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No more Drama, Baby! Ein Plädoyer gegen das Jammern

jammern

Manchmal scheint sich die ganze Welt gegen uns verbündet zu haben. Zu kalt, zu heiß, Hunger, müde, zu viel zu tun, Langeweile, der Freund schenkt einem zu wenig Aufmerksamkeit oder man hat erst gar keinen. Schnell ist seinem Ärger Luft gemacht. Beim Partner selbst, bei den Eltern oder bei Freunden lässt sich sein Leid wohltuend lautstark beklagen. Warum uns das Jammern so nervt und was wir dagegen tun können, erfährst du hier.

Ich habe so eine Freundin. Bei der läuft alles schlecht. Ständig tut was weh, morgens kommt sie schon schwer aus dem Bett, die Arbeit nervt sie sowieso und der Feierabend ist stets zu kurz und stressig. Mit Freunden kriegt sie sich schnell in die Haare und der lang ersehnte Urlaub war auch nicht so erholsam wie erhofft. Der Rückflug war einfach zu anstrengend.

Während ich mir diese Litanei an scheinbaren Ungerechtigkeiten anhöre, fühle ich mich müde und schwer. Aufheiterungen bringen da gar nichts, lieber einfach reden lassen.

Es gibt gute und schlechte Tage. Keiner muss mit einem Dauergrinsen durch die Welt laufen und immer happy sein. Im Gegenteil, ich bin dafür, dass wir unsere Masken ablegen und wirklich mitteilen, wie wir uns fühlen.

Ich habe eine andere Freundin. Bei der ist alles immer „gut“. Urlaub gut. Beziehung gut. Sexleben gut. Essen gut. Arbeit gut. Alles gut. Wenn ich sie so höre, frage ich mich, warum ich mich ihr anvertrauen sollte, wenn sie doch so offensichtlich oberflächlich bleibt.

Bevor wir jedoch jedem unserer Mitmenschen unsere leidigen First-World-Problems verkünden, sollten wir vorher einmal mehr in uns selbst reinhören. Wir sollten erschrecken, wenn wir uns zum zwanzigsten Mal an einem Tag (über Kleinigkeiten) ärgern und unser Jammern schon eine Gewohnheit geworden ist. Fühlen wir uns besser, wenn wir unsere schlechte Laune am Gegenüber abladen? Wohl kaum! Jammern tun wir vor allem aus egoistischen Gründen, wir wollen Mitgefühl, Aufmerksamkeit und Trost.

Warum also aufhören, wenn es doch so schön ist, zu jammern und getröstet zu werden?

Ganz einfach! Weil es nervt. Wir ermüden damit nicht nur unsere Mitmenschen, wir ermüden uns auch selbst. Immer mehr verfallen wir in die Opferrolle, immer mehr kreist unser Gedankenkarusell ins Negative, immer schwieriger wird es, das Schöne zu sehen.

Wege aus dem Jammertal

Der erste Schritt zur Änderung ist ganz einfach: Einsicht

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Vielleicht fällt es dir gar nicht so bewusst auf, wie oft du dich tatsächlich am Tag beschwerst. Beginne also im ersten Schritt achtsam in dich reinzuhören. Wie oft passt dir irgendetwas oder irgendjemand nicht? Wie oft fluchst du vor dich hin? Wie oft denkst du negativ an einem Tag?

Umsetzung: Die 7-Tage Anti-Jammern-Challenge

Dieses Verhalten gilt es nun ganz bewusst zu ändern. Als kleines Selbstexperiment habe ich es ausprobiert,  eine ganze Woche lang nicht zu jammern und es hat mich beinahe zwei Monate gekostet, bis ich es endlich geschafft habe.

Das Ziel ist es, sieben Tage hindurch nichts Negatives zu sagen.

Das beinhaltet: kein lästern, kein jammern, kein nörgeln, kein kritisieren, kein beschweren, ja nicht einmal ein genervtes Seufzen. Falls es doch passiert, fängt die Woche wieder von vorne an.

Während es im Äußeren noch leichter zu prüfen ist, fällt es da schon schwerer unsere innere Stimme auszuschalten. Gleichzeitig zur Nicht-Jammern-Challenge ist es wichtig, sämtliche negative Glaubenssätze im Kopf direkt abzuschmettern.

Dutzendmal am Tag sind wir nicht nur genervt von unserem Umfeld und Alltagsproblemchen, sondern kritisieren vor allem uns selbst, Selbstfürsorge schaut anders aus!

jammert ständig

Damit muss Schluss sein!

Das Gehirn ist ein Muskel, umso öfter es dieselben Gedankengänge führt, umso mehr verstärkt es diese, umso eher treffen Sorgen dann auch tatsächlich ein. Wir können jedoch bewusst entgegensteuern, indem wir jedes Mal, wenn so ein „das klappt nicht“- oder „das schaffe ich nie“- oder sogar „ich bin dafür zu dumm“-Gedanke in uns hochkommt, aktiv prüfen und widerlegen.

Was würden wir einer Freundin sagen, wenn sie so von sich spricht, wie unsere Gedanken es mit uns tun? Wir würden ihr widersprechen. Wir würden ihr gut zureden, ihr Hoffnung machen und sie ermutigen. Wir würden Gründe finden, warum sie es doch schafft und ihr sagen, dass sie kein bisschen dumm ist, sondern toll. Zumindest wenn wir eine gute Freundin wären 😉

Warum sind wir uns also nicht selbst die beste?

So negativ wie wir mit uns selbst sprechen, würden wir es doch niemals mit einer anderen Person tun? Also: auch Schluss damit!

Jeder misserfolgsorientierte Gedanke muss hinterfragt werden. Stimmt das wirklich? Woher kommt er? Anschließend wird er umformuliert in einen positiven, konstruktiven Gedanken. So wird unser Gehirn und unsere Einstellung aktiv hin zum Positiven trainiert. Im besten Fall entsteht so ganz von alleine eine „Ich schaffe das“-, eine „Ich bin gut genug“-Mentalität. Du fängst an, an dich zu glauben und erreichst endlich deine Ziele.

Der Entschluss gegen das Jammern

Nach dieser Woche wirst du bereits einen spürbaren Unterschied deiner Einstellung wahrnehmen. Dein Denken verändert sich, dein Energielevel steigt an und dein Gehirn sucht automatisch nach der besten Lösung.

Spüre diesen Unterschied und entschließe dich endgültig dafür:

Ich will kein Drama mehr in meinem Leben!

Ich will diese Schwere nicht mehr! Ich will dieses Leiden nicht mehr, in dass mich meine Gedanken immer tiefer stürzen und ich will es nicht mehr, mich ungeliebt zu fühlen und schlecht drauf zu sein.

Ich will kein Drama mehr in meinem Leben!

Erinnere dich immer wieder an diesen Entschluss, schreib ihn dir auf und beziehe ihn auf all deine Lebensbereiche.

Wie viel erfüllender ist deine Beziehung ohne Drama? Wieviel einfacher deine Freundschaften? Wie viel angenehmer dein Beruf? Familienauseinandersetzungen? Rückschläge? Deine Freizeit? Dein Alltag?

Vertraue!

Bleib rational: Alles was du befürchtest, dass an Negativem eintritt, trifft zu über 90% Wahrscheinlichkeit sowieso nicht ein. Das bedeutet, du machst dir völlig umsonst Gedanken. Deine Angst ist unbegründet. Deine Zweifel sind vergeudete Lebenszeit und verschleuderte Energie.

Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten.  Mark Twain

Und die Dinge, die wirklich eintreffen und vielleicht sogar zunächst wie ein Schicksalsschlag erscheinen, stellen sich im Nachhinein oftmals als neue Chance heraus.

Bei mir hat sich die alte Binsenweisheit bisher noch jedesmal bewahrheitet:

Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich eine andere.

Auch wenn wir das zunächst nicht sehen können, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, auf die alte Tür zu starren, entspricht es einem Gesetz des Universums:

Alles was in deinem Leben passiert – passiert für dich!Christian Bischoff

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8 Kommentare

  1. „Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten.“ Genau das sagt alles. Ich selbst bin alleinerziehende Mutter von drei Kids und auch noch voll berufstätig. Freizeit = 0. Aber jammern tue ich nicht, man muss die Dinge positiv sehen!

    Danke für diesen Artikel und lG,
    Conny

    Antworten

    • Liebe Conny,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich ziehe meine Hut vor dir!
      Drei Kinder und Vollzeit arbeiten klingt nach einer guten Organisation 😀
      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

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