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Momentum aufbauen – Wie du alles schaffst, was du dir vornimmst!

Momentum aufbauen

Jeden Montag wollte ich einen Blogpost veröffentlichen. 9 Wochen habe ich es geschafft, allerdings gerade so, denn ich schob auf und schob auf und schob auf. Wie immer halt! Wenn ich meine Aufschieberitis dann mal überwinde, passieren ganz oft „unvorhergesehene“ Zwischenfälle,  wie z.B eingehende Whatsapp-Nachrichten, die dringend beantwortet werden müssen, mein Freund, der ins Zimmer kommt und etwas will oder es meldet sich einfach der Hunger. Ich musste Momentum aufbauen.

Oft nehme ich mir felsenfest vor: „Die nächsten zwei Stunden werden nur gearbeitet“ und merke dann besagte zwei Stunden später, dass ich eigentlich nichts geschafft habe.

Ich frage mich, warum erreichen manche Menschen an einem Tag so viel, wie ich in einer Woche? Warum haben manche Menschen am Ende der To-Do-Liste noch so viel vom Tag übrig?

Der Grund ist, sie haben Momentum aufgebaut!

Momentum kommt aus dem lateinischen und heißt so viel wie Bewegungskraft. Etwas ist im Fluss. Etwas geht, wie von selbst, ohne große Anstrengung.

Stell dir einen Zug vor, der mit 200km/h über die Gleise rauscht. Lässt er sich aufhalten? Wohl kaum – der Zug würde selbst durch eine dicke Mauer mühelos hindurchbrechen und weiter rasen. Der Grund dafür ist schlichtweg: Der Zug hat MOMENTUM aufgebaut. Er ist in Bewegung, er hat Fahrt aufgenommen und rauscht nun wie von allein über die Gleise – eine treibende Kraft.

Der Zug hat tausende Pferdestärken, obwohl er tonnenschwer ist, kann er sich so schnell bewegen. Steht er jedoch still, kann schon der kleinste Widerstand verhindern, dass er voran kommt. Nur ein kleiner Keil vor den Rädern kann ihn bewegungsunfähig machen, egal wie groß die Anstrengung ist.

 ! Ohne Momentum scheitert dein Vorhaben schon an Kleinigkeiten! Mit Momentum geht alles wie von selbst, Hindernisse können dich nicht aufhalten! 

 

Das Bild des Zuges verdeutlicht auch, dass am Anfang einer Unternehmung eine unglaublich große Kraftanstrengung nötig ist, die sich im Laufe der Zeit immer mehr verselbstständigt. Wie ein stehendes Auto, das angeschoben werden muss. Zunächst kostet es viel Kraft, rollt es erstmal, geht das Anschieben, viel einfacher. Oder ein Flugzeug, das abhebt, ein Schneeball, der zur Lawine wird und so weiter.

Die Kraftanstrengung, um das Momentum aufzubauen, nennt sich Disziplin!

Disziplin klingt erstmal ziemlich unsexy. Trotzdem ist sie der Motor deines gewünschten Momentums. Wenn du willst, dass deine Arbeit im Fluss ist, musst du dir eine Gewohnheit erschaffen. Gewohnheiten erschaffen wir durch Wiederholungen und Disziplin. Der Kampf gegen unsere schlechte Gewohnheiten ist anstrengend aber glücklicherweise nicht auf Dauer notwendig. Nach etwa drei bis sechs Wochen Disziplin und Ausdauer haben wir uns eine neue Gewohnheit erschaffen. Früher aufstehen, joggen oder Wasser statt Cola zu trinken wird dann leichter – das Momentum aufbauen hat sich gelohnt. Dinge für die wir früher eiserne Disziplin gebraucht haben, sind nun vielleicht sogar ein Vergnügen.

Das Momentum aufbauen hat geklappt – Warum wir dennoch oft mit unseren guten Gewohnheiten brechen

In Wahrheit benötigen wir immer etwas Anstrengung, das angeschobene Auto rollt schließlich nicht ganz von alleine. Auch wenn wir volles Momentum aufgebaut haben, ist dennoch von Zeit zu Zeit ein Funken Disziplin nötig.

Ein Beispiel: Die drei Phasen während wir Momentum aufbauen

Du hasst joggen und möchtest trotzdem anfangen, weil du weißt dass es deinem Körper gut tut und du so eigentlich völlig abschalten kannst. Die wichtigste Grundvoraussetzung beim Erreichen von Zielen ist: Kenne immer deinen Grund!

  • Momentum aufbauen – Startphase: Sie dauert etwas drei bis sechs Wochen, während der du dich fragen wirst: Warum ich? Warum joggen? Kampf, Zwang, Seitenstechen und ein Gefühl von Angekotzt-Sein ist unser ständiger Laufbegleiter.
  • Momentum aufbauen – Phase zwei: Der Sprung in die Joggingschuhe wird zur Selbstverständlichkeit. Regnet es den ganzen Tag, ist es ein komisches und unangenehmes Gefühl, nicht laufen zu können. Du hast dein Momentum soweit aufgebaut, dass du das Joggen mittlerweile lieber magst, als nicht zu joggen. Jedoch: nur an fünf von sieben Tagen. Die restlichen zwei Tage benötigst noch etwas Disziplin-Aufwand, allerdings lange nicht so viel wie in Phase eins des Momentum-Aufbauens.
  • Momentum aufbauen – Phase drei: Nach einem Jahr hat sich im Grunde eine Gewohnheit voll automatisiert. Du wachst nun schon mit einer Vorfreude auf das Joggen auf, jeden Tag im Monat, bis auf ein bis zwei… An diesen ist dann wieder das Quäntchen Disziplin notwendig …

Das mit dem Joggen ist von mir selbsterprobt. Etwa ein Jahr lang bin ich so gut wie jeden Tag eine Stunde gelaufen! Ich habe es geliebt. Bis ein extrem kalter und verschneiter Winter meinen Jogginggewohnheiten den Gar ausgemacht hat. Leider bin ich danach nie wieder über Phase eins hinausgekommen 🙁 Ohne Momentum bauen sich gute Gewohnheiten also sehr schnell wieder ab!

Dennoch lässt sich festhalten: Haben wir einmal Momentum aufgebaut, müssen wir es nur noch aufrechterhalten. Dazu benötigen wir immer seltener Disziplin. Entwickeltes Momentum gibt uns langfristig viel mehr Kraft als die, die wir für den Aufbau benötigen.

Wir sind das, was wir wiederholt tun. Exzellenz ist keine einmalige Handlung, sondern eine Gewohnheit.Aristoteles

Wie du im Alltag Momentum aufbauen kannst?

Am liebsten würde ich mich in allen Bereichen verbessern. Mich gesünder ernähren, mehr Sport machen, früher aufstehen, bessere Beziehungen führen, meine Freizeit mit Hobbys auszugestalten und effektiver zu arbeiten. Alles auf einmal zu schaffen ist aber unmöglich. Ein Tennisprofi kann nicht gleichzeitig ein Fußballprofi sein. Es ist notwendig, sich erstmal auf eine Sache zu konzentrieren. Für mich macht es auch Sinn mir pro Monat eine Sache vorzunehmen oder pro Woche, die Pomodoro-Technik hilft mir dabei!

Ab jetzt möchte ich mir eine Schreibroutine schaffen. Im Schreiben Momentum aufbauen. Zu oft schiebe ich es auf, beginne zu prokrastinieren und kann daher nicht mein angekündigtes Pensum einhalten.

Ab sofort schaffe ich mir einen Momentum-Triggerpunkt!

Triggerpunkte sind Reize, die wir in unserem Gehirn mit einer Sache, Tageszeit oder gar einem Ton verbinden. So wie wir morgens nach dem Aufstehen automatisch Zähneputzen, beim Klang einer WhatsApp Nachricht aufs Handy schauen oder uns auf einer Couch entspannen.

Wir können unser Gehirn auf bestimmte Gewohnheiten konditionieren. Zum Beispiel: Am Schreibtisch wird nur gearbeitet! Wenn wir aufhören, am Schreibtisch zu essen, fernzusehen oder zu telefonieren und uns wirklich nur zum Arbeiten dorthin setzen, konditioniert sich unser Gehirn auf „Schreibtisch = Arbeiten“.

Dass hilft uns wiederum ungemein beim Momentum aufbauen. So versuche ich nun direkt meine Schreibroutine fest an den Morgen zu knüpfen! Morgens ist mein Kopf noch frei, kreativ und voller frischer Ideen. Morgens fällt mir einfach alles leichter, sei es mich für einen Lauf zu motivieren, Emails zu beantworten oder einfach nur aufzuräumen. Daher möchte ich mich morgens nun auf die mir wichtigen Dinge konzentrieren und zwar: mein Schreib-Momentum! Das heißt, sobald ich aufstehe, setze ich mich nun für zwei Stunden an den Mac – ohne offenes Email-Programm, ohne Facebookvergleiche und –Neid, ohne vorher das Geschirr vom Vorabend in die Spülmaschine einzuräumen und ohne zu duschen und mich fertig zu machen. Aufstehen, Zähneputzen, Wasser hinstellen, schreiben. Während dieser Zeit ist mein Handy aus und ich lasse mich nicht stören.

Schlechtes Momentum kostet dich etwas!

Zuletzt möchte ich dir noch ein kurzes beeindruckendes Beispiel von Motivationstrainer Christian Bischoff geben, was für einen unglaublichen Unterschied scheinbar kleine Gewohnheiten auf Dauer machen! Denn es gibt neben positivem Momentum leider auch negatives Momentum, das wir uns aneignen können

Momentum aufbauen

Nehmen wir drei Brüder, die alle verheiratet sind und einen Job als Versicherungsmakler haben. Bruder 1 beschließt sich in Kleinigkeiten positiv zu verändern, Bruder 2 lebt so weiter wie bisher und der dritte Bruder lässt sich in allen Bereichen seines Lebens etwas gehen:

Bruder 1 Bruder 2 Bruder 3
liest täglich 10 Seiten über
Persönlichkeitsentwicklung,
positives Denken und Erfolg
lässt alles beim Alten schaut 5 Stunden pro
Tag Fernsehen
isst 130kcal weniger
pro Tag
lässt alles beim Alten  isst mehr
bewegt sich 2000 Schritte
am Tag mehr indem er
mehr zu Fuß geht
lässt alles beim Alten lässt sein
Fitnessprogramm ausfallen
trinkt 3 Liter Wasser
am Tag
lässt alles beim Alten trinkt Spezi und Säfte
führt mehr Kundengespräche lässt alles beim Alten lässt Kundengespräche
ausfallen
verbringt einen festen
Abend pro Woche mit
seiner Frau
lässt alles beim Alten ignoriert seine Frau,
sie leben nebeneinander her

Bischoff stellt heraus, dass sich in den ersten zwanzig Monaten noch nicht mal merklich ein Unterschied bei den neuen Lebensgewohnheiten der Brüder feststellen lässt, außer das Bruder 3 etwas zugelegt hat.

Erst nach 2 1/4 Jahren merkt man einen Unterschied und der ist drastisch!

Bruder 1 Bruder 2 Bruder 3
hat 47 Bücher gelesen ist unglücklicher hat 4105 Stunden ferngesehen
hat 17 Kilo verloren ist unglücklicher hat 17 Kilo zugelegt
ist durch die Bewegung
und das Wasser so fit wie nie
ist unglücklicher ist unsportlich, träge, hat
Gelenkschmerzen und
Herzprobleme
hat knapp 1000 Kundengespräche
geführt, wenn von denen nur 3%
erfolgreich waren, hat er auf
Provisionsbasis sein Gehalt
weit mehr als verdoppelt
ist unglücklicher hat finanzielle Schwierigkeiten
hat 124 Wochen lang einen
Abend mit seiner Frau
intensiv Zeitverbracht
ist unglücklicher hat eine tote Beziehung,
die vor der Trennung steht

Dieses Beispiel verdeutlicht: Nichts geht über Nacht. Frag dich heute, was will ich, wo will ich in 27 Monaten stehen und welches Momentum hilft mir in diese Richtung zu kommen. Bruder 2 hat sich zwar scheinbar nicht verändert, in ihm drin aber fühlt er sich sicher gelangweilter, frustrierter und unglücklicher. Denn Stillstand bedeutet immer Rückschritt. Willst du heute noch an dem Punkt sein, an dem du vor 5 Jahren standest?

Es zählen erstmal nicht Ergebnisse (Bambus muss man sieben Jahre lang gießen, bevor er wächst, ohne etwas vom Ergebnis zu sehen!), sondern einzig und allein das du mit dem Momentum aufbauen beginnst! Komm in den Fluss der guten Gewohnheiten und du wirst unaufhaltbar, so wie die Schneelawine!

Hast du schon Momentum aufgebaut? Meiner Meinung nach hat Momentum auch mit Selbstliebe und Selbstfürsorge zu tun. Siehst du das ähnlich?

Deine Ronja

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  6. Hallo Ronja,

    vielen Dank für den coolen Beitrag!
    Das Momentum ist ein richtig mächtiges Tool für den Erfolg in jeder Lebenslage. Aber wie so oft wird man unfreiwillig mitten in der 2 Phase aus dem Flow geworfen und das Momentum schwächt ab oder geht gar verloren. So geht es vermutlich vielen, auch mir ist schon viele Male passiert.
    Um die Gewohnheit aufrecht zu erhalten, benötigt man hier nicht nur eiserne Disziplin, man muss sich auch wieder an das WARUM man dies oder jenes macht erinnern und sich das Ziel klar und deutlich VISUALISIEREN!

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.

    Liebe Grüße Paul

    Antworten

    • Lieber Paul,

      ganz genau, vielen Dank dafür!
      Visualisierung ist das A & O.
      Damit lässt sich so viel bewirken.

      Ganz liebe Grüße
      Ronja

      Antworten

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