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6 Monate Generation Y und 1 Jahr Selbstständigkeit – Mein Rückblick (und mein Einkommen)

Generation Y

Juhu! Jubiläum!

Genau heute vor einem halben Jahr ist Generation Y online gegangen!

Am 8.März 2017 habe ich endlich den Wartungsmodus ausgeschaltet, meine ersten Posts auf Facebook sowie meinen allerersten Instagrampost veröffentlicht.

Der 8. März war auch der Tag, an dem ich zum ersten Mal alleine in ein Flugzeug stieg und mich zu einer fünfwöchigen Soloreise nach Asien aufmachte.

Ich dachte mir, wenn ich schon mutig bin, dann gleich richtig – Komfortzone und so.

Außerdem spielte ich mit dem Gedanken zu meinem Blog während dieser Zeit auch schon eineinhalb Jahre, hatte mir jedoch immer eingeredet, keine Zeit zu haben und noch so viel lernen zu müssen (WordPress, SEO, Marketing etc. blabla)!

Am selben Tag bekam ich übrigens auch endlich das Ergebnis meiner Masterarbeit – (einmal kurz angeben) 1,3.

Das Thema: Generation Y. Soziologische und literarische Aspekte eines Begriffs.

Zeitgleich zum Mini-Jubiläum des Blogs jährt sich noch ein anderer Meilenstein in meinem Leben. Im September letzen Jahres, ergatterte ich auch den ersten Kunden als Freelancerin.

Das trifft sich gut, um einmal Bilanz zu ziehen!

Die liebe Selbstdisziplin

Ich bin ein Mensch, der definitiv Druck braucht, um Dinge zu Ende zu bringen. Besagte Masterarbeit schrieb ich in der Nacht vor Abgabe fertig. Mein Professor umschrieb mir nett, dass es noch einen Korrekturvorgang benötigt hätte.

So bin ich.

Leider.

Schon immer.

Fliege ich in den Urlaub, packe ich drei Stunden vor Abflug. Habe ich einen Termin, trödle ich so lange herum, bis der Zeiger der Uhr mich zum Aufbruch zwingt.

Immer spät dran.

Immer gehetzt.

Immer unter Zeitdruck.

Ich hasse das! Aber habe es leider noch nicht geschafft, zu ändern.

Für meinen Blog als auch für meine Selbstständigkeit ist meine fehlende Selbstdisziplin und mein Hang zum Prokrastinieren natürlich Gift.

Im April zum Beispiel verkündete ich fröhlich, jeden Montag einen Artikel zu veröffentlichen. Am Anfang schrieb ich ihn noch Sonntagabend fertig, dann Montagfrüh, dann Montagabend und irgendwann gar nicht mehr.

Ähnlich sieht es auch mit meinen Textaufträgen für Kunden aus. Da schaffe ich es zwar rechtzeitig abzugeben – Deadline sei Dank – allerdings wie immer auf den letzten Drücker!

Mit Hilfe von „Eat that Frog“ und Pomodoro-Technik habe ich mich schon ein wenig verbessert.

Welcher Tag ist heute?

Ich bin unglaublich dankbar über die Freiheit, für Friseur- oder Zahnarzttermine nicht bis zum nächsten Jahresurlaub warten zu müssen. Mich spontan unter der Woche mit Freunden treffen zu können, die gerade frei haben, oder auch mal für mehrere Tage meine Familie in der Heimat besuchen zu können.

Noch dankbarer bin ich dafür, dass ich bei strahlendem Sonnenschein einfach meine Badetasche packen und mal eben für ein paar Stunden rüber ins Schwimmbad gehen kann. Dafür dass ich bei 30Grad nicht eingesperrt in irgendeinem Büro meine Zeit absitzen muss!

Gleichzeitig sehne ich mich nach wirklich freien Zeiten! Denn während ich im Schwimmbad liege, denke ich schon wieder dran, was abends noch erledigt werden muss. Wochenenden gibt es für mich auch nicht, da im Grunde jeder Tag gleich ist. Wenn ich eine Abgabe am Montag habe, muss ich natürlich übers Wochenende ran an den Laptop. Als Virtuelle Assistenz hat man sowieso Dauerbereitschaft und kann Offline-Zeiten oder Digital Detox an den Nagel hängen.

1 Jahr Selbstständigkeit

Der Wunsch nach Routine

Dadurch, dass all deine Freunde und deine Familie wissen, dass du dir selbst einteilen kannst, wann du arbeitest, haben sie das irgendwie so im Kopf abgespeichert: Du hast immer Zeit.

Jemand zieht gerade um, kein Problem, du kannst mit zu Ikea fahren. Jemand hat einen Arzttermin, von dem er abgeholt werden muss, er ruft natürlich dich an. Jemand hat frei und ihm ist langweilig – du bist verfügbar. Die Oma hat unter der Woche Geburtstag, du kannst natürlich 100km dorthin fahren.

So schön diese freie Zeiteinteilung auch ist, sie lässt es nur schwer zu, Routinen aufzubauen. Gerade im Sommer kommt so viel dazwischen, was einfach schöner ist als zu arbeiten, aber gemacht werden müssen die Aufgaben halt trotzdem.

Dann eben Nachts.

Oder am Wochenende.

Dadurch gerät auch ganz schnell der eigene Schlafrhythmus durcheinander – Routine ade.

Auch die Aufträge sind natürlich nicht jeden Monat gleich, so dass sich nur schwer planen lässt. Mal ist man total im Stress, ein ander Mal hat man Zeit ohne Ende und könnte dann perfekt an seinem Blog arbeiten. Könnte …

Eine Portion Mut

Ein wenig Mut braucht es vermutlich schon, um in die Selbstständigkeit zu starten. Für mich war es relativ einfach, da ich nicht erst einen Job kündigen und den Sprung ins kalte Wasser machen musste. Ich habe schon zum Ende meines Studiums Kunden gesucht und erste Einnahmen generiert.

Stimmen die sagen: „Du musst erst mal Berufserfahrung sammeln!“ überhöre ich.

Gar nichts muss ich!

Und so viel gelernt wie in diesem Jahr habe ich noch in keiner Agentur oder Redaktion zuvor.

Mut beim bloggen ist nochmal etwas ganz anderes.

Den braucht es für mich jedes Mal, wenn ich auf den Button „Veröffentlichen“ drücke.

Seit Jahren lese ich Blogs und am liebsten die, die besonders persönlich sind. Auch ich möchte mit meinem Blog die Gefühle meiner Leser erreichen und das lässt sich nicht mit Floskeln oder Allerwelts-Weisheiten, sondern am besten mit eigenen Erfahrungen und Einsichten.

Der Punkt mein Schamgefühl zu überwinden und Sachen von mir Preis zu geben, war für mich der schwierigste!

Was denken die andern nur über mich?

Am schlimmsten: Was denken Menschen, mit denen ich eigentlich schon jahrelang nichts mehr zu tun habe, über mich?

Da muss man sich manchmal ganz schön überwinden, aber meine Vision – die Gefühle, Gedanken und Gewohnheiten meiner Generation so einzufangen, dass sich alle ein Stück weit weniger verloren in unserer chaotischen Tinder-Selfie-Imstagram-Welt fühlen – ist stärker!

Unverständnis oder: Was ist mit Rente?

Mich nach meinem Studium nirgends zu bewerben, sondern stattdessen einfach freiberuflich von zu Hause aus zu arbeiten, stieß in meiner Familie auf ganz schön viel Unverständnis.

Wofür hatte ich nur die ganzen Jahre studiert?

Schlimmer war es sogar im Freundeskreis.

„Wird Zeit, dass du endlich arbeitest!“ konnte ich mir von meinen Freundinnen, die schon jahrelang im Berufsleben standen, als Langzeitstudentin schon des Öfteren anhören.

„Wie machst du das mit der Rente?“ fragen sie skeptisch.

Und überhaupt, irgendwie nimmt einen keiner wirklich ernst damit.

Mein Leben kommt ihnen wahrscheinlich wie ein endloser Dauerurlaub vor.

Ehrlich gesagt, so fühlt es sich auch ein bisschen an! 🙂

Meine Arbeit macht mir Spaß, ich genieße die freie Zeiteinteilung, komme geldtechnisch gut klar und muss nicht wie die anderen ständig auf Urlaub und Feierabende warten.

Vermutlich spielt da auch ein klein wenig Neid mit rein, aber dazu kann ich nur sagen: Macht es doch einfach auch!

1/2 Jahr Bloggen

Unterstützung

Ebenso oft wie auf Unverständnis, trifft man während der Selbstständigkeit aber auch auf Unterstützung.

Umso mehr Leuten man erzählt, dass man Texterin ist, umso mehr empfehlen einen weiter, halten die Ohren offen und haben einem im Hinterkopf, wenn die Rede darauf fällt. Durch Empfehlungen über Bekannte kam ich bisher an die besten Aufträge.

Seitdem ich beschlossen habe, diesen „unkonventionellen“ Weg zu gehen, versuche ich auch mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Je mehr man in diese „Blogger-“ beziehungsweise „Digitalen-Nomaden-Szene“ eintaucht, desto mehr interessante Leute lernt man kennen.

Der Support einer solchen Gruppe ist goldwert!

Ich bin sehr dankbar, was für tolle Menschen ich im April auf dem DNX-Camp in Taghazout kennengelernt habe und besonders auch, was für tolle Projekte dadurch entstanden sind.

Wertschätzung

Anders als ich es zumindest während meiner Praktika mitbekommen habe, wird die Arbeit als Freiberufler wirklich geschätzt. Meine Kunden sind dankbar für meine Arbeit, sie loben mich und empfehlen mich weiter. Schon öfter habe ich mitbekommen, dass man als Angestellter der Depp vom Dienst und die Anerkennung gleich Null ist. Mangelnde Wertschätzung hat vor allem mangelnde Motivation zur Folge. Zu schade, dass das zu wenige Chefs erkennen!

Im Angestelltendasein einen Einklang zwischen Beruf und Selbstverwirklichung zu finden, ist meiner Erfahrung nach auch eher die Ausnahme. Als Freiberufler kannst du Sachen anbieten, für die du wirklich brennst!

Let’s talk about money

Letztes Jahr im September habe ich mir eine Steuernummer besorgt und schreibe seitdem freiberuflich Rechnungen für Kunden. Bis März habe ich noch nebenher studiert, seit Mai bin ich Teilzeit angestellt in meinem alten Studentenjob. Hauptsächlich, weil ich mich nicht selber krankenversichern wollte und in diesem Job sehr wertgeschätzt werde, dank einer tollen Chefin!

Das heißt, die Selbstständigkeit lief bei mir in diesem Jahr nebenher!

Neben Studium, Teilzeitjob und dem Bloggen.

Ich habe in dem einen Jahr etwas mehr als zehntausend Euro freiberuflich verdient (also ohne Teilzeitjob). Ein Betrag, bei dem sich viele vielleicht denken: Lächerlich, davon lässt sich nicht leben.

Dennoch sind es die ersten zehntausend Euro, die ich von meinem Laptop auf der Couch oder aus paradiesischen Urlaubsorten verdient habe.

Mit zehntausend Euro lässt es sich beispielsweise auch gut ein Jahr lang in Thailand leben.

Relativ gemütlich, nebenbei, mit einem Arbeitsaufwand fernab von 40Stunden Woche.

Auf meinem Blog habe ich erst vor circa zwei Monaten begonnen, Affiliate Links zu setzen. Damit habe ich bisher 9,17€ eingenommen. 😀 Besser als nichts – ich freue mich darüber! Geplant für das nächste halbe Jahr sind eigene Produkte, unter anderem ein Buch. Also sei gespannt 🙂

Deine Ronja

 

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8 Kommentare

  1. Ich habe dir schon bei Facebook in der Rise Up & Seine Gruppe geschrieben, aber hier noch mal, zur Sicherheit 😉 Ein ganz wundervoller Artikel! Und du kannst so verdammt stolz auf dich sein!

    Ganz liebe Grüße aus Hamburg,
    Marilena

    Antworten

  2. Wirklich toller Artikel und sehr motivierend für mich. Ich habe auch Anfang des Jahres begonnen, etwas zu ändern, zu bloggen – einfach nicht mehr so weitermachen. Inzwischen versuche ich mich ebenfalls als Freelancer mit Design- und Schreibtätigkeiten und habe bei meinen Vollzeitjob die Stunden reduziert. Sollte das alles so klappen wie geplant, werde ich ab nächstem Frühjahr ebenfalls den Schritt der Kündigung wagen und freue mich irgendwie jetzt schon auf diesen Moment 🙂
    Bis dahin freue ich mich, weiter von dir zu lesen und so auch einen Erfahrungsaustausch zustande zu bringen.

    Antworten

    • Hi Nadine,

      klingt richig spannend. Die Stunden im Hauptjob zu reduzieren, sind schon mal ein super Start. Freue mich wenn du weiter hier auf dem Blog mitliest und auch deine eigenen Erfahrungen mit uns teilst!

      Viele Grüße
      Ronja

      Antworten

  3. Hallo Ronja,

    über deinen Gastbeitrag bei Planetbackpack (https://www.planetbackpack.de/digitale-nomadin-einstieg/#comment-569892) bin ich auf deinen Blog gestoßen und muss gestehen, dass ich mich in der ersten Sekunde Schock verliebt habe. Du sprichst mir wirklich aus der Seele. Ich sehe alles genauso wie du, wie du es oben beschrieben hast. Wirklich unglaublich!!
    Es scheint auch so, als wären wir uns recht ähnlich. Auch ich studiere (bin wahrscheinlich auch Dauerstudentin, da ich wahrscheinlich einen Maste machen werde XD ), ich bin auch immer zu spät dran bzw. schaffe es gerade noch rechtzeitig, sei es Zug bekommen, Arzttermine oder Treffen mit Freunden, ich brauche auch immer eine Dead Line, erst dann kann ich mich am besten motivieren, erst dann werde ich so richtig produktiv. Zur Zeit mache ich ein Praktikum, weshalb ich es viel seltener schaffe an meinem Blog zu arbeiten, als eigentlich vorgenommen. 🙂
    Ich bin auch definitiv für mehr Persönlichkein im Blog, denke mir aber auch allerdings was denken die Leute über mich bzw. was denken diejenigen über mich, mit denen ich mal etwas zu tun hatte. Wie gesagt studiere ich noch, kann mir aber durchaus vorstellen, direkt danach ins Leben eines Freiberuflers einzusteigen, anstatt in einem 9-5 Job gefangen zu sein. Auch ich überhöre die gutgemeinten Ratschläge, erstmal Berufserfahrung zu sammeln :DD Ich glaub dir, dass man als digital nomad keinen Alltag und Routine hat, aber das ist genau das, was ich möchte. Ich bin kein Routinen-Mensch, brauche immer Abwechselung und liebe es, mir die Zeit frei einzuteilen. Ich habe zur Zeit auch noch soo viele „Projekte“ in meinem Kopf, die ich gerne umsetzen würde. Du hast mir allerdings weiterhin Mut gegeben, an meine Träume zu glauben und bist ein Beweis, dass es möglich ist, seine Träume zu leben. Ich glaube ganz fest daran und hoffe, schon bald ein digitales Nomaden Leben führen zu können. 🙂
    Wenn ich von der Arbeit nachhause komme, werde ich auf jeden Fall weiter deinen Blog durchstöbern.

    Viele liebe Grüße wünscht
    Sabrina

    Antworten

    • Wow, Sabrina, tausend Dank, bin unglaublich berührt. Genau wegen Menschen wir dir, ist es seit zwei Jahren mein größter Wunsch diesen Blog zu schreiben. Damit wir uns nicht mehr so allein fühlen, wenn uns gefühlt tausend Türen offen stehen und wir keine Ahnung haben, welche die richtige ist! 😀 Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir so ein gutes Gefühl mitzugeben und viel Spaß beim Stöbern. Ich werde auch gleich mal zu deinem Blog rüberschauen! 🙂

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