ich jemals Balletttänzerin werden wollte 😀 –  ich mochte weder tanzen noch auf Essen verzichten, doch die Feststellung schon 25 Jahre zu alt zu sein, um noch im zarten Vorschulalter den Grundstein für eine Ballettkarriere setzen zu können, erschütterte mich tief.

Als Kind dachte ich nämlich immer, Zeit zu haben.

Zeit und Möglichkeiten.

Mein Leben erschien mir als ein großes, leeres Buch, dessen weiße Seiten befüllt werden wollten, von mir, meinen Wünschen und Träumen. Umso älter ich wurde, umso weniger wollte ich aber hineinschreiben, denn wenn ich mich für etwas entschied, entschloss ich mich zwangsläufig gegen etwas anderes.

Deswegen fing ich an Plan B’s zu schmieden!

Die Generation Praktikum oder auch die Generation Plan B

„Ich werde X ausprobieren und wenn es nichts für mich ist, stattdessen einfach Y machen.“

Kennst du diesen Gedanken von dir?

Wir, die Generation Praktikum, denen alle Möglichkeiten offen stehen, sind selten zu begeistern und geben zu oft auf.

Als ich während eines Praktikums mal Bewerbungen für Volontariatsstellen überprüfen sollte, las ich mich durch seitenweise Lebensläufe von Menschen Anfang 20, die mindestens schon in fünf bis sieben verschiedene Berufe rein geschnuppert hatten.

Entweder um sich alles anzuschauen oder aber um den eigenen Lebenslauf zu pimpen.

Denn einen Personaler verunsichert diese Interessensvielfalt nicht,  im Gegenteil, er denkt, der Bewerber hätte nun herausgefunden, was wirklich zu ihm passt und honoriert so viel Engagement ( bzw. die Bereitschaft ausgebeutet zu werden).

Der Bewerber denkt: „Ich werde das Volontariat machen – etwas Sicheres in der Tasche haben – und dann weiterschauen, was ich mache.“

Plan B haben

Die Plan A-Formel

Menschen, die schon zu Schulzeiten wussten, was sie später einmal werden wollen, habe ich immer zutiefst bewundert. Die meisten von ihnen sind das dann tatsächlich auch geworden!

Woher nahmen sie nur die Sicherheit, dass dies das Richtige für sie sei? Warum ließen sie sich nicht abbringen von ihrem Weg durch all die Versuchungen, die täglich auf die Generation Y warten?

Von außen betrachtet sieht die Formel ganz einfach aus:

  1. Sie wussten, was sie wollten.
  2. Sie hatten keinen Plan B.
  3. Sie zogen es durch, ohne zu Zweifeln.
  4. Sie waren glücklich mit ihrer Entscheidung.
  5. Sie waren stolz, ihr Ziel erreicht zu haben.

Was ein Plan B tatsächlich mit deinem Leben macht

Plan B’s, die dir vielleicht bekannt vorkommen:

  • Wenn das mit der Karriere nicht klappt, suche ich mir einen gutverdienenden Partner, der mich unterstützt.
  • Wenn das mit der Karriere nicht klappt, mache ich Kinder und gründe eine Familie.
  • Wenn ich das Studium nicht schaffe, wechsle ich zu einem anderen Fach/mache ich eine Ausbildung.
  • Wenn diese Beziehung nicht hält, gehe ich ins Ausland.
  • Wenn ich mich auf der Reise nicht wohl fühle, buche ich mir den Rückflug.
  • Wenn mir der Chef noch länger auf den Keks geht, kündige ich und mache mich selbstständig.
  • Wenn die Selbstständigkeit nicht so gut klappt, kann ich immer noch nebenher kellnern.

Auf der einen Seite ist es natürlich extrem beruhigend einen Plan B im Rücken zu haben. Besonders für die leicht Nervösen unter uns, die mit nicht so viel Selbstvertrauen gesegnet sind, wie manch andere!

Auf der anderen Seite impliziert jedes „Wenn es nicht funktioniert, dann …“ schon das Scheitern von vornherein. Es fühlt sich einfach anders an, als ein beherztes „Das muss klappen“, wie bei meinem Geschichtseignungstest.

Außerdem braucht es bei manchen Entscheidungen gar kein „wenn“, sondern ein „und“.

  • Karriere machen schließt Kinder haben nicht aus!
  • Auch in einer tollen Beziehung kannst du für eine gewissen Zeit ins Ausland gehen oder deinen Partner mitnehmen.

Solange du weißt, was du willst, und in diesem Wissen ganz klar bist, setzt du deutliche Signale an deine Umwelt.

Plan A

So klappt dein Plan A

Herausfinden, was du wirklich willst.

Erstmal musst du wissen, was dein Plan A überhaupt ist.

Punkt 1 ist daher, herauszufinden, was du willst.

Höre mal ganz tief in dich hinein. Mach eine Meditation, gehe in den Wald, schreibe dir alle Dinge von der Seele, wie dein perfektes Leben ausschauen soll. Deine Beziehungen, dein Beruf, deine Finanzen. Überleg dir, was dich als Kind schon fasziniert hat. Schreib ein Manifest, wie du leben willst, was du machen willst.

Wirf alle Plan B’s über Bord

Frage dich mal, warum Plan B eigentlich Plan B ist und nicht Plan A?!

Meistens steckt vor allem ein Grund dahinter – Plan B ist nur ein Sicherheitsnetz.

Plan B ist nur dazu da, um unsere Angst abzufangen. Und unser Misstrauen in unsere Fähigkeiten. Plan B bremst uns irgendwie aus. Ist gemütlich, wenn wir nicht unsere Komfortzone verlassen wollen.

Und wenn ich so nachdenke: Jeder meiner Plan A’s ist gescheitert, wenn ich einen Plan B hatte.

Also weg damit! Du brauchst keinen Plan B!

Lass die Zweifel-Monster einfach mal stecken

Wie oft hast du schon einen neuen Job begonnen und gleich am ersten Tag gedacht: „No, no, no, das ist nix für mich!“?

So ging es mir selbst unzählige Male. Allerdings liegt das zum großen Teil an unserer Generation, die einfach viel zu ungeduldig ist, immer auf der Suche nach einem Sinn und dabei viel zu schnell aufgibt.

Daher gilt: Beiß dich durch.

Es muss ja nicht bis in alle Ewigkeit sein, aber wenn du ein Praktikum für drei Monate angefangen hast, dann zieh diese auch durch. Committe dich zu den Dingen. Du wirst sehen, dass du dadurch viel mehr Selbstbewusstsein aufbaust.

Sei happy & stolz, wenn du dein Ziel erreicht hast

Ganz gemein: Wenn wir ein Ziel mit viel Arbeit, Mühe, Schweiß endlich erreicht haben, fühlen wir uns oftmals ganz anders als wir es uns vorgestellt haben. Statt glückselig durch die Wohnung tanzen, sitzen wir da und denken: „Und jetzt? Wars das?“

JA! Das wars erstmal! Du hast es geschafft! Halte inne und genieße! Sei stolz auf dich! Mach zur Feier des Tages etwas ganz Besonderes! Belohne dich! Verwöhne dich! Am besten gleich eine ganze Woche, wenn es ein großes Ziel war.

Und dann, erst dann, kannst du weiterüberlegen, was dein nächster Plan A werden soll.

Wie siehst du das Ganze? Bist du eher der Plan B-Typ oder gibt es für dich nur Ganz oder gar nicht? Meine Instagram-Umfrage ergab: 59% finden es gut, einen Plan B zu haben, und 41% brauchen keinen (89 Stimmen zu 63 Stimmen). Was hältst du davon? Warum brauchen so viele Menschen einen Plan B?

Deine Ronja

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3 Kommentare

  1. Hey Ronja,

    ich bin da ganz deiner Meinung.
    Ein Plan B lässt uns nur an Plan A zweifeln und wenn wir an Plan A nicht von Anfang an 100 % committed herangehen, dann ist er im Grunde schon zum Scheitern verurteilt. Bevor ich Zeit verschwende und einen Plan B schmiede, fang ich lieber direkt mit der Umsetzung des Plan As an, so dass gar kein Weg mehr dran vorbeiführen kann, dass er auch klappen wird. 🙂

    Das Beispiel mit deiner Geschichtsklausur ist echt gut. Im Studium ist es ja meistens so, dass man sich nun mal alle Scheine irgendwie zusammensammeln muss, um am Ende das Studium zu bestehen. Wir wissen, dass wir uns da nun mal durchbeißen müssen und machen es dann schlussendlich auch einfach. Warum verhalten wir uns im späteren beruflichen Leben nicht weiterhin so? Wenn es mein großer Traum ist, mich selbstständig zu machen, warum überlege ich mir dann, dass ich ja zur Not immer noch in eine Anstellung zurückgehen kann, wenn es mit der Selbstständigkeit nicht klappt? Das ist doch gar nicht das, was ich machen will! Warum verschwende ich also Gedanken daran?

    Jeder hat bestimmt schon mal vom Law of attraction gehört. Wenn ich meine Energie darauf lenke, dass ich vielleicht wieder in einer Anstellung lande, wenn die Selbstständigkeit nicht funktioniert, was wird dann wohl passieren? 😉

    Also Leute, von heute an nur noch Plan A und das mit ganzen Herzen!!!

    Danke dir für den tollen Artikel, Ronja! 🙂

    Liebe Grüße,
    Nadine

    Antworten

    • Liebe Nadine,

      danke, dass du das nochmal so toll auf den Punkt bringst!
      Genau, wir ziehen das Studium durch, nicht weil es uns immer Spaß macht, sondern weil wir den Abschluss wollen!
      Bei der Selbstständigkeit sollte es genau so sein – auch wenn es nicht immer Spaß macht – einfach weiter, weiter, denn unser Ziel ist es, nicht angestellt sein zu müssen, warum also genau das dann als Plan B nehmen?? 😀

      Danke dir, du bist das beste Vorbild für Plan A: Ein digitales Nomadenleben im Paradies ist möglich, wenn man es will und ohne Plan B’s durchzieht!

      Liebe Grüße
      Ronja

      Antworten

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