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Irgendwas ist immer! 5 Tricks, wie du dein Bullshit-Gedankenkarusell stoppen kannst

Generation Y

Früher dachte ich, ich bin glücklich, wenn es meine Familie ist.

Darauf habe ich gewartet. Manchmal zu lange. Waren sie happy, war ich es auch. Hing der Haussegen schief, ging es mir schlecht.

Heute weiß ich, ich kann nicht beeinflussen, wie sich die anderen fühlen. Wenn dann nur, wie ich mich selbst fühle.

Später dachte ich, ich bin glücklich, wenn ich etwas schlanker bin. Also nahm ich ab. Und war tatsächlich glücklich. Nur dass die Pfunde im Winter zurückkamen und ich trotzdem glücklich bleiben wollte.

Dann dachte ich, ich bin glücklich, wenn ich meinen Master in der Tasche habe. Am Tag der Abgabe war ich irgendwie alles, aber nicht wirklich glücklich. Eher leer. Ich dachte, das Glück kommt, wenn ich meine Berufung gefunden habe. Nur, dass die gar nicht so leicht zu finden ist. Und ich trotzdem glücklich sein wollte.

Und zwar heute, nicht erst, wenn … !

Vom ewigen Hinterherjagen von Zielen – „Ich wäre ja so glücklich, wenn …“

Kommt dir das vielleicht bekannt vor?

„Ich könnte ja sooo glücklich sein! Eigentlich!“

„Würde ich nur ein bisschen mehr verdienen. Dann müsste ich mir weniger Sorgen machen und könnte mir auch was leisten.“

„Ich WÄRE der happiest Mensch auf der Welt, wenn ich endlich meinen Seelenverwandten da draußen finden würde und einen Partner an meiner Seite hätte.“

„Ich hätte sooo gerne Kinder, die würden mich glücklich und erfüllt machen!“

„Im Sommer bin ich glücklich! Winter ist nichts für mich.“

„Mein Leben ist eigentlich gerade so schön, wenn es nur ein bisschen besser in meiner Beziehung laufen würde! Die andern Paare wirken doch auch so verliebt, wie schaffen die das im Alltag? Warum kann er/sie nicht auch so verrückt nach mir sein wie all die Instagram-Paare hinter dem Hashtag #couplegoals?“

„Wenn mein Partner doch nur ein bisschen mehr so wäre, wie ich es mir wünsche:

… kuscheliger, redsamer, reiselustiger, wenn er ein bisschen weniger feiern würde, und weniger trinken, wenn er mehr verdienen würde und dazu aber im besten Fall auch noch weniger arbeiten würde. Wenn er doch nur mehr Zeit mit mir verbringen würde und weniger vor dem Fernseher, wenn wir mehr gemeinsame Hobbys teilen könnten, wenn er mehr im Haushalt helfen würde und nicht mehr seine verdammten Socken überall rumliegen lassen würde, …

ja dann, dann wäre ich wirklich glücklich!“

Wir leben so sehr in der Zukunft bei Dingen, die wir erreichen wollen, das wir NIE zufrieden sind. Selbst wenn wir endlich erreicht haben, was wir wollten, sind wir mit dem Kopf meistens schon wieder beim nächsten Vorhaben, beim nächsten Ziel, für das wir uns abstrampeln.

Schamgefühl

Das große EIGENTLICH

Eigentlich geht es uns gut.

Sind wir doch gerade fertig geworden mit der Schule oder Uni und könnten vor lauter Vorfreude aufs Leben und alles, was das noch so für uns bereit hält, platzen.

Unser größtes Glück liegt meist nur einen Mausklick von uns entfernt, nämlich der „BUCHEN“-Button auf Websiten namens Momondo, Trivago oder Skyscanner.

Wir bereisen die schönsten Flecken dieser Erde! Sehen Dinge, schmecken Sachen und erleben Kulturen, von denen unsere Eltern und Großeltern nur träumen konnten.

Wir dürfen frei entscheiden.

Was wir studieren, wo wir arbeiten, wann wir arbeiten, ja eigentlich sogar ob wir arbeiten.

Wir können lieben wen wir wollen, so viele wir wollen und nein sagen, wenn wir nicht wollen.

Wir sind gesegnet. Wir wurden in ein „Erste-Welt“-Land geboren, die Chance hier geboren zu werden liegt bei etwa 10%.

Wir wurden zu einer Zeit geboren, die man mit gutem Gewissen FREIHEIT taufen kann. Kriege wurden ausgekämpft, Rechte sich erstritten, Vermögen angehäuft und Bildung gesichert – für uns, die Kinder von gestern, die Zukunft von morgen.

Wir können dankbar sein!

Und das wissen wir auch. Das fühlen wir sogar. Wäre da bloß nicht, diese eine Sache …

 

Das große ABER

Irgendwas ist immer.

Und irgendwas wird immer sein.

Ein, zwei, drei Abers gibt es wohl in jedem Leben.

Hand aufs Herz! Du hast es sicher auch.

Egal ob klein:

  • „Heute war eigentlich ein guter Tag, bis mein Arbeitskollege mich mal wieder genervt hat.“

oder ein wenig größer

  • „Oh nein, ich habe die Prüfung nicht geschafft, was soll nur jetzt aus meinem Leben werden.“
  • „Wenn ich nicht endlich einen Partner finde, sterbe ich alleine.“

Weiter bringt einen dieses Bullshit-Gedankenkarusell ja irgendwie nicht.

Gedankenkarusell

5 Tricks, wie du gegen das Bullshit-Gedankenkarusell ankommst

Die 5er Frage

Ist es in fünf Tagen, in fünf Wochen, in fünf Monaten und in fünf Jahren noch relevant genug, sich darüber aufzuregen und zu jammern?

Falls nein, kannst du es auch gleich lassen.

Falls ja, kannst du es auch später tun.

 

Wäge ab: Vorteile vs. Nachteile

Manchmal kann es aber auch vorkommen, dass du – endlich, endlich, endlich – dein langersehntes Ziel erreichst hast und merkst: „Scheiße, dass war total das Falsche!“

Vielleicht wolltest du einen Partner, der mehr Zeit für dich hat und ärgerst dich jetzt, dass er weniger verdient.

Vielleicht liebst du den Firmenwagen, aber hasst deinen Job?

Vielleicht wolltest du auch das große Stück Pizza zum Frühstück und nun stinkt es dir, dass du schon wieder ein Kilo mehr drauf hast.

Ja, vielleicht wolltest du einfach alles haben.

Vielleicht haben sich deine Wünsche und Prioritäten auch verschoben, weil du dich als Mensch verändert hast, weil du gewachsen bist.

Genieße nicht die Vorteile, wenn du mit den Nachteilen nicht leben kannst.

Frage dich, was überwiegt mehr und dann mache deinen Frieden damit. Manchmal geht nämlich einfach nicht alles gleichzeitig.

 

Ändere es

Meistens hast du aber die Möglichkeit aktiv etwas an deiner Situation zu ändern.

Wenn es dir nicht gefällt, dann beweg dich. Du bist kein Baum. Raus aus deiner Komfortzone!

Oder aber aktiv etwas an deinen Gedanken zu dieser Situation zu ändern. Tue was du liebst, aber liebe auch was du tust.

 

Schließe Frieden damit

Manche Dinge kannst du einfach nicht ändern, egal wie viel du positiv affirmierst oder wie viele Wünsche du ans Universum schickst. Schlimme Schicksalsschläge, schwere Krankheiten in deiner Familie, dein Partner, der sich von dir getrennt hat.

Eine zeitlang konntest du vielleicht kämpfen, aber irgendwann hast du diese Pille zu schlucken. Leider! Und ja, Es ist verdammt unfair, und du fragst dich wahrscheinlich die ganze Zeit, warum gerade ich?! Ich wäre so gerne einfach glücklich.

Vielleicht hat es dich erwischt, weil du stark genug bist, es auszuhalten. Irgendwo habe ich einmal den Spruch gelesen, ein Mensch bekommt das, was er vertragen bzw. aushalten kann. Du musst also ein sehr starker Mensch sein. Und irgendwo habe ich den Spruch gehört, alles Schlimme, was dir passiert, geschieht, damit deine Empathie für andere, die ähnliches erleiden unendlich ist und du sie damit ein Stück weit heilen kannst.

Ich finde den Gedanken schön.

Lass das große „Warum?“ los und die Gedanken, „Aber es könnte doch…“, „Wenn es doch nur anders wäre …“

Es ist so, wie es ist.

Manchmal ist das Leben richig fies, aber meistens ist es wunderschön. Vielleicht ist der Schmerz, den du heute spürst, die Stärke die du morgen fühlst.

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6 Kommentare

  1. Wow. Der Text hat gesessen! Ich habe schon vor langem gespürt, dass man niemals glücklich sein wird wenn etwas bestimmtes erreicht ist. Zu häufig sieht die Vorstellung anders aus als die Realität. Dennoch frage ich mich seit einigen Monaten, was bei mir falsch läuft. Warum es nicht einfach Mal geradeaus laufen kann oder Füße riesen Herausforderungen, denen ich derzeit einfach kein Stück gewachsen bin. Aber dein Absatz, mit dem Punkt, dass wir nur das bekommen was wir auch Stemmen können und getoppt mit dem Satz der Empathie, macht mich nachdenklich. Es macht mir sogar wieder Hoffnung, dass wohl nicht alles so mies aussieht wie in meinem Kopf!
    Vielen Dank!!

    Antworten

    • Liebe Ela,

      ganz genau, die Vorstellung schaut immer anders aus als in der Realität – wir malen uns alles einfach viel zu schön aus und sind dann meistens enttäuscht 😀 Ich habe mich wirklich kaum getraut, genau diese zwei Abschnitte zu veröffentlichen, weil ich Angst hatte, jemand könnte sein Leid dann als verharmlost oder nicht ernst genommen fühlen. Umso mehr freut es mich, dass es dich zum nachdenken bringt und dir vielleicht weiterhilft. Mir hat es sehr geholfen, als ich das mal in einem Podcast gehört habe.
      Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin und nach jedem Down kommt zwangsläufig ein Up 🙂

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  2. Ein toller Artikel mit dem Blick für das Wesentliche! Danke 🙂 Man muss sich ständig selbst daran erinnern, wie gut es uns eigentlich geht. Manchmal macht man sich selbst das Leben schwer und lässt sich viel zu sehr von Kleinigkeiten beeinflussen. Dabei gibt es so vieles worüber wir dankbar sein können. Mir geht es am besten, wenn ich aufhöre mich mit anderen zu vergleichen und im Hier und Jetzt lebe ohne an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Sonnige Grüße, Angi

    Antworten

    • Ganz genau, es lohnt sich nicht länger als fünf Minuten über Dinge aufzuregen, die übermorgen (oder in einem Jahr) eh keine Bedeutung mehr haben! Oh toll, habe grade deinen Blog durchgestöbert und stimme dir mit den Gefahren Thailands voll und ganz zu 😉

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

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