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Geschichte vom Zweifel Nicht-gut-genug-zu-sein und seinen Kameraden

Zweifel – sie klopfen plötzlich an der Tür.

Ich mache auf: Da seid ihr ja.

Wieder.

Gerade wo die Euphorie kurz vorbei geschaut hat auf einen Tee und die Hoffnung da war für einen kurzen Besuch.

Doch jetzt stehen sie wieder vor mir, wie kleine Männchen mit bekannten Gesichtern.

Guten Tag, Zweifel „Nicht ernst genommen zu werden“. Setz dich doch Zweifel, „talentfrei zu sein“. Was kann ich dir anbieten, Zweifel „sich zu blamieren“?

Euch zu verscheuchen klappt ja sowieso nicht.

Euch die Tür vor der Nase zuzuschlagen ist sinnlos, denn ihr bleibt davor sitzen und klopft einfach. So laut, dass ich nicht schlafen kann, so lange bis ich euch nicht mehr ignorieren kann.

Klopf, klopf, klopf, klopf …

Also lass ich euch rein, Platz ist genug, denn Euphorie und Hoffnung sind ja gegangen und haben eine Lücke hinterlassen.

Nur ein Zweifel kann sich kaum durch die Tür pressen, so groß ist er: du musst auf der Couch Platz nehmen, Zweifel „Nicht gut genug zu sein“, der Stuhl würde unter deiner Last brechen!

Und so verpflege ich sie mit Kaffee und Kuchen und setze mich an den Schreibtisch, um weiter zu machen.

Versuche sie auszublenden und tippe Buchstabe für Buchstabe, Silbe für Silbe, Wort für Wort in die Tasten meines Laptops, ohne auf ihre Einwände zu hören.

„Was machst du da?“ fragt Herr Talentfrei. „Du verschwendest deine Zeit!“ belächelt mich Herr Nicht-ernst-genommen-werden. „Du kannst das nicht! Es gibt tausend bessere als dich!“ tönt es brummend vom Sofa, der dicke Nicht-gut-genug hat es sich sogar schon unter der Wolldecke gemütlich gemacht. Hysterisch kichernd kugelt sich Herr Sich-blamieren auf dem Boden. Ich lasse mich nicht ablenken.

Diesmal nicht!

Tippe weiter und weiter, erstelle Pläne und Listen, träume groß.

Beim Blick aus dem Fenster stockt mir der Atem, da, hinterm Gebüsch am Spielplatz schaukelt, welch seltener Anblick, die Kreativität. So ausgelassen, frei und fröhlich spielt sie im gelb-rot-grünen Herbstlaub. Unverzüglich schnappe ich mir meinen Laptop, ziehe mir Turnschuhe, Schal und eine warme Jacke an und verlasse die Wohnung. Die Zweifel bleiben perplex zurück.

Umso näher ich der Kreativität komme, umso leichtfüßiger und beschwingter werden meine Schritte. Bis ich mich ihr schließlich ganz langsam und behutsam ruhig nähere und mich auf der Bank neben ihr niederlasse. Wieder klappe ich den Laptop auf und tippe diese Zeilen, als plötzlich auch die Hoffnung und die Euphorie vom Klettergerüst herunterkommen und anfangen zu wippen. Sie waren also die ganze Zeit in der Nähe. So sitze ich etwa zwei Stunden, bis es dämmert und meine Finger frieren.

„Morgen um dieselbe Zeit?“, frage ich die drei vor dem Aufbrechen. „Wir sind da“, versichern sie. Zurück in der Wohnung ist es mir jetzt zu eng mit den vier unliebsamen Besuchern. Also schmeiße ich sie raus, wie so oft, den Dicken muss ich mit beiden Füßen durch die Tür drücken und mich dabei mit den Händen am Rahmen festhalten. Doch auch er ist schließlich draußen. Und als ich beschließe Musik anzumachen, dann nicht nur, um das Klopfen zu übertönen, sondern vor allem um zu tanzen, zu singen, zu träumen und zu hoffen und euphorisch zu sein und kreativ.

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