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Die gute alte Prokrastination & wie du sie überlistest

prokrastinieren: „das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten“

Vor meiner Bachelor-Arbeit habe ich viele Sachen gemacht.

Viele Sachen außer schreiben.

Ich bin in den Urlaub gefahren, habe ein Vollzeitpraktikum begonnen, habe nebenher gearbeitet, meine Wohnung sauber gehalten, Sport gemacht, einen Freund getroffen und bin mit Freundinnen ausgegangen.

Etwas später bin ich dann auch in die Bibliothek gegangen, habe Aufsätze kopiert, Bücher bestellt, mich eingelesen und wichtige Stellen markiert.

Nur geschrieben habe ich nicht.

Einen Monat vor Abgabe habe ich das Praktikum geschmissen, drei Wochen vorher den Nebenjob auf null gesetzt, zwei Wochen davor den Freund abgewimmelt.

Es war zu spät.

In der 24 Stunden vor Abgabe habe ich ein Drittel der Arbeit geschrieben, meine Glieder haben so geschmerzt, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte, eine Lektorin hat es in zwei Stunden korrigiert, während denen ich geschlafen habe, bevor ich morgens noch einen Schluss voller Unsinn, gespickt mit unzähligen Rechtschreibfehlern, verfasst habe.

Durch meine Aufschieberei habe ich nicht nur meine Bachelorarbeit in den Sand gesetzt, sondern auch eine gute Praktikantenstelle in einem netten Verlag, dazu war ich pleite und der Freund weg.

Nachdem der Druck erst mal abfiel, ich den Schlaf nachholte und meine Wohnung auf Vordermann brachte, habe ich mir geschworen – Nie Wieder(!) – so unstrukturiert und abgehetzt irgendwas zu erledigen.

Ich habe mir vorgenommen, mich auf einzelne Dinge zu konzentrieren, nur noch eine Sache pro Tag auszumachen und Zeitpläne einzuhalten.

Heute habe ich drei Jobs, bin im Masterstudium, muss in einem Semester die Kurse von zwei machen und möchte nebenbei einen Blog aufbauen. Praktikabewerbungen laufen schon.

Wieso ich so bin? Ich weiß es nicht.

Gründe für das Aufschieben & die guten alten Selbstvorwürfe

Mache ich nichts oder wenig, habe ich ein schlechtes Gewissen und möchte mich durch Arbeit und Geld verdienen nützlich fühlen. Mache ich alles, brenne ich aus und schmeiße das Handtuch, bis ich mich wieder nutzlos fühle und von vorne in fünf Projekte gleichzeitig starte.

Theoretisch ist es mit Sicherheit möglich, viele Dinge gleichzeitig zu tun.

Aber wie geht das? Wie erreiche ich meine Ziele? Welches Geheimnis haben die Überflieger, die an einem Tag mehr schaffen als ich in einer Woche?

Wie oft habe ich mir schon Listen und Pläne gemacht, ein ausgeklügeltes Zeitmanagement auf die Beine gestellt, welches mir spätestens zur Mitte des Tages aus den Fugen gerät und ich durch Fernsehen oder Facebook ersetze.

Oder ich bleibe ganz liegen, so wie heute, weil ich übers Wochenende zu lange unterwegs war.

Dann stellt sich mein schlechtes Gewissen ein, ich habe Schuldgefühle und beginne mich selbst fertig zu machen. Die Negativspirale dreht sich immer weiter und lähmt mich umso mehr, noch produktiv zu sein. Wenn ich schon nichts auf die Reihe bekomme, kann ich gleich liegen bleiben und ob ich obendrauf noch eine Tüte Chips reinhaue, ist dann auch schon egal!

Aber nein! Die ist nicht egal. Denn mit jeder Tüte Chips und jedem vergeudeten Tag wächst der Berg, seine Ziele nicht zu erreichen ein Stückchen mehr, bis er irgendwann unbezwingbar erscheint. Hingegen kommen wir mit jedem noch so kleinen Baby-Step vorwärts!

Einfach anfangen!

Lass uns heute mal anfangen, und zwar am besten jetzt gleich – wenn auch nur für fünf Minuten.

So wie ich für fünf Minuten einen Blogartikel anfangen wollte, jeden Tag für fünf Minuten, und jetzt schon seit mehr als einer halben Stunde in die Tasten tippe.

(In die Tasten meines neuen MacBooks übrigens – manchmal braucht es vielleicht auch so einen Motivationsschub, sozusagen eine Investition in sich selbst:))

Der erste Schritt ist der Schwierigste! Auch jeden Tag aufs neue. Die Laufschuhe anziehen, aus der Tür ins Kalte treten und die ersten Meter loslaufen – eklig.

Den Laptop aufklappen, Pages öffnen und die ersten Worte tippen – oftmals quälend.

Aber egal wie klein die Schritte sind, sie lohnen sich!

Denn selbst der größte Berg wird mit genügend Zeit und Ausdauer erklommen, eben auch mit Schritten.

 So lange wir nicht stillstehen, schaffen wir es – irgendwann!  

In Etappen zu denken ist sowohl beim Bergsteigen sinnvoller als auch bei der Erreichung von Zielen.

Zehn Kilo abnehmen in zwei Monaten – zu unkonkret, erscheint zu schwierig zu erreichen. Die Chancen ein Ziel zu erreichen steigen hingegen immens wenn man sich konkrete Etappenziele und Vorhaben setzt.

Dreimal die Woche joggen gehen, Montag, Mittwoch und Freitag von 18-19 Uhr, oder jeden Morgen für 20 Minuten.

Und wenn wir zurückblicken sind aus den einzelnen Baby-Schritten vielleicht schon ganze Meilensteine (oder Marathons) geworden.

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